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Kampf gegen illegale Altkleidersammler

Textilrecycler "Yara-Tex" aus Gildehaus will sich von unseriösen Firmen abgrenzen

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Von Frauke Schulte-Sutrum - Gildehaus. Seit rund 20 Jahren ist Mohammed Al Shoubaki in der Textilbranche tätig. Seit Oktober 2012 führt der Mann mit jordanischen Wurzeln das zertifizierte Textilrecycling-Unternehmen "Yara-Tex" gemeinsam mit seiner Frau und seinem Bruder im Gildehauser Industriegebiet. Mit circa 20 Mitarbeitern ist der Familienbetrieb nach eigenen Angaben der größte seiner Art in der Grafschaft Bentheim. Insgesamt gebe es drei.

Yara-Tex hat sich auf den Handel mit Altkleidern und Schuhen spezialisiert. Diese sammelt der Betrieb in Containern. Des weiteren erhält der Fachbetrieb Ware von mehreren Lieferanten aus Deutschland. Nachdem die Altkleider nach verschiedenen Kriterien sortiert wurden, werden sie zu 55 Kilogramm Ballen zusammen gepresst, verpackt und exportiert. "Wir beliefern hauptsächlich Großkunden in Asien und Afrika, aber auch europäische Länder wie die Niederlande oder Spanien", erklärt Al Shoubaki. Die Abnehmer verfügen im eigenen Land wiederum über ein eigenes Kundennetz.

Im Schnitt sammeln sich in Deutschland im Jahr rund 750000 Altkleider und 300 Millionen Paar Schuhe an. Yara-Tex verarbeitet pro Monat 200 Tonnen Textilien und Schuhe. Was der Betrieb nicht mehr verwerten kann, wird in anderen Textilrecycling-Unternehmen zu Putzlappen, Dämmstoffen oder Automatten weiterverarbeitet, informiert der Gildehauser. So werde alles fachgerecht verwertet.

Der Geschäftsführer legt großen Wert auf eine transparente Arbeitsweise. "Alle Container sind bei der Stadt angemeldet. Jeder unserer Schritte ist nachvollziehbar", betont er. Zudem ist der Sortierbetrieb Mitglied im Fachverband Textilrecycling "FTR" und im Bundesverband "Sekundärrohstoffe und Entsorgung" (bvse), von dem er regelmäßig kontrolliert wird. Die Sammelstellen von Yara-Tex stehen sowohl auf öffentlichem als auch auf privatem Gelände. An die jeweiligen Eigentümer zahlt das Unternehmen eine Standmiete.

Umso mehr ärgert sich Al Shoubaki über jene Sammler, die ihre Container "in Nacht und Nebel-Aktionen" an die Straße stellen. "Für uns sind diese illegalen Sammler existenzbedrohend. Sie graben uns den Zustrom an verwertbaren Materialien ab", meint der Yara-Geschäftsführer. Textilrecycling sei sowohl ökologisch als auch sozial sinnvoll. "Für die Neuproduktion werden viele Ressourcen verbraucht. Für die Produktion einer Jeans können bis zu 11000 Liter Wasser anfallen", gibt Al Shoubaki zu Bedenken. Nicht zuletzt schafften ordentlich arbeitende Kleidersammlungen nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Exportländern Arbeitsplätze.

Wenn es die Zeit zulässt, halten Mitarbeiter von Yara-Tex in Gildehaus und Umgebung Ausschau nach illegal abgestellten Containern. "Wir bieten der Stadt dann unsere Hilfe an, gegen die Betreiber vorzugehen", sagt Al Shoubaki. Noch in diesem Jahr hat Yara-Tex erreicht, dass die Container der Babynotfallhilfe Dortmund vom Landkreis versiegelt wurden. Der dubiose Verein arbeitete nicht mit offenen Karten und wurde vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) als "nicht förderungswürdig" eingestuft. Im Februar untersagte der Landkreis dem Dortmunder Verein schließlich die Sammlung (die GN berichteten).

Al Shoubaki weiß, dass es für die Bürger gar nicht so einfach ist, legale von illegalen Containern zu unterscheiden. Genaues Hinsehen lohne sich jedoch. "Auf unseren beigen und blauen Behältern sind jeweils das bvse-Zertifikat, das Qualitätssiegel, der Unternehmensname, Telefonnummer sowie E-Mail und die Webseite zu finden. Auf solche Angaben sollten Nutzer in jedem Fall achten.

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