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Dortmunder holt sich „Bentheimer Bürste“

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Preisvergabe. Foto: Julia Henkenborg
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  • Preisvergabe. Foto: Julia Henkenborg
  • Moderator Florian Wintels. Foto: Julia Henkenborg
  • Sieger des Abends: Björn Rosenbaum aus Dortmund. Foto: Julia Henkenborg
  • Gitarrist Paul Driessen und Musiker „Leider nur Frank“ auf der Bühne. Foto: Julia Henkenborg

Klatschen, Gelächter, Gegröle ... der 30. „Wortwahl Poetry Slam“ in Bad Bentheim hatte am Samstag viel zu bieten. Der Preis, die „Bentheimer Bürste“ holte sich schließlich ein Poet aus Dortmund.

Dieser Text ist von unserer Szene-Mitarbeiterin Julia Henkenborg (19 Jahre) geschrieben worden.

Bad Bentheim. Der Saal ist voll, es gibt keinen einzigen freien Platz mehr im „Treff 10“. Gitarrist Paul Driessen sitzt auf der Bühne und spielt. Der Moderator des Abends, Florian Wintels, schreibt die Namen der Teilnehmer des 30. Wortwahl Poetry Slams in Bad Bentheim an eine Tafel: Das Los entscheidet die Reihenfolge, in der sie am Abend ihre Texte zum Besten geben werden.

Trotz Zugverspätungen beginnt der Abend pünktlicher als erwartet. Nur eine Handvoll der Zuschauer war noch nie bei einem Wortwahl Poetry Slam. Florian Wintels erklärt die Regeln, bevor er das Mikrofon an den Sänger und Songwriter „Leider nur Frank“ aus Münster abgibt, der dieses Mal das Publikum auf die Texte einstimmt. Dann folgt die erste Dichterin des Abends, Leticia Wahl aus Magdeburg. Immer, wenn sie ihre Arme hochreißt, schreit das Publikum „Es ist so scheiße“ und Leticia vollendet den Satz. Dann performt sie ein Liebesgedicht an sich selbst, in dem es um Selbstzweifel geht und regt das Publikum zum Nachdenken an. 25 Punkte.

Eigentlich wäre nun Michael Heide aus Köln an der Reihe, doch er sitzt noch immer in seinem Zug fest, weshalb Valerio aus Langental das Mikrofon übernimmt. In seinem witzigen Text berichtet er über seinen Zivildienst in einem Flüchtlingsheim und über ein Gespräch mit Flüchtlingen, in dem er etwas falsch verstanden hat und es deshalb zu einem Missverständnis kam. Das Publikum ist begeistert. 25 Punkte.

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„Leider nur Frank“ stimmte das Publikum auf die Texte ein. Foto: Julia Henkenborg

Während Valerios Performance erreicht Michael Heide den „Treff 10“ und besteigt die Bühne. Er hat über die Bedeutung von Buchstaben und deren feste Verankerung im Alphabet nachgedacht und analysiert, warum sie genau an dieser Stelle stehen. Das Resultat ist seine Parabel vom Beginn des Lebens bis zu seinem Ende. Nach anfänglicher Skepsis ist das Publikum überzeugt: 26 Punkte.

Nun folgt eine Teilnehmerin, die zuvor auch an dem vorangegangenen Texter-Workshop teilgenommen hat. Die Grafschafter Schülerin Raluca trägt ihren Workshop-Text über Helden vor. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Helden, der Superkräfte hat, sondern vielmehr um jemanden, der alles ausspricht, was er denkt und alle Fragen ehrlich beantwortet, auch wenn die Wahrheit für das Gegenüber unangenehm ist. Das Publikum ist überrascht. 22 Punkte.

Der nächste Poet ist KO aus Gildehaus. In seinem Text geht es um das Älterwerden, insbesondere um die Vierzigjährigen. Immer wenn er seinen Arm in die Höhe reckt, soll das Publikum ein mitleidiges „Ooohhhhh“ ausrufen. Verpackt ist das Ganze in einer fiktiven Person, Balthasar Peter, der in einer Selbsthilfegruppe seine Probleme mit dem Älterwerden schildert. Das Publikum ist amüsiert, die Meinungen jedoch gespalten. 24 Punkte.

Nach einer kurzen Pause gibt „Leider nur Frank“ noch einmal etwas zum Besten, bevor es mit dem jungen Künstlerduo „Der Weg der Gnade“, den wohl jüngsten Teilnehmern des Abends, Anna und Lu, weitergeht. Ihr Text befasst sich damit, dass auch Kinder wissen, wie man die Welt verändern kann, man ihnen aber kein Gehör schenkt. Das Publikum ist überrascht, mit so einem Text von zwei so jungen Poetinnen hätten sie nicht gerechnet. 25 Punkte. Björn Rosenbaum aus Dortmund hat einen Text über die Schnelligkeit des Lebens und die immer größer werdenden Erwartungen an sich selbst und die Erwartungen aus dem eigenen Umfeld dabei. Das Publikum hört gar nicht mehr auf zu lachen, zu klatschen und zu schreien. 29 Punkte.

Als letzte Poetin des Abends betritt Julie aus Suddendorf die Bühne. Sie hat ebenfalls an dem Workshop teilgenommen und trägt einen sehr selbstkritischen Text vor, darüber, was sie alles nicht ist und was sie gerne wäre oder eben auch nicht gerne wäre. Das Publikum fühlt sich angesprochen, jeder kann sich wiedererkennen. 25 Punkte.

Nun geht es in das Finale. Da die Wertungen alle sehr eng beieinanderliegen, gibt es sechs Finalisten. Doch da Anna und Lu unter 16 Jahre sind, dürfen sie nach zehn Uhr nicht mehr auf einer Bühne stehen und können leider nicht am Finale teilnehmen. Auch Julie nimmt nicht daran teil, da sie keinen zweiten Text dabei hat.

Also tragen nur Leticia, Valerio, Michael und Björn noch einmal einen ihrer Texte vor. Diesmal schildert Björn in seinem Text sehr lebhaft eine Handy-Konversation, die er in der Straßenbahn verfolgen musste. Bis er sich schließlich selbst mit in die Unterhaltung eingemischt hat. Lautes und anhaltendes Klatschen, Trampeln und Jubelrufe. Der Gewinner des Abends steht somit unüberhörbar fest: Björn Rosenbaum aus Dortmund hat den 30. „Wortwahl Poetry Slam“ und damit auch die begehrte „Bentheimer Bürste“ gewonnen.

Der nächste Wortwahl Poetry Slam in Bad Bentheim findet am 20. Mai statt.

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