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Heidis Show ist mehr Schein als Sein

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Die Jury wartet auf die neuen Kandidatinnen (von links): Michael Michalsky, Heidi Klum, und Thomas Hayo. Foto: Richard Hübner/ProSieben|

„Ich habe heute leider kein Foto für dich.“ – Diesen Satz werden wir in den kommenden Wochen wieder öfter zu Ohren bekommen. Donnerstagabend um 20.15 Uhr startet die 12. Staffel „Germany‘s next Topmodel“ auf ProSieben.

Dieser Text ist von unserer Szene-Mitarbeiterin Sophie Menger (18 Jahre) verfasst worden.

Nordhorn. Heidi und ihre Mädels sind zurück. „Der Donnerstag wird wieder schön!“, mit diesen Worten wirbt ProSieben im Internet für den Staffelauftakt von „Germany‘s next Topmodel“ (GNTM) am Donnerstag. Zum 12. Mal beginnt Heidi Klums Suche nach dem „schönsten“ Mädchen Deutschlands. Jeden Donnerstag um 20.15 Uhr bekommen wir damit wieder das eine oder andere Fotoshooting, heftige Heulkrämpfe und natürlich jede Menge Zickenkrieg präsentiert.

Dieses Mal wieder an Heidis Seite: Creative Director Thomas Hayo, der seit 2011 ein bekanntes Jurygesicht sein dürfte, und Michael Michalsky, der bereits im Vorjahr GNTM-Luft schnupperte. Wie auch in den vergangenen Staffeln werden die Mädchen in viele verschiedene Städte der Welt reisen. Eine neue Regel soll dabei für noch mehr Stress und Druck sorgen: Nicht nur beim berühmt-berüchtigten Entscheidungs-Walk kann für die Kandidatinnen die Reise in das herbeigesehnte Modelleben zu Ende gehen. Neuerdings darf die Jury die Mädchen zu jeder Zeit aus dem Wettbewerb nehmen.

Heidis Models sind vor allem bei Jugendlichen ein Erfolg

Schon seit Wochen fiebert ProSieben auf allen sozialen Plattformen auf den Start der Staffel hin. Immer wieder werden Ausschnitte gezeigt und die neuen Kandidatinnen vorgestellt. Bereits vor dem Sendebeginn kann auf der Homepage über die Favoritin abgestimmt werden – ohne sie zuvor auch nur einmal im TV gesehen zuhaben. Es scheint, als sei vor Heidi und ihrer Show derzeit kaum ein Entkommen möglich.

Tausende, vielleicht sogar Millionen von jungen, pubertierenden Mädchen werden ab dem 9. Februar wieder jeden Donnerstagabend vor dem Fernseher verbringen. Viele von ihnen werden vermutlich neidisch die mageren Körper der vermeintlichen Models betrachten und von solch einer Reise mit Heidi träumen. Dass das dort präsentierte Bild von Schönheit nicht der Realität entspricht und oft eine Folge von hungern ist, wird in der Show in keiner Weise erwähnt. Wundert es uns daher, dass laut einer Statistik mehr als 35 Prozent der Mädchen im Alter von 16 Jahren Anzeichen einer Essstörung aufweisen?

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Mit edlen Haute Couture-Kleidern warten die „Topmodel“-Anwärterinnen Backstage auf ihren großen Auftritt. Können sie Heidi Klum überzeugen und bekommen ein Ticket für die große GNTM-Reise ans Mittelmeer auf ein Kreuzfahrtschiff? Foto: Richard Hübner/ProSieben|

Die „Topmodel-Mama“ Heidi selber wird, wie in jedem der vergangenen Jahre, kaum zu sehen sein. Wozu sonst hat sie männliche Unterstützung!? Falls die Zuschauer dann doch einen Blick auf sie erhaschen dürfen, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Döner essend an der Kamera vorbeilaufen und von dem stressigen Modelalltag und ihrer schrecklich ungesunden Ernährung berichten. In der Zwischenzeit muss sich der Zuschauer mit dem bunt gemischten Haufen der „Möchte-gern-Models“ und den beiden männlichen Juroren begnügen. Während die Truppe von 31 Mädchen von einem Hoch in das nächste Tief stürzt – Tränen sind vorprogrammiert – werden wohl der flirtliebende Artdirector Hayo und der in Göttingen geborene Modedesigner alles geben, um für ihre geliebten Schützlinge da zu sein.

Ob die gezeigte Zuneigung auch der Wahrheit entspricht, das sei dahingestellt. Schließlich fassen die beiden Juroren ähnliche Ziele ins Auge wie ihre Kandidatinnen. Aufmerksamkeit, Erfolg und möglichst auch im nächsten Jahr ein gemütliches Plätzchen neben Heidi auf der Jurorencouch – ein inszeniertes Lächeln in die Kamera und ein paar liebevoll aufmunternde Worte können da natürlich nicht schaden. Es ist kein Geheimnis, dass Heidi Klum immer Mal wieder mit wechselnden Juroren versucht, am alten Erfolg anzuknüpfen und es gleichzeitig zu neuer Spannung bringen will. Eines ist klar: Das was in dieser 12. Staffel passieren wird, hat es vermutlich in einer ähnlichen Form schon elf Mal gegeben. Das Gerüst der Show ist und bleibt das gleiche.

Nach dem Finale lässt der Erfolg oft auf sich warten

Tränen fließen und Träume zerplatzen, dem einen oder anderen erfahrenen Zuschauer wird sich die Frage stellen: Warum diese Aufregung? Denn Gewinnerin bei GNTM zu werden, heißt nicht automatisch, den Sprung in die Welt der erfolgreichen Models geschafft zuhaben. Von vielen der ehemaligen Siegerinnen hören wir heute kaum noch etwas. Doch ab und an begegnen wir ihren Gesichtern im Dschungelcamp“ oder bei Shows wie „Let’s Dance“. Als eine steile Modelkarriere kann man dies nicht bezeichnen.

Der Schein trügt also: Nicht alle Kandidatinnen haben die Absicht, es auf die Laufstege der Welt zu schaffen. Vielmehr als stillen Ruf nach Aufmerksamkeit könnte man so manche Bewerbung in Klums Show sehen. Wer es dann doch auf das Cover der „Cosmopolitain“ geschafft hat, dem winkt ein Vertrag bei Heidis Vater Günther Klum. Doch dieser (Knebel-)Modelvertrag bei der Agentur ONEeins Management birgt – wie schon oft gehört – nicht nur Vorteile. Jüngstes Beispiel ist Elena Carriere, die im vergangenen Jahr Zweitplatzierte wurde. Mit der Kündigung ihres Vertrags zählt sie nun zu einer Vielzahl ehemaliger Kandidatinnen, die sich rasch ein neues Management suchten.

GNTM ist provozierend, zugleich unterhaltsam und nicht mehr aus den Köpfen der Jugend wegzudenken. Wer die Wettbewerbsshow rund um die Fashion- und Modewelt gerne guckt, sollte das dort inszenierte Bild von Schönheit nicht zu ernst nehmen. Auch der versprochene Erfolg der Siegerin ist mehr Schein als Sein. Zur reinen Unterhaltung an einem gemütlichen Abend ist die Show von „Topmodel-Mama“ Heidi jedoch sicherlich geeignet.

Bei einem Glas Sekt und etwas Süßem – muss man ja nicht selber in einem durchsichtigen Bikini den Laufsteg entlang stolzieren – lässt es sich mit einigen Freundinnen bei „Germany’s next Topmodel“ gut aushalten. Schließlich gibt es genügend TV-Zickereien über die gemeinsam bestens gelästert werden kann.

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