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Interview: Heiligabend mit Ballermann-Star

„Frech, laut, sexy“: Unter diesem Motto war die Sängerin Mia Julia an Heiligabend in der Schüttorfer Disko „Index“ zu Gast. Und sie zeigte alles, was sie sonst auf Mallorca herzeigt. Vorab gab sie den GN ein Interview.

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Mia Julia in Schüttorf

Bild /

Schüttorf. Heiligabend ist das Fest, das man mit der Familie verbringt? Nicht unbedingt, wenn man eine Ballermann-Sängerin ist. Nach ihrem Auftritt Anfang August stand Mia Julia an Heiligabend erneut auf der Bühne im Schüttorfer „Index“ und feierte das Fest der Liebe mit ihren Fans. „Wer von euch war denn schon mal im Bierkönig?“, fragte Mia Julia, die im Sommer vier Mal in der Woche am Ballermann auf der Bühne steht, gleich zu Beginn ihrer Show das junge Publikum. Fast alle Hände gingen nach oben und es war klar, dass an diesem Abend viele Mallorca-Fans im „Index“ sind.

Es war laut, heiß und intim, denn die 30-Jährige performte ihren „Mallorcastyle“ mit den Songs „Oh Baby“ oder „Mallorca da bin ich daheim“ auf der kleinen Bühne in der Schlagerküche und sie war ein echter Star zum Anfassen – denn die gebürtige Münchnerin ließ es sich nicht nehmen, zwischendurch ein paar Selfies mit ihren Fans zu machen. „Ich freue mich, dass ihr hier seid und mit mir feiert“, sagte Mia Julia und umarmte einen ihrer weiblichen Fans, die ihre Freudentränen kaum noch zurückhalten konnte.

Während der Show reduzierte sich das Weihnachts-Ouftit der Sängerin immer mehr. Wer Mia Julia kennt, der weiß, dass sie keine Hemmungen hat, auch mal nackt zu performen. Und so stand die 156 Zentimeter kleine Ballermann-Sängerin kurz vor Ende ihrer Show nur noch im knappen Höschen auf der „Index“-Bühne. Der Stimmung in der Schüttorfer Disko tat das alles andere als einen Abbruch. Textsicher sangen ihre Fans die Party-Lieder mit und durften sich neben einem Striptease auch über eine ausgiebige Zugabe freuen.

Vor dem Auftritt nahm sich Mia Julia Brückner, die 2016 rund 430 Auftritte hatte, Zeit, um im GN-Interview über ihre Musik, das Nacktsein und Weihnachten zu sprechen.

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Mia Julia im GN-Interview

Mia Julia, du bist heute schon zum zweiten Mal im „Index“, was sagst du zur Grafschaft Bentheim und den Menschen hier?

Ich sag mal so, wenn ich irgendwo hingehe, versammelt sich immer die Malle-Familie und die ist immer sehr herzlich und sehr cool. Klar feiert man in Bayern anders als hier, da gibt’s wohl einige Unterschiede, aber hier geht echt ordentlich was ab. Ich find‘ das immer sehr geil hier.

Nun ist heute ja Heiligabend – wie dürfen wir uns Weihnachten bei einem Ballermann-Star vorstellen?

Also die letzten Jahre waren wir eigentlich immer bei den Eltern oder Schwiegereltern oder bei uns zu Hause oder so. Aber meistens waren wir immer arbeiten irgendwie. Heute ist es so: Wir ziehen gerade um und da steht bis jetzt nur das Schlafzimmer, alles andere ist noch gar nicht da und deshalb haben wir heute extrem ausgeschlafen. Und dann sind wir irgendwann hier rüber getingelt und waren im Hotel essen. Und das war unser Weihnachten. Mein Mann ist immer dabei und von daher ist es nicht so schlimm.

Gab es denn trotzdem Geschenke?

Wir schenken uns nichts. Bei uns ist es immer so, dass wir uns zusammen etwas kaufen. Oder wir fahren in den Urlaub. Letztes Jahr waren wir in New York. Und das war dann so unser Geschenk. Es ist sowieso mit dem Einkaufen immer schwierig, wenn man so viel unterwegs ist.

Du hast ja heute deinen „Mallorcastyle“ mitgebracht, aber Ballermann und Heiligabend – ist das eigentlich vertretbar?

Ich sag immer, das ist Ansichtssache. Aber es gibt ja immer Menschen, die alleine sind und keine Familie oder gar keinen Bock auf Weihnachten haben. Gründe gibt es immer, warum sie noch Bock haben weiterzuziehen: „Stille und Heilige Nacht ist doch etwas zu ruhig, jetzt will ich doch noch etwas auf die Ohren.“ Darum haben wir uns gesagt: Ganz ehrlich, die Leute, die alleine zuhause sind, freuen sich, wenn jemand da ist. Darum sagen wir, wir kümmern uns um die Leute, die heute alleine sind.

