Frankfurt/Main (dpa) - Fast 20 Jahre nach dem EM-Coup von München soll Svetislav Pesic die deutsche Basketball-Nationalmannschaft zurück in die europäische Spitze führen. Der 62 Jahre alte Serbe tritt im Sommer den Posten als Bundestrainer an und übernimmt damit zum zweiten Mal das deutsche Team.
Bereits von 1987 bis 1993 hatte Pesic beim Deutschen Basketball Bund (DBB) in der Verantwortung gestanden und mit dem Sieg bei der Heim- Europameisterschaft 1993 für den bislang größten Erfolg der Verbandsgeschichte gesorgt. Der DBB will den Trainerfuchs am 6. März in Berlin offiziell vorstellen.
„Ich bin sehr froh, dass wir mit einem so erfolgreichen und renommierten Coach wie Pesic zusammenarbeiten können. Er hat eine riesengroße Erfahrung und ist genau der Trainer, den wir uns vorgestellt haben“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss, der seit Monaten mit Pesic in Kontakt stand. Nach langen Verhandlungen sagte der Serbe zu. „Ich glaube, dass mit der deutschen Nationalmannschaft noch so Einiges zu erreichen ist“, sagte der neue Hoffnungsträger.
Bauermann gratulierte dem DBB zu der Entscheidung. „Das ist eine tolle Sache für den deutschen Basketball, wenn so ein erfahrener Mann zur Verfügung steht“, sagte der jetzige Trainer des FC Bayern München der Nachrichtenagentur dpa. Er hatte sein Amt als Bundestrainer nach dem Zwischenrunden-Aus bei der EM in Litauen im September des vergangenen Jahres zur Verfügung stellen müssen. Die Statuten der Basketball Bundesliga verbieten es, dass ein Trainer zugleich für einen Club und die deutsche Nationalmannschaft verantwortlich ist.
„Diese Regelung sorgt dafür, dass praktisch nur noch Ausländer für das Amt des Bundestrainers infrage kommen“, kritisierte Bauermann. In den vergangenen Wochen waren in Stefan und Michael Koch sowie Henrik Rödl auch einige deutsche Coaches als Kandidaten genannt worden. Alle drei stehen aber bei Bundesligavereinen unter Vertrag.
ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi begrüßte die Entscheidung pro Pesic, mit dem er jahrelang bei Berlin zusammengearbeitet hatte. „Sveti hat einen gigantischen Erfahrungsschatz und ist sehr ambitioniert. Ich kann dem DBB nur gratulieren.“ Die Ligaspitze lobte die Verpflichtung ebenfalls. Pesic sei eine „exzellente Wahl“, meinte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. „Er wird zudem eine Leitfigur, insbesondere für die zahlreichen Trainer in Deutschland, sein.“
Pesic wird sein Comeback als Bundestrainer am 18. August im EM-Qualifikationsspiel gegen Luxemburg feiern. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ läuft sein Vertrag bis 2016, das Fernziel ist die Qualifikation für Olympia in vier Jahren in Rio de Janeiro. Die Sommerspiele 2012 in London hatte das deutsche Team nach dem frühen EM-Aus verpasst. Anders als Bauermann darf Pesic zunächst in Doppelfunktion tätig sein. Er ist derzeit auch noch Sportdirektor bei Roter Stern Belgrad.
Neben dem EM-Titel 1993 mit Deutschland hat Pesic zahlreiche weitere Erfolge vorzuweisen. Mit Jugoslawien holte er 2001 den EM- und 2002 den WM-Titel. Mit ALBA Berlin gewann er zwischen 1993 und 2000 viermal die deutsche Meisterschaft und einmal den Pokal. Zudem triumphierte er mit ALBA 1995 im Korac Cup. Den FC Barcelona führte er 2003 zum Triple inklusive Euroleague-Titel. „Der gesamte deutsche Basketball wird von Pesic profitieren“, sagte Bauermann.
Berlin (dpa) - Frankreich wartet als erster Prüfstein, aber der Bundestrainer denkt in größeren Dimensionen. Joachim Löw erklärt 2012 zum „Jahr der großen Chance“ für Fußball-Deutschland - und vertraut dabei konsequent auf seine bewährten Kräfte.
Im Testspiel der Nationalmannschaft gegen Frankreich am kommenden Mittwoch in Bremen sollen Kapitän Philipp Lahm und Co. weiter an ihrer Titelreife feilen. Für Neulinge hat der Bundestrainer beim Prolog ins EM-Jahr trotz der Verletzungspause von Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Mario Götze und Per Mertesacker keinen Platz.
„Es gab keine Veranlassung, irgendwelche großen Veränderungen vorzunehmen“, sagte Löw bei der Bekanntgabe des Kaders am Mittwoch in Berlin. Gegen Frankreich soll vor allem an Automatismen gearbeitet werden. Über allem steht der Erfolg bei der EM-Endrunde vom 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine. „Es ist für uns alle ein Jahr der großen Chance, der Chance bei diesem Turnier einiges zu erreichen“, verkündete Löw fast schon staatsmännisch. Seiner jungen Auswahl attestierte er bereits eine enorme Reife. „Wir haben Außergewöhnliches erleben können“, sagte er zu der Entwicklung des Teams seit der WM 2010.
