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Schüler entwerfen anziehende Kunst

ntwerfen anziehende Kunst
Im Schaufenster gleicht kein Kunstwerk der Schüler dem anderen.Foto: Stephan-Park

Was sich mit Fantasie alles aus Papier herstellen lässt, zeigen derzeit die Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus. Im Schaufenster des Jungen Ladens stellen sie Kleider aus Papier aus.

Neuenhaus. Ein Rock aus mattsilbernen Papierspitzen, ein mit bunten Rüschen verziertes Abendkleid oder ein golden glänzendes Oberteil, das in einen schwarzen mit Papierrohren verzierten Kubus übergeht: Die Schüler des Kunst-Leistungskurses am Lise-Meitner-Gymnasium in Neuenhaus haben im vergangenen Schuljahr ihrer Fantasie freien Lauf gelassen, um Kleidung aus Papier zu entwerfen. Eine Auswahl der Kunstwerke ist bis Mitte April im Schaufenster des Jungen Ladens an der Hauptstraße 20 in Neuenhaus zu sehen.

„Die einzige Vorgabe lautete, dass jedes Kleidungsstück getragen werden kann“, erzählt Kunstlehrer Klaus Mosch-Wicke bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagnachmittag. Wie kreativ die Schüler zu Werke gingen und woher sie ihre Inspirationen zogen, hat auch ihn begeistert. „Modetrends kehren immer wieder, umso schwerer ist es, etwas wirklich Neues zu schaffen. Mit viel Kreativität ist es den Schülern dennoch gelungen“, sagt er.

Eine große Portion Fleiß haben die 18 Schüler ebenfalls in ihre Kunstwerke einfließen lassen. „Die meisten von uns haben nach Schulschluss in ihrer Freizeit an den Kleidern gearbeitet. Ich habe mit meiner Schwester zu Hause rund 40 Stunden investiert“, sagt die 17-jährige Saskia Lügtenaar. Sie erzählt, dass sich nicht jede Idee umsetzen ließ. „Das Material erlaubt viel, aber nicht alles. Gerade das Experimentieren mit dem Papier hat den Reiz ausgemacht.“

Für die 17-jährige Marlena Meyerink war das Entwerfen der Kleider ihr „absolutes Lieblingsprojekt während der Schulzeit“. Sie hat rund 2000 Servietten mit Heißkleber zu einem Rock zusammengefügt. „Papier bietet einem beinahe unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Im Kurs gibt es keine zwei Kleider, die sich gleichen.“ Marlena Meyerink hat nach Ende des Projekts jedoch auch die Probleme des fragilen Materials kennengelernt. „Das Kleid hat sich leider aufgelöst, da sich die Servietten im Laufe der Zeit verschoben haben“, bedauert sie. Im Schaufenster ist es deshalb nicht zu sehen.

Video

16.03.2017 Schüler aus Neuenhaus schneidern Papierkleider
Gymnasiasten stellen Kleidung aus Papier im „Jungen Laden“ in Neuenhaus aus.

Dass die Kleider ausgestellt werden, nennt die 18-jährige Pia Röttgers ein Abschiedsgeschenk. „Am Montag haben wir unseren letzten Schultag, bevor wir die Abiturprüfung schreiben“, sagt sie. Ihr Werk (im unteren Bild rechts oben) beschreibt sie scherzhaft als Sammlung von Pommestüten. „Das war aber nicht mein Ausgangsgedanke. Die Assoziation ist mir erst gekommen, als das Kleid fertig war“, fügt sie hinzu.

Ihre Liebe zur Literatur hat die 17-jährige Ina Vrielink durch das Projekt begleitet. Ihr im Schaufenster ausgestelltes Abendkleid besteht aus einem schwarzen Oberteil samt ausladendem Rock aus Buchseiten. „Ich habe schon immer gerne gelesen und wollte mein Hobby in das Projekt miteinfließen lassen.“ Aus welchem Buch die Seiten stammen, verrät sie allerdings nicht. „Ich wollte keinen meiner Lieblingsromane zerstören. Deshalb habe ich ein Buch verwendet, das mir beim Lesen überhaupt nicht gefallen hat“, sagt sie. Ihre Eltern Willi und Krimhilde Vrielink haben es sich nicht nehmen lassen, an der Ausstellungseröffnung teilzunehmen. „Dass die Kleider im Ort ausgestellt werden, zeigt die Wertschätzung gegenüber den Arbeiten der Schüler. Das ist eine tolle Sache“, meinen die Beiden.

Markus Burkhardt, Inhaber des Jungen Ladens, überzeugte das Ausstellungskonzept sofort. „Ich fand die Idee Klasse. Die Papierkleider im Schaufenster sind ein echter Blickfang“, erzählt er. Schon vor der Eröffnung seien Passanten vor dem Fenster stehen geblieben, um sich die Kunstwerke anzusehen. Als Dank für „das schönste Schaufenster, dass er jemals hatte“, überreichte er jedem Schüler einen 20-Euro-Gutschein für den Jungen Laden. Schon jetzt ist er sich sicher, dass es nicht die letzte Ausstellung in seinem Schaufenster war. „Durch einen Neubau am gleichen Standort erhält das Geschäft dieses Jahr eine größere Schaufensterfläche. An uns soll eine neue Ausstellung also nicht scheitern“, sagt Markus Burkhardt.

Präsentiert wurden die Werke zuvor bei einer Modenschau in der Schule. „Anders als man denkt, trägt sich Papier sehr angenehm. Es ist leicht und kratzt nicht“, sagt Saskia Lügtenaar. Zwar sind die Kunstwerke nicht alltagstauglich, wie Lehrer Klaus Mosch-Wicke zugibt, jedoch in anderer Beziehung praktisch: „Modedesigner ziehen aus ähnlichen Experimenten mit Papierkleidung ihre Anregungen für Kleider.“

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