Deine Songs sind ja sehr auf Party und Alkohol ausgelegt. Ein Lied von dir heißt ja auch „Mallorca, da bin ich daheim“. Bist du privat auch der Typ, der im Megapark und Bierkönig mit Freunden feiern würde?

Also Megapark nicht so. Ich gehöre zur Bierkönig-Familie und da bin ich zuhause. Ich bin öfters auch mal privat da. Also es ist tatsächlich so, dass wir mal zwei Tage frei haben im Sommer, und dann ist es hundert pro so, dass wir am ersten Tag chillen und am zweiten auf ein Bierchen in den Bierkönig gehen. Natürlich feiern wir da auch. Es ist nicht so, dass wir nur sagen, das ist nur mein Job. Es ist schon das, was ich liebe und auch gerne mache. Es ist aber komisch, meine eigenen Songs zu hören, und ich feiere da jetzt auch nicht so drauf (lacht).

Auf deinem Album „Frech, laut, sexy“, das bereits 2015 erschienen ist, sind zwölf Songs. Arbeitest du selber an den Texten und den Sounds mit?

Beim ersten Album wusste ich ja gar nicht, wo es hingeht, das war ja alles komplettes Neuland. Aber ja: Bei dem Feature „Mallorca da bin ich daheim“ mit DJ Mico aus der Schweiz haben mein Mann Peter und ich den Refrain geschrieben. Es ist dann so, dass man Ideen hat, und dann wird was draus gemixt und jeder, also auch mein Produzent, haut was in die Mitte und dann wird das geschüttelt.

Hast du einen Lieblingssong, und wieso?

„Mallorca da bin ich daheim.“ Aber ich muss sagen, ich hab jetzt einen neuen Song, „Endlich wieder Malle“, und der kristallisiert sich auch so zum Favoriten raus, der geht auch richtig ab.

Du hast ja bereits unter anderem mit Ikke Hüftgold, Lorenz Büffel und Stefan Stürmer zusammengearbeitet. Mit wem würdest du noch gerne einen Song aufnehmen?

Mit Oli P hätte ich gerne eine Nummer zusammen. Ich hab bei meinem Konzert „Flugzeuge im Bauch“ mit ihm performt, und das hat richtig Bock gemacht. Mit ihm würde ich gerne etwas Neues zusammen machen.

Du bist ja oft mit deinem „Mallorcastyle“ in ganz Deutschland unterwegs. Wird es nicht langweilig, immer die gleiche Show zu machen?

Nein, es wird nie langweilig. Es ist immer ein anderes Publikum da. Es gibt auch mal schlechte Tage, aber sobald ich vor der Bühne stehe und die Leute sehe, habe ich so Bock mit denen zu feiern und die glücklich zu machen. Ich bin froh, dass ich so einen Beruf machen darf.

Ich habe gelesen, dass du Sex gegen Lampenfieber hast, stimmt das?

Ja (lacht). Ich habe gesagt, ich kuschel immer viel mit meinem Mann, und dann entwickelt sich vielleicht mal was. Ähm ja, es ist mal so mal so, aber es ist wohl so, wie du es gelesen hast, es kann wohl mal passieren.

Du hast dich vor sechs Jahren aus der Porno-Szene zurückgezogen, dein Markenzeichen ist es trotzdem, leicht bekleidet auf der Bühne zu stehen. Was geht einem da eigentlich durch den Kopf, wenn man nackt vor hunderten Menschen performt?

Also ich denke mir manchmal schon so, es ist schon krass, vor so vielen Menschen nackt zu stehen, da mache ich mir auch nichts vor. Ich bin da auch nicht total abgebrüht oder es lässt mich alles total kalt. Das ist mir schon bewusst, dass das total heftig ist. Es gibt ja immer noch Menschen, die da total beschämt mit umgehen. Aber ich versuche, das Thema immer ganz locker und lustig zu behandeln, dass ich mich selber verarsche und sage: „Mein Gott, dann habe ich eben kleinere Brüste als die in der ersten Reihe.“ Ich versuche gerade den Frauen zu zeigen, dass wir alle so sind wie wir sind. Wir müssen uns nicht operieren lassen. Es muss nicht jeder nackt rumrennen, das ist nicht die Message, die ich sagen möchte. Es soll einfach jeder drauf scheißen, was der Nachbar sagt, und einfach sein Leben leben.

Ein Song von dir heißt „Nackt ist geil“. Trotzdem hört man immer wieder negative Stimmen bezüglich des Ausziehens – findest du, dass Deutschland noch sehr verkrampft mit den Themen Nacktheit und Sex umgeht?

