Dortmund (dpa) - Mit angeschwollenem Knöchel und schlechter Laune humpelte der Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels wortlos aus dem Stadion. Das Pech des eigentlich unverzichtbaren Leistungsträgers nur eine Woche vor dem Champions-League-Finale gegen den FC Bayern schlug auch dem Trainer aufs Gemüt.
Mehr noch als das 1:2 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim. „Unser größtes Problem heute ist die Verletzung von Mats Hummels“, gestand Jürgen Klopp, „bis zum Champions-League-Finale sind es nur sieben Tage - das wird richtig eng.“
Der noch vor dem Spiel geäußerte Trainerwunsch, dass alle Spieler den sportlich eigentlich bedeutungslosen Bundesliga-Kehraus unbeschadet überstehen mögen, blieb unerfüllt. Wie schwer der Knöchel von Hummels in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollten medizinische Aufnahmen im Verlauf des Sonntags klären. Zumindest die erste Diagnose des Mannschaftsarztes noch in der Kabine machte Klopp Hoffnung: „Der Doc hat gesagt, dass es auf jeden Fall eine Chance für Mats gibt zu spielen.“
Die Aufregung des Fußball-Lehrers über die beiden späten Elftmetertreffer von Sejad Salihovic (77./82. Minute) und den wegen einer Abseitsstellung von Robert Lewandowski verweigerten Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit hatte sich schnell gelegt. Schon auf der Heimfahrt begann für ihn die Vorbereitung auf das größte Spektakel seiner bisherigen Trainerkarriere. „Wir werden unsere Schäfchen zählen, in den nächsten Tagen trainieren und am Samstag in London unser Champions-League-Gesicht zeigen.“
Das wird auch nötig sein, um gegen die zuletzt beängstigend souveränen Bayern bestehen zu können. Denn sowohl beim durchwachsenen 3:3 in Wolfsburg am zweitletzten Spieltag als auch beim enttäuschenden 1:2 gegen Hoffenheim blieben viele Wünsche offen. Beide Auftritte taugten nicht als Mutmacher für den ultimativen Saisonhöhepunkt. Der in der hektischen Schlussphase für den vom Platz gestellten Roman Weidenfeller ins BVB-Tor beorderte Kevin Großkreutz versprach bei „Liga total“ jedoch Besserung: „Im Champions-League-Finale werden wir einen anderen BVB sehen.“
Die bereits vierte Heimschlappe konnte die Vorfreude der Fans auf Wembley jedoch nicht trüben. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“, schallte es durch das größte Bundesliga-Stadion, als die von Kapitän Sebastian Kehl angeführte Mannschaft sich nach dem Schlusspfiff für die Unterstützung während der Saison bedankte. Das Schlusswort von Kehl ging gar im Jubel des Dortmunder Anhangs unter: „Wir hoffen, dass wir am Sonntag mit dem Cup nach Hause kommen.“
Auch Torschütze Robert Lewandowski (6.) schaltete binnen Minuten in den Champions-League-Modus. Die Aussicht auf das Spektakel tröstete den polnischen Nationalspieler darüber hinweg, dass der Leverkusener Stefan Kießling mit seinem Last-Minute-Treffer beim Hamburger SV im Kampf um die Torjäger-Kanone am Ende denkbar knapp vor ihm lag. „Kein Problem. Vielleicht versuche ich es in der kommenden Saison noch einmal“, kommentierte Lewandowski. Bei welchem Club ließ er jedoch offen.
Indianapolis (dpa) - Die Indiana Pacers haben zum ersten Mal seit neun Jahren ein Conference-Finale in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA erreicht. Die Pacers gewannen in Indianapolis das sechste Playoff-Spiel gegen die New York Knicks mit 106:99.
Die „best-of-seven“-Serie endete damit 4:2. Mit 25 Punkten war Lance Stephenson der herausragende Werfer beim Sieger. In der Verteidigung war an Center Roy Hibbert (21/12 Rebounds/5 Blocks) kaum ein Vorbeikommen. Auf Seiten der Knicks kam Carmelo Anthony gar auf 39 Punkte, doch die Wurfquote des gesamten Teams war einfach zu schwach.
Die Pacers treffen im Kampf um den Einzug ins NBA-Finale auf Titelverteidiger Miami Heat. Im zweiten Halbfinale stehen sich die San Antonio Spurs und die Memphis Grizzlies gegenüber.
