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Rheiner Schüler gründen neue Partei

chüler gründen neue Partei
Junge Parteigründer: Peter Felix, Till Müller und Lukas Ostermann (von links) machen in diesem Jahr ihr Abitur und wollen die JED-Partei ins Leben rufen. Foto: privat

Die „Jugend- und Entwicklungspartei Deutschland“, kurz JED, wollen einige Schüler aus Rheine im Februar gründen. Bis zu den NRW-Landtagswahlen in Mai wollen sie sich 1 Prozent der Wählerstimmen sichern.

jpe RHEINE. Das bestehende Angebot an Parteien? Nicht wählbar! „Dann macht doch selbst eine Partei auf!“ Diesen Spruch haben Lukas Ostermann (18) und Till Müller (17) immer wieder gehört, wenn sie ihre Gründe aufgezählt haben, warum sie andere Parteien eben nicht wählen können. Jetzt machen sie es und gründen ihre Partei.

Chancen für neue Parteien

Zwei Gründe sind für die Parteigründer, die wie ihr Mitstreiter Peter Felix (17) das Emsland-Gymnasium in der Abiturklasse besuchen, ausschlaggebend. Das aus ihrer Sicht „positive“ Beispiel der Piratenpartei und das „extrem negative“ Beispiel der AfD. Der schnelle politische Aufstieg der Piratenpartei habe gezeigt, dass selbst neu gegründete Parteien eine Chance haben, in der Landes- oder Bundespolitik mitzureden und tatsächlich etwas zu verändern. Ihre neue „Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands“, kurz JED, hat das Ziel, eine „neue, reale und linksliberale Politik“ insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch für alle anderen deutschen Mitbürger attraktiv und interessant zu machen.

Ziel: 1 Prozent bei Landtagswahlen

„Dieses Ziel wollen wir nicht alleine verfolgen; zu dem Kern des Gründungsteams, welches etwa 35 Schüler zählt, sollen noch viele Gleichgesinnte hinzustoßen“, sagten die drei „Parteisprecher“. Die Gründung der Partei soll im Februar stattfinden. Mit der Teilnahme an der Landtagswahl NRW im Mai haben sie sich ein sportliches Ziel gesetzt. Wahlziel: ein Prozent.

Parteiprogramm

„Rassismus darf besonders aufgrund der deutschen Geschichte, aber alleine durch den gesunden Menschenverstand, niemals wieder in Deutschland, Europa oder der Welt eine bedeutende Rolle spielen. Wir, alle deutschen Mitbürger, müssen lernen, in gegenseitigem Respekt und in Würde mit allen anderen Menschen dieser Welt zu leben“, ist im Parteiprogramm der JED nachzulesen. „Dies ist wohl unser wichtigstes Anliegen“, sagten die drei Schüler.

Politik für Jüngere

Die Schüler aus Rheine könnte bei ihrer Absicht ein genereller Trend unterstützen: Das politische Interesse von Jugendlichen in Deutschland ist wieder deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2015. Im Vergleich zum Tiefpunkt mit 30 Prozent im Jahr 2002 sind es jetzt 41 Prozent, die sich als „politisch interessiert“ bezeichnen, schreiben die Autoren und beziehen sich auf die Altersgruppe von 12 bis 25 Jahren.

Pro Europa

Das Parteiprogramm der JED beinhaltet auch ein klares Bekenntnis zu Europa als das „wichtigste Friedenprojekt aller Zeiten“ und widmet sich ferner Fragestellungen, die weit über „klassische“ Schüler-Forderungen (klare Regelung zum Schulausfall bei Unwetter oder mehr digitale Medien im Unterricht) hinausgehen.

Auch zu oft diskutierten Themen wie Leiharbeit, aktiver Sterbehilfe und der effizienteren Nutzung von Staatsmitteln gibt es im Programm klare Ansagen.

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Die Meinung unserer Leser

2 Leserkommentare

1. | anando | Donnerstag, 02.02.2017 | 10:05 Uhr

Kompliment und Respekt an Sie verbunden mit dem Wunsch nach viel zukünftiger „power“! Die Formulierung „Neustart, jetzt!“ ist aus meiner Sicht übrigens prima gewählt, beinhaltet sie doch mit Gedankenverbindung an den IT - Bereich sowas wie einen „Reset“ und zwar für die vorhandene „Grundeinstellung Deutschland“ und nicht etwa das Aufspielen und Hochfahren einer weitgehend „alternativen“ Software (ohne Virenscanner ;-) ...

2. | Projekt Gold | Donnerstag, 02.02.2017 | 11:08 Uhr

Ich begrüße ebenfalls die Gründung der Partei, ist sie doch vermutlich dem linken Spektrum zuzuordnen. Damit übt sie weiteren Druck auf die SPD, die Linken und die Grünen aus, wird ihnen Stimmen streitig machen und somit die konservativen Parteien stärken!


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