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16.01.2018, 15:43 Uhr

BUND kritisiert geplantes Festival in Bad Bentheim

Die Naturschutzverbände BUND und NABU bedauern, dass die Stadtverwaltung die Planung des „Boutique Festivals“ in den Bentheimer Bergen unterstützt. Sie sehen den Schutz des Gebietes als gefährdet an.

BUND kritisiert geplantes Festival in Bad Bentheim

Die Bentheimer Bergen sind zwar kein Naturschutzgebiet, die Umweltverbände BUND und Nabu befürchten aber eine Beeinträchtigung des Lebensraums durch das „Boutique Festival“. Foto: privat

gn Bad Bentheim. Die Kreisgruppe Grafschaft Bentheim des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fragt in einer Mitteilung, ob bei dem geplanten Festival in den Bentheimer Bergen der Naturschutz hinten ansteht. Das kommerzielle „Boutique Festival“ mit mehrere tausend Besuchern soll in diesem Jahr erstmals stattfinden und wahrscheinlich regelmäßig in den nächsten Jahren wiederholt werden. Veranstaltungsorte sollen die Burg und die Freilichtbühne sein. „So weit so gut. Diese Orte reichen dem Veranstalter aber für Events und Verkauf nicht aus. So sind auch östlich der Franzosenschlucht große Teile der Bentheimer Berge mit ihrer alten Steinbruchkulisse als Festivalgelände vorgesehen“, wie Walter Oppel vom BUND schreibt. Viele Bentheimer und Touristen kennen und lieben dieses stadtnah gelegene und dennoch ruhige Waldgebiet mit seinen schmalen Pfaden und nutzen es für Spaziergänge und Wanderungen.

Die östlichen Bentheimer Berge sind im Landesraumordnungsprogramm als naturschutzwürdig und im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet für die Natur und Landschaft festgesetzt worden, also etwa gleichbedeutend mit Naturschutzgebieten wie dem Gildehauser Venn, dem Syen-Venn oder der Itterbecker Heide. „Derartige Veranstaltungen in diesen Gebieten? Unvorstellbar“, betont Oppel.

Bekannt sind die Bentheimer Berge und ihre Nachbarschaft für die artenreichen Amphibien- und Reptilienvorkommen. Sie haben seinerzeit wesentlich mit dazu beigetragen, dass die schöne Landschaft und viele wertvolle Lebensräume zwischen Bad Bentheim und Schüttorf heute nicht von der A 31 zerschnitten werden wie ursprünglich geplant.

Die Naturschutzverbände BUND und NABU bedauern, dass die Stadtverwaltung von Bad Bentheim die Festivalplanungen unterstützt. „Kommerz und Werbung für die Stadt sind wichtig, aber dürfen sie über alles gestellt werden“, fragen die Naturschutzverbände. Egal ob derartige Veranstaltungen zu größeren oder auch nur kleineren Beeinträchtigungen führen, sie gehören nicht in ein Vorranggebiet für die Natur. Eine derartige Veranstaltung öffnet Tür und Tor für Folgeveranstaltungen. Schon heute finden im Gebiet gewerbliche Mountainbike- und Kletterveranstaltungen statt, die weit über die stille Erholung hinausgehen und Lärm und Müll produzieren.

Nicht alle Vorranggebiete für die Natur sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen – so auch die Bentheimer Berge. Laut Regionalem Raumordnungsprogramm sei dies nur erforderlich, wenn eine Gefährdung des Schutzzweckes vorläge. „Daher sollte grundsätzlich versucht werden, die Vorranggebiete vor Beeinträchtigungen zu schützen“, so das Raumordnungsprogramm. Die Naturschutzverbände sehen bei den Bentheimer Bergen ganz deutlich Gefahr im Verzug.

Der geplante Veranstaltungsort in den Bentheimer Bergen gehört zum umfangreichen Grundbesitz des Fürsten zu Bentheim und Steinfurt aus Zeiten der Landesherrschaft und der Auflösung der Klöster. Die große Wertschätzung des fürstlichen Hauses in zurückliegender Zeit rührt nicht zuletzt daher, mit welch hoher sozialer Kompetenz und Naturverbundenheit es mit diesem Erbe umgegangen ist. Man denke an das fürsorgliche Verhalten gegenüber Pächtern und Mitarbeitern und die naturnahe Bewirtschaftung großer Teile des Bentheimer Waldes. NABU und BUND können das fürstliche Haus nur bitten, die Bentheimer Berge nicht für diese Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.

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