Stockholm (dpa) - Die Schweiz ist nur noch einen Sieg von einer der größten Sensationen in der Eishockey-Geschichte entfernt. Dank eines 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)-Sieges über die USA erreichten die Eidgenossen das Finale der Weltmeisterschaft und spielen nun gegen Gastgeber Schweden um Gold.
Das Überraschungsteam von Ex-DEL-Coach Sean Simpson, das seine unglaubliche Rekordserie auf neun Siege in allen bisherigen neun WM-Spielen ausbaute, greift am Sonntag in Stockholm nach seinem ersten WM-Titel. Das Schweizer Happy End können nun nur noch die Schweden verhindern, die Finnland im Halbfinale ebenfalls 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) besiegt hatten.
Nino Niederreiter (31. Minute), Julian Walker (51.) und Reto Suri (60.) sorgten für den verdienten Erfolg über die USA und damit das erst zweite Finale einer Schweizer Nationalmannschaft in der WM-Geschichte. Zugleich haben die Eisgenossen ihre erste Medaille nach 60-jähriger Durststrecke - 1953 holt das Team Bronze - sicher.
Von den Amerikanern, die im Viertelfinale noch Titelverteidiger und Rekordchampion Russland mit 8:3 demontiert hatten, ließ sich die Truppe von Simpson nicht einschüchtern - im Gegenteil: Wie schon bei ihren zum Teil furiosen acht Erfolgen zuvor waren die Schweizer das dominante Team, zeigten gegen die NHL-Stars aus den USA bärenstarke Spielzüge und hätten bei einer besseren Chancenverwertung schon früher komfortabel führen können. Doch erst Niederreiter brach nach einem Puckverlust der Amerikaner den Bann. Walker sorgte für die Vorentscheidung, ehe Suri spät ins leere Tor zum Endstand traf.
Bei den Schweden stach ein NHL-Trio heraus: Doppeltorschütze Loui Eriksson (11./37.) sowie die Zwillingsbrüder Daniel und Henrik Sedin. Letzterem gelang wie dem Schweizer Walker kurz vor Schluss ein Treffer ins leere Tor (60.). Die Skandinavier wussten, bei wem sie sich für den Einzug ins erhoffte Heim-Finale zu bedanken hatten. „Die Sedins machen den Unterschied“, unterstrich Trainer Pär Mårts. „So wie die spielen, geben sie unserem Team sein Selbstvertrauen.“
Die beiden Stürmerstars von den Vancouver Canucks sammelten gegen Finnland fünf Scorerpunkte - ihre Anreise nach dem Aus in den NHL-Playoffs hat sich jetzt schon bezahlt gemacht. Vor allem in Überzahl sind beide eine Klasse für sich, die Treffer von Eriksson bereiteten sie mustergültig vor. „Jetzt haben wir ein richtig gefährliches Powerplay“, sagte Henrik Tallinder. „Das hatten wir nicht, bevor die Zwillinge hier aufschlugen.“
Die Schweden nahmen mit dem Sieg Revanche für die bittere 1:6-Niederlage im WM-Endspiel 2011 gegen Finnland. Die Suomis haben nun am Sonntag wenigstens noch die Chance, mit einer Medaille ihre Ehre nach der Pleite vom Vorjahr zu retten. 2012 hatten die Finnen in Helsinki Edelmetall verpasst. Die Schweden waren bei der WM, die wie in diesem Jahr in den beiden nordischen Ländern ausgespielt worden war, sogar im Viertelfinale gescheitert.
Köln (dpa) - Holger Stanislawski hat die Konsequenzen aus dem verpassten Aufstieg beim 1. FC Köln gezogen und wird nach Saisonende überraschend als Trainer bei dem Fußball-Zweitligisten zurücktreten.
Der Club habe dem Wunsch des Coaches „nach intensiven Gesprächen“ um Auflösung seines Vertrages zum 30. Juni entsprochen, teilten die Rheinländer vor dem letzten Spieltag mit. Zuvor hatte die Zeitung „Express“ über diesen Schritt berichtet.
Stanislawski hatte das Amt von Interimstrainer Frank Schaefer vor dieser Saison übernommen, war allerdings an der Mission direkter Wiederaufstieg gescheitert. „In den entscheidenden Spielen zum Ende der Saison konnte ich nicht das Maximum aus der Mannschaft herausholen“, sagte er selbstkritisch. „Mit meiner Bitte um Vertragsauflösung stelle ich mich meiner Verantwortung und ziehe die Konsequenz daraus.“ Sein Zweijahreskontrakt lief noch bis 2014. Am Sonntag tritt der FC zum Saisonabschluss beim FC Ingolstadt an, am Abend zuvor hatte Stanislawski das Team über seinen Entschluss informiert.
