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Gedenkstätte für „Moorsoldaten“ eingerichtet

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Eine Skulptur erinnert an das Schicksal der Moorsoldaten in den Emslandlagern. Foto: Eden

Es ist über 80 Jahre her, dass das Emslandlager Börgermoor gebaut wurde. Nun gibt es einen neuen Erinnerungspunkt an die damaligen Gräuel.

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31.10.2016 Erinnerungspunkt Neubörger
Surwold: Nun wurde eine neuer Erinnerungspunkt in Gedenken an das frühere Lager Börgermoor eingerichtet.

Surwold. Es war der Ort, an dem der Gefangenenchor des „Lagers I Börgermoor“ am 27. August 1933 erstmals das „Moorsoldatenlied“ sangen. Über 70 Jahre nach dem Ende der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten wurde jetzt für rund 86.000 Euro ein würdiger Erinnerungspunkt geschaffen, der an die Gräueltaten im ersten Konzentrationslager (KZ) erinnern soll. Am Freitag würdigten zahlreiche Gäste die offizielle Fertigstellung des Vorhabens. Die ortsansässigen Schulen sollen den Ort künftig mit Leben füllen.

Als wesentliche Elemente dienen eine überdimensionale Glaswand mit einer historischen Aufnahme über das damalige Barackenlager und eine Holzstatue des Bildhauers Stefan Hempen. Drei Infotafeln, ein Beet und zwei Bänke wurden angeordnet. Die Ingenieurin für Medientechnik Christina Dresen schuf eine Möglichkeit, dass das Lied der Moorsoldaten an diesem Ort jederzeit per Handy hörbar ist. Dabei wäre der Standort des Lagers nach Worten des emsländischen Landrats Reinhard Winter fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Denn die Lagerbaracken wurden in den 1960er Jahren abgerissen.

Nach der Machtübernahme Hitlers wurde das Lager als erstes von insgesamt 15 Lagern im Emsland von den ersten 90 KZ-Häftlingen errichtet. „Mit Beginn der Bauarbeiten trafen am 21. und 22. Juni 1933 die ersten Häftlingstransporte ein“, so Winter. Die späteren Insassen mussten somit ihr eigenes Gefängnis errichten, das Anfang August 1933 für eine Kapazität von 1000 Häftlingen fertiggestellt wurde. Etwa neun Monate später übernahm die Justizverwaltung das Lager und nutze es für 1500 Strafgefangene. 1944 wurden dort 600 sogenannte Nacht- und Nebelgefangene festgesetzt.

Nach dem Krieg war der Ort zunächst als vorübergehender Anlaufpunkt für Flüchtlinge vorgesehen. Später diente das ehemalige KZ bis in die 1960er Jahre erneut als Strafgefangenenlager, bevor schließlich der Abriss erfolgte. Erst in den 1980er Jahren wurden Fragen über die Geschichte der Emslandlager immer lauter, sodass man in Börgermoor einen Gedenkstein und später auch eine Gedenktafel aufstellte. Doch der Zahn der Zeit nagte an diesem kleinen Fleck, der als Ort des Gedenkens immer unwürdiger wurde.

Wunsch nach würdiger Erinnerungsstätte

Vor acht Jahren formulierte die Gemeinde Surwold nach Worten von Bürgermeisterin Andrea Schmidt schließlich das Ziel, dort eine würdige Erinnerungsstätte zu schaffen. Mit der Aufnahme der Kommune ins Dorfernerungsprogramm erhielt der Wunsch nachhaltige Unterstützung, denn der zu diesem Zweck gebildete Arbeitskreis Dorferneuerung nahm das Vorhaben in den Maßnahmenkatalog auf.

„Es ist gut, dass wir an diesem authentischen Ort einen Ort des Erinnerns schaffen konnten“, sagte Samtgemeindebürgermeister Stefan Eichhorn. Denn auch er habe während seiner Schülerzeit in den 1990er-Jahren das düstere Kapitel der Emslandlager im Rahmen des Geschichtsunterrichts kennengelernt. „Wir waren mit unserer Klasse im damaligen Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager in Papenburg. Bei den früheren Standorten der KZ in Börgermoor und Esterwegen erinnerte allerdings kaum noch etwas an die Zeit“, so Eichhorn weiter.

Dr. Peter Fischer vom Vorstand der Gedenkstättenstiftung Esterwegen zeigte sich sehr gerührt vom neu geschaffenen Erinnerungspunkt. „Es ist zwar ein kleiner Ort, jedoch ein wichtiger Ort“, so Fischer. Denn in dieser Kleinheit werde in Zeiten von zunehmender Ignoranz ein Spiegel der Pflicht des Erinnerns aufzeigt. Zum Abschluss besiegelten Schmidt, Andreas Depping (BBS Johannesburg) und Oliver Grot (Oberschule Börgermoor) eine Kooperation. Die sieht vor, dass sich die örtlichen Schulen sowohl inhaltlich sowie tatkräftig durch die Pflege mit dem neuen Erinnerungspunkt befassen.

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