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Meisterliches Zusammenspiel

Das Mesartim Trio begeistert im Manz-Saal

ches Zusammenspiel

Von Jörg Leune - Nordhorn. Ein hinreißendes Pro-Nota-Konzert bot am Samstagabend das Mesartim Trio im Manz Saal. Ist schon das Klaviertrio für den Kammermusikfreund eine besonders dankbare Formation, weil der Klang der drei unterschiedlichen Instrumente beim Hören gut nachvollziehbar ist, so ist der Gewinn noch höher, wenn Musik so perfekt dargeboten wird, wie von der ukrainischen Pianistin Olga Monakh im Verein mit der Geigerin Anastasia Chabounia und dem Cellisten Uladzimir Sinkevich aus Weißrussland.

Erst im vergangenen Jahr haben die drei ihre Trioarbeit begonnen. Geradezu verblüffend ist es, dass sie nach so kurzer Zeit bereits so gut aufeinander eingespielt sind. Sinkevich verfügt über einen wunderbaren Celloton, der zudem gut mit den Partnern harmoniert. Chabounia vermeidet stetes die Gefahr, ihr Instrument wegen der Tonhöhe klanglich dominieren zu lassen, obwohl sie technisch perfekt ist. Entsprechend arbeitet sie die Partien auf den tiefen Saiten stärker heraus. Olga Monakhs Klaviertechnik lässt keinerlei Wünsche offen. Sie stützt die Streicher, gibt markante Impulse, bündelt den Gesamtklang und überzeugt besonders durch ihre farbige Dynamik.

Das Trio musizierte drei große Werke ganz unterschiedlicher Prägung. Zu Beginn erklang Beethovens op. 70,1 D-Dur, das so genannte Geistertrio. Es ist insofern ein Schlüsselwerk, als hier erstmals in einem Klaviertrio alle drei Instrumente vollständig gleichberechtigt agieren. Sein Kopfsatz ist mehr von Spielfreude als von thematischer Durcharbeitung geprägt. Im schwermütigen Largo assai und espressivo herrscht ein lebhaftes Wechselspiel der Harmoniefarben vor. Sehr schön gelingt den drei Musikern das Aufblühen und Verlöschen der dominierenden Melodie. Das Presto-Finale nimmt das Thema des 1. Satzes wieder auf und erhält besondere Glanzlichter durch seine harmonischen Abweichungen.

Schostakowitschs 2. Klaviertrio op. 67 von 1944 erhält seinen besonderen Reiz durch die Buntheit seiner vier Sätze. Das Andante beginnt mit einem eindringlichen Flageolettsolo des gedämpften Cellos, das von der ebenfalls gedämpften Geige aufgenommen wird und vom Klavier weiter begleitet wird. Monakhs Anschlag lässt dabei an tiefe Glocken denken. Das hämmernde Klavier wird daraufhin von weitgespannten Soli der Streicher begleitet, die im weiteren Verlauf Volksmusikanklänge enthalten. Dem herrlichen Pizzicato-Duett von Geige und Cello entsprechen die Staccato-Passagen der Pianistin. Das fetzige Allegro con brio zeigt alle drei Interpreten auf einem Höhepunkt perfekt abgestimmter Virtuosität. Ganz anderen Charakter hat das Largo: eingeleitet von kräftigen Wechselakkorden des Klaviers spinnen die Streicher in ständiger Steigerung eine Art unendlicher Melodie, die entfernt an die Auseinandersetzung des Komponisten mit Bach erinnert. Der Schlusssatz mit Pizzicato-Beginn der Streicher und einer eindringlich gehämmerten Klaviermelodie ruft Schostakowitschs in seine Sinfonien eingelegten Chöre zur Feier der Oktoberrevolution ins Gedächtnis. Schließlich mündet der Satz in einen versöhnlichen Schluss. Langandauernder Beifall krönte diese eindrucksvolle Interpretation.

Nach der Pause dann ein weiteres Meisterwerk, das wiederum in höchster Vollendung dargeboten wurde: Brahms H-Dur-Trio op. 8, ein Jugendwerk, im Alter noch einmal überarbeitet. Hier hat die Kammermusik geradezu sinfonischen Charakter. In den Sätzen zwischen H-Dur und h-moll wechselnd lässt das Mesartim Trio die Melodien wunderbar erblühen, zeigt gelungen kanonische Verbindungen. Die Streicher lassen sich vom Klaviersatz inspirieren, zeichnen feine Linien, reichen diese der Pianistin zur weiteren Entfaltung zurück. Im langsamen Satz wird eine Meditation gestaltet, entfaltet sich in wechselseitiger Steigerung, kehrt dann zum ruhigen Ausgangspunkt zurück. Eine gekonnt gestaltete Rondo-Sonate beschließt das Werk und einen eindrucksvollen Abend.

Lang anhaltender Beifall mit Standing Ovation beschließt dieses große Konzert.

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