Die Clubspitze bedauerte „die persönliche Entscheidung“ Stanislawskis und lobte dessen Arbeit. „Holger Stanislawski und sein Trainer-Team haben in diesem turbulenten Umbruch-Jahr vieles bewegt“, sagte Präsident Werner Spinner in einer Vereinsmitteilung. „Wir werden unseren eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen.“ Gemeinsam mit Geschäftsführung und sportlicher Leitung werde man nun einen neuen Coach suchen. Seit der Saison 2010/11 wird damit zu Beginn der kommenden Spielzeit bereits der sechste Übungsleiter auf der Bank des Traditionsclubs sitzen.
Von der Mannschaft sei er niemals enttäuscht worden, betonte Stanislawski. „Ich bin vom Weg, den der 1. FC Köln geht, zu 100 Prozent überzeugt und bin mir sicher, dass der FC in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen wird“, sagte der 43-Jährige. „Durch meine Entscheidung mache ich den Weg frei für jemanden, der am Standort Köln unbelastet die Aufgabe Aufstieg angehen kann.“
Nantes (dpa) - Die Handballer der Rhein-Neckar Löwen stehen im Finale des EHF-Pokals und dürfen weiter vom ersten Titel der Vereinsgeschichte träumen. Die Badener treffen beim Final Four in Frankreich am Sonntag auf Gastgeber HBC Nantes.
Die Löwen setzten sich im Halbfinale vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Palais des Sports im deutschen Duell mit 28:22 (12:7) gegen den Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen durch. Nantes hatte zuvor das dänische Team Tvis Holstebro mit 26:20 (11:9) geschlagen.
Im vergangenen Jahr waren die Löwen im Halbfinale noch am Bundesliga-Konkurrenten Göppingen gescheitert. Für Frisch Auf endete nun eine Serie mit zwei EHF-Pokal-Titeln nacheinander, kommende Saison können die Schwaben daher nicht am Europapokal teilnehmen.
Im Finale müssen die erst 2002 gegründeten Löwen allerdings auf Zarko Sesum verzichten. Der Serbe verdrehte sich gegen Frisch Auf in der 46. Minute das Knie und wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Den Grundstein für den Sieg legte der Bundesliga-Tabellenzweite bereits in der ersten Hälfte. Nach einem schnellen 0:2-Rückstand bestimmte die bärenstarke Abwehr der Mannheimer und ihr herausragend haltender Torhüter Niklas Landin die Partie. Der Däne wehrte in den ersten 30 Minuten elf Bälle ab, darunter einen Siebenmeter. Am Ende kam Landin auf 17 Paraden.
„Wir haben hinten dicht gemacht“, sagte Spielmacher Andy Schmid und blickte auf das Finale voraus: „Wenn wir so spielen, werden wir den Pokal holen.“
Die Göppinger probierten nach der Pause vieles aus, um den souveränen Gegner zu stoppen. Zwischendurch versuchte der aktuelle Tabellenelfte der Bundesliga sogar, mit einer Manndeckung übers ganze Feld zum Erfolg zu kommen, aber die Löwen behielten jederzeit kühlen Kopf und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich bis auf acht Tore aus. Am Ende gelang Göppingen zwar eine Resultatsverbesserung, am verdienten Sieg der Löwen änderte das aber nichts mehr.
Nantes hatte im ersten Halbfinale nur knapp zehn Minuten Probleme mit dem dänischen Außenseiter Holstebro. Mit fünf Toren in Serie vom 4:5 zum 9:5 gaben die Franzosen der Begegnung den entscheidenden Richtungswechsel. Nach der Pause kontrollierte Nantes die Partie und profitierte von den guten Leistungen des spanischen Weltmeister-Duos Valero Rivera (8/4 Tore) und Jorge Maqueda (5). Trainer Thierry Anti erklärte mit Blick auf das Endspiel: „Mit dem Heimvorteil, der uns trägt, wollen wir den Pokal gewinnen.“
Berlin (dpa) - Fortuna Düsseldorf steigt nach nur einem Jahr wieder aus der Fußball-Bundesliga ab, 1899 Hoffenheim schaffte das Wunder von Dortmund und kann sich in zwei Relegationsspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern doch noch den Verbleib im Oberhaus sichern.
