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The Expendables 2: Stumpf ist Trumpf

Im GN-Szene-Sehtest: Silvester Stallone und Co. retten die Welt

Alle Mann in Deckung, Frauen und Kinder zuerst, denn ein Haufen Haudegen um Silvester Stallone rettet die Welt. Die Details der Handlung: Krachwumm, rattatatatt, Peng Peng, Dotz, Rumms Bumms. Von Fridtjof Meyer-Glauner.

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Das Rezept ist brachial wie simpel: Man versammelt einfach ein paar Veteranen des Action-Kinos (wie Silvester Stallone, Jet Li, Dolph Lundgren, Jason Statham) und lässt die dann auf die Welt los. 2010 sorgte in „The Expendables“ die Söldnertruppe um Barney Ross (Silvester Stallone) für Recht und Ordnung, indem sie böse Buben über den Haufen ballerte. Und „The Expendables 2“ von 2012 macht da einfach ungerührt weiter. Die hier präsentierte Weltanschauung ist entsprechend schlicht, die Story ziemlich Banane, irgendwas mit Plutonium, das Jean-Claude Van Damme in der Rolle des Bösewichts verticken will und dabei, kein Scheiß, Jean Vilain heißt. Der fiese Möpp hat zudem auch einen von Stallones Kumpanen auf dem Gewissen, das schafft quasi den emotionalen Überbau und fertig ist die Laube. Mehr braucht es ja auch eigentlich nicht als Anlass für Krawall und Remmidemmi.

Krawall und Remmi-Demmi

Jean-Claude Van Damme als besagter Jean Vilain kommt ziemlich cool rüber, dann sind auch noch mit dabei: Arnold Schwarzenegger, der fortwährend aus den Filmhits seiner Karriere zitiert („Ich bin zurück!“), ein tiefenentspannter Bruce Willis sowie Chuck Norris, der zwischendurch immer wieder mal auftaucht, um die Kollegen aus der Patsche zu retten. Das wirkt alles zwar nicht wirklich stringent oder gar intelligent, ist aber so plump, dass es schon wieder ziemlich gut, weil ziemlich lässig ist. Und nostalgisch sowieso: Irgendwie freut man sich ja schon, die alten Pappnasen in ihren angestammten Biotopen wiederzusehen. Aber ein bisschen schmerzt es auch, die Pappnasen so gealtert zu sehen. Vor allem die Ikone Schwarzenegger trägt mit den selbstreferentiellen One-Linern ziemlich dick auf und wirkt dabei alles andere als cool.

Der Trailer:


Dasselbe gilt für die drastische Gewaltdarstellung. „The Expendables 2“ ist als geschnittene Version mit einer Altersfreigabe ab 16 zu kaufen und noch in einer Version ab 18. Die 16er ist, nun ja, eben geschnitten. Wenn man die 18er sieht, weiß man aber auch warum. Blut und Körperteile fliegen in schlimmster Rambo IV-Manier durch die Luft und Gegend. Das wirkt nicht zuletzt auch deshalb ziemlich fragwürdig, weil derlei Driss auch noch mit möchtegern-coolen Sprüchen garniert wird („Blute in Frieden.“). Bei aller Liebe und Verständnis zum geistfreien Geballer: Sollte man darüber lachen? Eher nicht. Bereichert das den Film oder das Gesamterlebnis? Nicht wirklich.

Die Technik der Blu-ray geht größtenteils in Ordnung. Erwähnenswert ist das recht körnige Bild, was als Stilmittel zwar so gewollt, aber eventuell nicht jedermanns Sache ist. Der Sound kriegt eine sehr gute Wertung, weil er das Heimkino zittern lässt und selbst im gröbsten Actiongewitter sämtliche Satzfetzen einwandfrei zu verstehen sind. Die Extras punkten mit einer Dokumentation über das Action-Kino der 80er Jahre.

Fazit: „The Expendables 2“ atmet den Geist bzw. die Geistlosigkeit des schießfreudigen und gewalttätigen 80er-Jahre-Körperkinos und ist dementsprechend ein moralisch höchst fragwürdiger Film, der Spaß machen soll und es meistens sogar tut. Sympathiepunkte gibt es für die Rückkehr der alten Haudegen, Abzüge für bisweilen doch arg Platte Sprüche, Attitüde und die überzogene Gewaltdarstellung.

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9 Kommentare zu: The Expendables 2: Stumpf ist Trumpf

C. Fox | Donnerstag, 07. März 2013 | 09:10
Der erste war schon übel, wie wird da erst der zweite sein? Ich werde es mir garantiert nicht noch einmal antun.
Peter Franken | Donnerstag, 07. März 2013 | 11:28
Silvester Stallone und Co. Eure Zeit scheint vorbei zu sein.
Gute Filme brauchen eine gute Story. Leider glaubt man in Hollywood das man gute Filme macht, wenn man nur bekannte Namen hat. Meine Bewertung: 1 von 5 Sternen
Jack Sparrow | Freitag, 08. März 2013 | 15:20
Gute Filme sind die, die Geld bringen...
Und klar, der Film ist stumpf, aber das ist ja auch gewollt. Und darin ist er auch gut, sehr gut....
5 von 5 Sternen, er hat meine Erwartungen erfüllt
C. Fox | Freitag, 08. März 2013 | 16:16
Wieviel Sekunden hat A. Schwarzenegger im 2. Teil mitgespielt?
Im ersten Teil habe ich ihn verpasst da ich mal kurz zur Toilette musste...

Klar wem es gefällt, auf jeden Fall, das respektier ich.
Es kann nicht jeder alles mögen.
Anna Lühse | Freitag, 08. März 2013 | 21:14
Ich weiß nicht, wessen Zeiten vorbei sind. Der Film hat bis jetzt ca. 3,1 Mio eingespielt. Und wenn die Hobbit-Generation von heute damit nicht umgehen kann, dann können wir, aus der Terminator-Generation, nichts dagegen tun. Aber was soll's. Früher standen wir auf Schwarzenegger und McQuade, den einsamen Wolf. Heute stehen Sie eben auf Justin Biber und Puh den Bären. Ist ok. So langen sie sich wohl fühlen, kommen wir alle zusammen.

Is nu ma so ...

Yippie Yah Yeah Schweinebacke I'll be back ....
Anna Lühse | Freitag, 08. März 2013 | 21:17
@ Jack Sparrow

Genau deswegen habe ich den Film gesehen. Er ist stumpf und ich komme aus dem Kino und muss nicht über irgendwelche sozialen Konflikte nachdenken.

Die wurden zu meiner vollsten Zufriedenheit gelöst. ...
Anna Lühse | Samstag, 09. März 2013 | 08:40
301 Millionen natürlich. :-)
Dan Bardo | Freitag, 15. März 2013 | 09:28
Eine Gesellschaft, die sich solche Filme anschaut...?!
Nun die hat in der Tat versagt...irgendwas stimmt doch mit den Menschen nicht ?
Kann dem Krieg wahrlich nichts unterhaltsames abgewinnen, während auf der Welt soviel wahres Leid herrscht.
Aber dafür haben wir keine Zeit, wir müssen ja ins Kino !!
Anna Lühse | Samstag, 16. März 2013 | 08:17
@BD Welchen Krieg ? Bei "The Expendables" ?
Wenn Sie Kriegsfilme sehen wollen, dann nehmen Sie doch das deutsche Fernsehen. Dort wird schon wieder ein Film über den zweiten Weltkrieg gezeigt. Davon können wir scheinbar nicht genug bekommen.
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