Teilweise noch sehr oldschool. Obwohl ich das nicht verstehe. Die Generation meiner Eltern ist ja eher die Hippie-Szene gewesen, damals war das ja locker mit Nacktsein und Sexualität. Und die werden immer verkrampfter, habe ich das Gefühl. Ich glaube, es wird in der Gesellschaft leider auch oft so dargestellt, dass Frauen, die sich in der Öffentlichkeit ausziehen, automatisch nichts können – und das find ich immer so traurig. Das nervt einfach. Ich sag nicht, dass ich die ideale Sängerin bin, ich bin Entertainerin, ich mach Stimmung und die Leute machen mit. Und ich glaube, ich konnte in den letzten Jahren beweisen, dass es ankommt. Also ist das, was ich mache, doch angesagt, und nicht nur weil ich nackt bin, dann würden nicht so viele Mädels da sein und Jungs, die die Texte auswendig lernen.

Könntest du dir vorstellen, dich irgendwann nicht mehr auf der Bühne auszuziehen?

Also ich habe ja mittlerweile viele Auftritte angezogen, so rund 60 bis 70 Prozent. Der Rest ist nur noch nackt – so nachts in den Diskotheken ist das ja auch nicht schlimm. Aber bei den ganzen Straßenfesten tagsüber passt es nicht. Wenn Familien mit Kids da sind, passt es einfach nicht.

Worauf dürfen wir uns nächstes Jahr freuen? Mallorca-Aufritte, neue Songs und die erste Tour?

Also ich hab natürlich neue Songs am Start, ich bring ein neues Album raus. Nächstes Jahr scheppert’s. Dann Ende des Jahres ‚ne „Geile Zeit“-Konzert-Tour. Dann habe ich den Ballermann, die „Mallorca-Style“-Club-Tour und die Konzert-Tour. Die Konzerte gehen dann rund zwei Stunden, das neue Album wird präsentiert und die alten Songs. Viel mehr Bühnenprogramm und Outfitwechsel. Also viel mehr als das 45-Minuten Programm wie heute im „Index“.

Gibt es schon Pläne für die Zeit nach deiner Musikkarriere? Könntest du dir vielleicht sogar vorstellen, irgendwann mal wieder in deinen alten Beruf als Friseurin zurückzukehren?

Auf gar keinen Fall! Das ist ein wunderschöner Beruf und ich hab es nie bereut, den gemacht zu haben. Den Job wollte ich seit dem Kindergarten-Alter machen. Aber ich werde da nie wieder Fuß fassen. Wir haben schon vor, dass wir die nächsten Jahre erst mal Musik machen. Uns wird man nicht so schnell los.

Du bist ja gerade 30 geworden, nach Werne gezogen und bist seit 2009 verheiratet. Könntest du dir vorstellen, bald eine Familie zu gründen?

Nein, ich hab meine Familie, mein Mann ist meine Familie, und den habe ich jeden Tag dabei. Kinder passen gar nicht in unseren Lebensstil. Wir sind nur unterwegs, und wenn man Mama ist, sollte man das mit allem, was dazu gehört, sein. Aber wenn man auf Tour ist und das Kind zur Nanny abschiebt, ist es nicht so, wie man es haben möchte. Also in meiner Vorstellung von Familie.

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Die Meinung unserer Leser

8 Leserkommentare

1. | NohHGP | Sonntag, 25.12.2016 | 12:55 Uhr

„Frech, laut, sexy“ und nicht besinnlich im Kreise der Familie? Die Jugend von heute - Schade das an einem solchen Tag, die Diskotheken nicht geschlossen bleiben!!!

2. | auch ein Schüttorfer | Sonntag, 25.12.2016 | 14:01 Uhr

...stimmt leider... ich bin kein Freund übersentimentalen Weihnachtskitsches, aber das ist das allerletzte. Wir schaffen uns auch selbst - ganz ohne Salafisten, Dschihadisten oder ähnliche Verwirrte. "Hauptsache, Ihr habt Spaß " - na das wars dann wohl. Rudelsaufen mit 'ner trällernden Mallorcastripperin ? Ist das die Alternative? Dann lasst uns lieber Weihnachten komplett abschaffen statt es in den Dreck zu treten! Ach, pardon, dann hätten die ja alle keinen Spaß, sondern müssten arbeiten gehen....

3. | enaj11 | Sonntag, 25.12.2016 | 17:31 Uhr

jaja die wutbürger,statt sich über dinge zu freuen die sie selbst gerne machen, ärgert man sich über leute die heiligabend nicht zuhause vorm weihnachtsbaum sitzen und weihnachtslieder singen.ich bin froh in ein land leben zu dürfen in dem mir nicht vorgeschrieben wird was ich an welchen tag zu tun habe.vielfalt statt einfalt und einfach mal chillen.wünsche allen lesern hier ein frohes weihnachtsfest.

4. | Jan | Sonntag, 25.12.2016 | 17:52 Uhr

@enaj11: voll Zustimmung, danke!

5. | schuettorf schuettorf | Sonntag, 25.12.2016 | 18:10 Uhr

Hey Mädels Frohe Weihnachten


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