Der FC Augsburg brachte sich am letzten Spieltag der Jubiläumssaison durch den 3:1-Sieg über Absteiger SpVgg Greuther Fürth in Sicherheit. Die Fortuna verlor bei Hannover 96 mit 0:3 und fiel zum Saisonfinale auf Platz 17 zurück. Hoffenheim gelang durch ein nicht für möglich gehaltene 2:1 bei Champions League-Finalist Borussia Dortmund der Sprung auf Rang 16.
Durch den 2:1-Sieg beim direkten Konkurrenten SC Freiburg sicherte sich der FC Schalke 04 als Vierter die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League. In der Europa League gehen in der kommenden Saison die unterlegenen Breisgauer und Eintracht Frankfurt an den Start. Die Hessen behaupteten mit dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg Rang sechs.
Zum Bundesliga-Abschied von Trainer Jupp Heynckes zeigte sich Bayern München spendabel. Aber trotz drei Gegentoren in den ersten zehn Minuten gewann der Meister die Generalprobe für das deutsche Final-Duell in der Champions League noch mit 4:3 bei Borussia Mönchengladbach. Endspielgegner Dortmund blamierte sich mit der Heimniederlage gegen Hoffenheim.
Im Fernduell um den Klassenverbleib mit Düsseldorf bewies Augsburg Nervenstärke. Durch Treffer von Tobias Werner (30. Minute), Jan-Ingwer Callsen-Bracker (55.) und Dong-Won Ji (75.) bei einem Gegentor von Florian Trinks (62.) gewannen die Schwaben ihr Abstiegs-Endspiel gegen Fürth und krönten ihre starke Rückrunde mit dem Sprung auf Platz 15.
Dagegen setzte die Fortuna in Hannover ihre schwarze Serie fort und blieb nach Gegentoren von Mame Diouf (36.) und Didier Ya Konan (61./76.) zum zwölften Mal nacheinander sieglos. Die Hoffnung der Düsseldorfer auf die Relegation zerstörte in der Schlussphase Sejad Salihovic mit einem Elfmeter-Doppelschlag in Dortmund. Der Bosnier traf in der 77. und 82. Minute und machte aus einem 0:1-Rückstand für Hoffenheim das 2:1. Am Donnerstag erwarten die Kraichgauer den Zweitliga-Dritten Kaiserslautern zum ersten Relegationsspiel.
Mit seinem 24. Saisontor hatte Robert Lewandowski (6.) den BVB in Führung gebracht. Torschützenkönig der 50. Bundesliga-Saison wurde allerdings Stefan Kießling, der Bayer Leverkusen in der 90. Minute den 1:0-Sieg beim Hamburger SV bescherte und zum 25. Mal traf.
Rückkehrer Julian Draxler (20.) und Julian Schuster (57.) per Eigentor sicherten den Schalkern drei Punkte in Freiburg. Jonathan Schmid (54.) traf für die Breisgauer, die die Saison auf Rang fünf abschlossen. Alexander Meier (36./Foulelfmeter) und Eigentorschütze Ricardo Rodriguez (90.) bescherten Frankfurt einen Punkt gegen die „Wölfe“, die durch Jan Polak (8.) und Diego (19.) geführt hatten.
Drei Gegentore in zehn Minuten hatten die Bayern in der Bundesliga noch nie kassiert. Doch die Treffer von Martin Stranzl (4.), Mike Hanke (5.) und Havard Nordtveit (10.) reichten Gladbach nicht, um den Münchnern die erste Auswärtsniederlage der Saison beizubringen. Javier Martinez (7.), Franck Ribéry (19./53.) und Arjen Robben (59.) stellten den 29. Saisonsieg des Meisters sicher.
Im ersten Spiel ohne Thomas Schaaf auf der Bank verlor Werder Bremen 2:3 beim 1. FC Nürnberg und blieb damit zum 13. Mal nacheinander sieglos. Die Werder-Führung durch Kevin De Bruyne (37.) wandelten Per Nilsson (61.), Sebastian Polter (81.) und Tomas Pekhart (88.) in ein 3:1 für den „Club“ um. De Bruyne (89.) markierte den Endstand. Der VfB Stuttgart kam zwei Wochen vor dem Pokalfinale gegen den FC Bayern zu einem 2:2 gegen den FSV Mainz 05. Gäste-Schlussmann Christian Wetklo mit einem Eigentor (22.) und Arthur Boka (33.) trafen für die Schwaben, Chinedu Ede (16.) und Nicolai Müller (42.) waren für die 05er erfolgreich.
Jörg Knör: Alles nur Show
13. September 2013,
Aula Schulzentrum, Emlichheim
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