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„Schwimmendes Casino ein Muss“

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Auch bei der Außengestaltung der „Norwegian Joy“ wurde auf die Vorlieben des asiatischen Marktes geachtet. Grafik: Norwegian Cruise Line

1,81 Millionen deutsche Gäste reisten 2015 mit einem Kreuzfahrtschiff. Damit ist Deutschland der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt nach den USA. Doch die Asiaten sind im Kommen, viele wollen an Bord vor allem eines: spielen.

Papenburg. Die Papenburger Meyer Werft hat derzeit gleich zwei Ozeanriesen für Asien im Bau. Dream Cruises ist angetreten, um das erste Premiumprodukt für Urlaub auf dem Wasser in Asien zu werden. Ihr erstes Schiff, die „Genting Dream“, verlässt Papenburg im September. Die US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) legt ihren neuesten Liner komplett auf den asiatischen Markt aus. „Bis 2020 sollen es rund 4,5 Millionen Chinesen sein, die ihren Urlaub auf dem Wasser verbringen. Das ist ein riesiges Potenzial. Darum haben wir dieses Schiff komplett auf den chinesischen Markt ausgelegt“, sagte NCL-Präsident Andy Stuart bei der Kiellegung der „Norwegian Joy“ im April.

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Papenburg: Die Genting Dream hat die Baudockhalle der Meyer Werft in Papenburg verlassen.
Unsere Kolegin Anika Möllmann ist vor Ort.

Konzeption und Einrichtung der asiatischen Schiffe unterscheiden sich unter anderem in einem Aspekt stark von Schiffen für die westlichen Märkte: Das Casino ist ein wichtiger Teil, wenn nicht der wichtigste Teil der Unterhaltungsangebote an Bord. „Die Asiaten sind verrückt nach Glücksspiel und teuren Marken, darum haben das Casino und Shops mit hochwertigen Marken einen hohen Stellenwert an Bord asiatischer Schiffe“, sagt der Schifffahrtsanalyst und Kreuzfahrtexperte Thomas P. Illes in der Schweiz. Für die Reedereien sei umgekehrt der Umsatz durch Retail und Glücksspiel an Bord eine wichtige Einnahmequelle.

Spielgewohnheiten

Grund genug für die Reederei, sich intensiv mit den Spiel-Gewohnheiten der Asiaten auseinanderzusetzen. An Bord der „Norwegian Joy gibt es drei Casinos. Ein gemeinsames Casino, wie auch auf anderen Schiffen, für die Mehrheit der Passagiere, ein VIP-Casino für wohlhabendere Gäste mit separatem Essbereich und ein Casino nur für Suitengäste. „Die Spiele auf der ,Norwegian Joy‘, wie Baccarat und Sic Bo, werden von den asiatischen Gästen bevorzugt, im Gegensatz zu Passagieren auf unseren im Westen stationierten Schiffen. Dort wird mehr Blackjack, Craps oder Roulette gespielt“, erklärt Jim Abbas, Senior Vice President für den Bereich „Casino“ von Norwegian Cruise Line. Die Mitarbeiter an Bord seien auch speziell für das asiatische Flottenmitglied ausgewählt. „Sie kennen die Kultur, Gewohnheiten und Bedürfnisse und sprechen fließend Mandarin“, so Abbas.

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Die Reedereien reagieren auf die Bedürfnisse der asiatischen Zielgruppe. Roulette-Tische (Foto von der „Celebrity Equinox“) gehören zur Standardausstattung in Casinos. Die Asiaten bevorzugen aber andere Spiele. Foto: Ingrid Fiebak-Kremer

Auf der Meyer Werft ist Stephan Schmees Projektleiter für die Neubauten. Er stellt sich regelmäßig den Bedürfnissen und Wünschen der Kreuzfahrtreedereien. Mit der Einrichtung der Casinos an Bord hat Schmees aber eher weniger zu tun. „Die Konzeption dieses Bereiches liegt bei der Reederei, die mit speziellen Architekten zusammenarbeitet. Dort wird entschieden, wie großzügig die Casinos ausfallen, wie die Farbgebung ist und wie sie eingerichtet werden“, erklärt er. Auf der „Norwegian Joy“ werde dem Casino deutlich mehr Raum gegeben als etwa auf dem Schwesterschiff „Norwegian Escape“. „Einen veränderten Trend können wir aber nicht erkennen, vielmehr wird hier einfach den Wünschen der speziellen Zielgruppe Rechnung getragen“, so Schmees weiter.

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Papenburg: Luxusliner dockt im Zeitraffer aus

Die Idee hinter dem „Zocken“ auf dem Wasser ist an sich auch in Asien nicht neu. Die Reederei Star Cruises, für die die Meyer Werft 1998 und 1999 die „Superstar Leo“ und die „Superstar Virgo“ baute, trat Mitte der 1990er-Jahre mit zu Kreuzfahrtschiffen umgebauten Ostsee-Fährschiffen wie der „Star Pisces“, an, um „Cruises to nowhere“, wie Kreuzfahrtexperte Thomas P. Illes sie heute nennt, anzubieten.

„Las Vegas des Ostens“

„Man kennt das Phänomen auch aus Macau. Die Sonderverwaltungszone Chinas gilt als das Las Vegas des Ostens. Das haben Anbieter wie Star Cruises damals sozusagen an Bord verlegt und mit eher weniger luxuriösen, aber dafür mit großen Casinos ausgestatteten Schiffen Touren ab Hongkong oder Singapur angeboten“, erklärt Illes. Es sei nicht darum gegangen, einen anderen Hafen anzulaufen. „Sobald man internationale Gewässer erreichte, war man raus aus den restriktiven nationalen Regularien, und es wurde gespielt, bis sich die Balken beziehungsweise Schiffsplanken bogen“, so der Experte.

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Den asiatischen Markt im Blick: Die Kiellegung der „Norwegian Joy“ feierten Vertreter der Reederei Norwegian Cruise Line und Bernard Meyer (Mitte), Chef der Papenburger Meyer Werft. Foto: Lars Klemmer/dpa

Im Sommer 2017 wird die Norwegian Joy mit 3900 Gästen ihr Debüt feiern. Europäer werden vorerst nicht in den Genuss der asiatischen Kreuzfahrt-Variante kommen. Neben dem Casino gibt es unter anderem, auch speziell für die Asiaten, eine Grünanlage mit Lounge-Möbeln am Pool für Tai Chi und Yoga. Kulinarische Angebote gibt es mit koreanischem Barbecue, japanischem Shabu Shabu und mit formellen asiatischen Teezeremonien.

Die „Norwegian Joy“ wird bei ihrer Ablieferung das zehnte Schiff sein, das die Meyer Werft für die Norwegian Cruise Line gebaut hat. Zwei Schwesterschiffe werden 2018 und 2019 abgeliefert.

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