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11.02.2017, 18:09 Uhr

Zweimal Silvester? Ja, in China!

Hauke Damaschke aus Nordhorn verbringt ein Jahr in China. Dieses Mal berichtet er in GN-Szene vom chinesischen Neujahrsfest.

Zweimal Silvester? Ja, in China!

Beim Essen mit der Familie. Im Vordergrund sind Hauke und sein „Gast-Opa“ zu sehen. Foto: privat

Von Hauke Damaschke

Diesen Text hat Hauke Damaschke (16 Jahre) für GN-Szene verfasst.

Nordhorn. Während in China Weihnachten kaum oder eher gar keine Bedeutung hat, gilt Chinesisch Neujahr (Frühlingsfest) als der wichtigste chinesische Feiertag. Das kalendarische Neujahr wird in der Schule ein wenig gefeiert. Am letzten Schultag, 30.12.2016, war kein normaler Unterricht. Vormittags haben wir Filme geguckt und für den Nachmittag hatten einige Klassenkameraden in dem gut geschmückten Klassenraum ein Unterhaltungsprogramm entworfen. Dieses war gefüllt mit Gesang, ein paar Runden „Reise nach Jerusalem“ und Ähnlichem. Am Ende des Schultages wurden noch Wichtelgeschenke ausgetauscht. Am 31. Dezember hatte meine Familie kein Silvester gefeiert, allerdings haben meine Klassenkameraden in unserer WeChat-Gruppe (ein ähnliches Programm wie WhatsApp) für ein wenig Unterhaltung gesorgt und nach 0 Uhr haben sie dann 红包 (hóngbāo = roter Umschlag [kleiner Umschlag mit Geld drin]) verschickt. Der erste Schultag im neuen Jahr (2. Januar) war frei, damit die Schüler ausschlafen konnten.

Infos zu Chinesisch Neujahr

Traditionell wird das Chinesisch Neujahr, das dieses Jahr auf den 28. Januar gefallen ist (das Datum hängt vom Mondkalender ab), größer gefeiert. An den Tagen rund um das Fest (27. Januar bis 3. Februar) kommt die ganze Familie zusammen und isst gemeinsam, besonders beliebt an dem Fest sind 饺子 (jiǎozi = chinesische Maultasche). Außerdem gucken alle gemeinsam den ganzen Abend TV-Shows, unterhalten sich und die Kinder kriegen 红包 (hóngbāo = roter Umschlag [kleiner Umschlag mit Geld drin]) geschenkt. Normalerweise gibt es auch noch ein Feuerwerk, allerdings wurden dieses wegeb der Luftverschmutzung in Peking verboten. Trotz allem hörte man schon ein paar Tage vorher – und nachher – Knaller auf dem Land, in Peking allerdings auch und ich habe selbst auch ein paar angezündet.

Mein Neujahr

Ein paar Tage vor dem Chinesisch Neujahr war ich aufs Land (nördlich von Peking) gefahren. Dort war schon früh Feuerwerk zu hören, dementsprechend groß war meine Vorfreude auf das Fest. Bevor es dann aber soweit war, besuchte ich noch mit meiner Gastfamilie einen Eisskulpturenpark. Am 27. Januar ging es zurück nach 北京 (Peking) wo wir am Abend bei den Großeltern mit ein paar Verwandten Neujahr gefeiert haben. Als alle angekommen waren, gab es die erste Runde Essen. Nach dem Essen wurden am Fernseher Filme von alten Silvesterfeiern angeguckt. Als wir damit durch waren, wechselten wir auf eine Neujahrsshow, die von vielen Chinesen verfolgt wird. Am späteren Abend gab es dann die zweite Mahlzeit, die 饺子. Danach haben wir weiter die Neujahrsshow verfolgt und uns unterhalten. Währenddessen habe ich von meinen Gastgroßeltern einen 红包 geschenkt bekommen. Kurz vor Mitternacht haben wir uns auf dem Weg nach Hause gemacht, wodurch ich den „Jahreswechsel“ im Auto miterleben durfte und deutlich weniger Feuerwerk am Himmel sah als erwartet. Am nächsten Tag war ich mit meiner Gastfamilie in einem kleinen aber feinen Freizeitpark: Wir sind Achterbahn gefahren und haben verschiedene Snacks probiert. Die darauf folgenden Tage verbrachte ich viel Zeit mit meiner Familie. Wir waren häufig mit Verwandten essen.

Kurz und knapp hat das Chinesische Neujahr ein paar Ähnlichkeiten zum deutschen Neujahr, aber die Bedeutung in China ist viel größer. Neujahr ist ein Fest, wo die ganze Familie zusammenkommt und alle gemeinsam viel Spaß haben. Es wird sehr viel gegessen, die Straßen werden geschmückt, es wird Feuerwerk gezündet und es werden viele Geschenke verschenkt, man kann es also als Kombination aus Weihnachten-Neujahr verstehen.

Zu guter Letzt bleibt mir nur noch zu sagen: „新年快乐!“ (Xīnnián kuàilè = Frohes neues Jahr) und somit allen Lesern ein frohes neues Jahr des Feuer-Hahns zu wünschen.

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Hauke Damschake feiert Neujahr in China

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