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Nordhorner als Fotograf auf hoher See

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Gutes Team: Sven Hüsemann war einer von mehreren Bordfotografen auf dem Kreuzfahrtschiff.

Vier Monate arbeitete Sven Hüsemann aus Nordhorn auf einem Kreuzfahrtschiff als Fotograf. Bei der Fahrt in die Karibik sah er malerische Orte – aber Sieben-Tage-Wochen mit zehn Stunden Arbeit pro Tag gehörten auch dazu.

Nordhorn. Es ist 35 Grad warm, die Passagiere laufen in kurzen Hosen, T-Shirts und luftigen Kleidern umher. Sven Hüsemann steht in einem dicken Weihnachtsmann-Kostüm neben der Gangway. Es ist der 24. Dezember, Heiligabend, und Sven befindet sich mit dem Kreuzfahrtschiff „TUI Mein Schiff 5“, auf dem er als Bordfotograf arbeitet, in der Karibik. Seine Tagesaufgabe besteht darin, sich zusammen mit Touristen fotografieren zu lassen, verkleidet als Weihnachtsmann.

Arbeitsreiches Weihnachten

Der Zeitplan für die Fotografen ist eng getaktet, jeder Passagier hat eine feste Zeit zugewiesen bekommen, zu der er mit seiner Familie oder seinen Freunden schick essen gehen kann – die Fotografen sollen dies festhalten. Zeit, um an Weihnachten zu denken oder die Familie zuhause zu vermissen, bleibt da nicht. Als abends um elf die letzten Fotos gemacht sind, sitzt das Foto-Team noch ein wenig in der Crew-Bar beisammen, bevor alle erschöpft in ihre Kojen fallen.

„Ich mag die Weihnachtszeit sehr und war am Anfang etwas skeptisch, wie das so wird, das erste Mal an Weihnachten nicht zuhause bei meiner Familie zu sein. Allerdings hatte ich durch die hohen Temperaturen und den engen Zeitplan kaum ein weihnachtliches Gefühl und auch gar keine Zeit, daran zu denken“, so Sven über die Festtage an Bord. „Außerdem war es auch eine sehr schöne Erfahrung, mal dieses alternative Weihnachten in der Karibik mit Freunden und Kollegen zu verbringen“, schildert er seine Erfahrung.

Bildergalerie

Sven Hüsemann

Überhaupt waren die vier Monate auf dem Schiff nicht so, wie Sven sie erwartet hatte. „Ich hatte vorher total kuriose Vorstellungen, was da alles passieren könnte“, erzählt Sven und lacht. Dann lief es aber viel besser als gedacht. „Man muss seine Kamera und sein Equipment sehr gut kennen, um schnelle, aber trotzdem gute, Fotos machen zu können. Zeit, erst noch in den Einstellungen herumzuprobieren gibt es nicht“, beschreibt der Nordhorner. „Sind die Fotos schlecht, kaufen die Passagiere sie nicht.“

Noch wichtiger aber ist es, offen auf die Passagiere zuzugehen. Morgens beispielsweise steht Sven häufig neben der Gangway um Passagiere, die das Schiff verlassen oder neu besteigen zu animieren, Fotos machen zu lassen. „Man darf sich für nichts zu schade sein. Das heißt, auch mal in ein Kostüm zu steigen und sich für die Gäste zum Affen zu machen“, erzählt er. Ob er das kann, wurde übrigens schon beim Vorstellungsgespräch getestet.

Sven hat sich in seiner Zeit auf dem Schiff sehr verändert. „Ich bin viel offener geworden“, meint er. Er hat ein ganz neues Verständnis dafür entwickelt, wie man auf fremde Menschen zugeht, sie anspricht und eine freundschaftliche Basis mit ihnen schafft.

Kleines Team innerhalb der großen Crew

Mit dem Fototeam hat er sich super verstanden. Die gesamte Crew hat rund 1000 Mitglieder. Die Fotoabteilung ist dagegen sehr überschaubar. Sie besteht aus vier Fotografen, zwei Reisefilmern, einer Shop-Mitarbeiterin und der Managerin. In der freien Zeit, die sie nachmittags zwischen ihren Schichten hatten, haben sie viel gemeinsam unternommen.

Aber auch außerhalb des Teams hat er Bekanntschaften geschlossen. „Es sind viele Freundschaften entstanden mit Leuten, die in ganz Deutschland verteilt leben. Ich hoffe, den Kontakt zu allen aufrecht halten zu können“, sagt Sven über seine neuen Bekanntschaften. Da „Tui Cruises“ eine deutsche Reederei ist, kommen die meisten Mitarbeiter aus Deutschland, einige auch aus den Nachbarländern – alle sprechen sehr gut deutsch. Insgesamt waren 42 unterschiedliche Nationalitäten an Bord vertreten.

Karibik – Deutschland – USA

Seit Ende Februar ist Sven wieder in Deutschland. Wenige Tage nach seiner Ankunft hier ist er mit einem guten Freund zusammen für zweieinhalb Wochen nach Amerika geflogen, um dort einen gemeinsamen Freund zu besuchen „Die Reise stand schon fest, bevor ich überhaupt meinen Vertrag als Bordfotograf hatte. Das war jetzt einfach die einzige Zeit, zu der diese Reise möglich war“, erklärt Sven, warum er sofort wieder die Koffer packte.

Nun ist er erst einmal wieder für ein paar Monate in Deutschland. „Ich denke, es dauert jetzt etwas, bis ich die ganzen Erfahrungen und Eindrücke verarbeitet habe“, meint Sven auf die Frage. Hier will er sich wieder mehr dem Fotografieren widmen und leitet eine Foto-AG am Gymnasium Nordhorn.

Zurück aufs Schiff

Sven hat Blut geleckt und wird schon im Sommer wieder eines der Kreuzfahrtschiffe besteigen, um dort zu fotografieren. Auch wenn dies eine Sieben-Tage-Woche mit zehn Arbeitsstunden pro Tag bedeutet. Freizeit ist Mangelware. „Solange man jung und ungebunden ist, ist das eine super Möglichkeit, um zu reisen und etwas von der Welt zu sehen und dennoch Geld dabei zu verdienen“, ist er überzeugt.

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