Das nackte Resultat ist für den Bundestrainer beim ersten Jahresauftritt gegen Frankreich zweitrangig, der Ernstfall steht erst 101 Tage später beim EM-Auftakt gegen Portugal am 9. Juni im ukrainischen Lwiw an. „Natürlich wollen wir gewinnen, aber das Ergebnis hat eine untergeordnete Rolle“, sagte Löw. „Wir müssen uns nicht am Tagesgeschäft messen, um das dann falsch einzuordnen. Wir haben eine feste Basis, die Philosophie passt. Wir wollen versuchen, unsere Linie beizubehalten“, bekräftigte der DFB-Chefcoach.
Löw weiß, dass für seine hoffnungsvollen Titeljäger nach den zuletzt hoch gelobten Auftritten gegen die Größen der Fußball-Welt aus Brasilien (3:2) und Holland (3:0) sowie der meisterlich absolvierten EM-Qualifikation der Druck gestiegen ist. „Es ist die Last der guten Tat. Die Fallhöhe ist höher“, beschrieb der Bundestrainer die Gefahr des Scheiterns. Schon in der Vorrunde warten nach dem Portugal-Spiel die Niederlande und Dänemark als weitere hohe Hürden. Doch Löw ist nicht bange: „Ich glaube, dass die Spieler, obwohl sie jung sind, schwindelfrei sind und diese Herausforderung annehmen.“
Die Nominierung für den Test gegen den aus seiner Krise erwachten Weltmeister von 1998 verdeutlicht, dass Löws EM-Personalkonzept praktisch steht. Für designierte DFB-Novizen wie Mönchengladbachs Patrick Herrmann, Schalkes Julian Draxler oder wieder erstarkte Akteure wie Mike Hanke oder Jan Schlaudraff ist es schwer, noch in den 23-köpfigen Kader zu rutschen. „Die Türe ist nicht ganz zu. Es hängt von mehreren Faktoren ab, wie wir den Kader benennen“, machte Löw möglichen Nachrückern lediglich eine vage Resthoffnung. Freifahrtscheine verteilte Löw allerdings auch nicht. In der Liga schwächelnde Akteure wie der Stuttgarter Cacau stehen in Bremen auf dem Prüfstand. „Er hat nochmal eine Chance verdient“, sagte Löw.
Personalentscheidungen für das Frankreich-Spiel, bei dem erstmals die Zwillinge Lars und Sven Bender gemeinsam im DFB-Kader stehen, wollte Löw noch nicht verkünden. Offen sei auch, ob Tim Wiese in seiner Bremer Heimat im Tor steht oder Manuel Neuer. Der Münchner Schlussmann werde aber auf jeden Fall als Nummer 1 ins EM-Turnier gehen, bekräftigte der Bundestrainer nochmals. Auf die Nominierung eines dritten Torhüters verzichtete Löw diesmal.
Engen Kontakt hält er auch zu seinem prominenten verletzten Quartett. Besonders intensiv war zuletzt offenbar der Austausch mit Mertesacker, der am Dienstag eine Woche nach seiner Knöcheloperation via Internet freudig seine EM-Einsatzfähigkeit verkündet hatte. „Im Moment gehen wir davon aus, dass er es schafft, wieder in Form zu sein. Man muss aber auch abwarten. Es ist immer schwierig nach einer Operation eine Prognose zu geben“, sagte Löw.
Das DFB-Aufgebot für das Frankreich-Länderspiel:
Tor: Manuel Neuer (Bayern München/25 Jahre/25 Länderspiele), Tim Wiese (Werder Bremen/30/5)
Abwehr: Dennis Aogo (Hamburger SV/25/9), Holger Badstuber (Bayern München/22/18), Jérôme Boateng (Bayern München/23/19), Benedikt Höwedes (FC Schalke 04/23/6), Mats Hummels (Borussia Dortmund/23/12), Philipp Lahm (FC Bayern München/28/85), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund/24/5), Christian Träsch (VfL Wolfsburg/24/10)
Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen/22/3), Sven Bender (Borussia Dortmund(22/1), Sami Khedira (Real Madrid/24/24), Toni Kroos (Bayern München/22/24), Thomas Müller (Bayern München/22/25), Mesut Özil (Real Madrid/23/30), Marco Reus (Borussia Mönchengladbach/22/3), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen/30/26), André Schürrle (Bayer Leverkusen/21/11)
Angriff: Cacau (VfB Stuttgart/30/21), Mario Gomez (Bayern München/26/50), Miroslav Klose (Lazio Rom/33/113)
Brügge (dpa) - Seinem Ruf als Lautsprecher ist Christoph Daum vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Hannover 96 wieder einmal gerecht geworden.
Wortgewaltig schimpfte der deutsche Trainer des FC Brügge: „Unser Platz ist so schlecht, dass ein Bauer seine Kühe nicht darauf lassen würde, aus Angst, dass sie sich die Beine brechen.“ Hannover 96 ist dennoch ohne Angst vor dem Acker nach Flandern gereist und reagierte gelassen angesichts der großen braunen Flecken im Jan-Breydel-Stadion. „Wir sind bereit, auf jedem Platz zu spielen“, sagte Trainer Mirko Slomka vor der Partie am Donnerstag.
Vor und nach dem 1:2 in Hannover hatte sich Daum noch um Mäßigung bemüht. Mit Blick auf das Rückspiel in Brügge führte die schwere Verletzung seines Linksverteidigers Fredrik Stenman (Achillessehnenriss im rechten Fuß) im heimischen Stadion allerdings zu einer für Daum typischen Verbal-Attacke. „Das ist der schlechteste Platz, den ich in meiner Karriere erlebt habe„, wetterte der Coach. Der Rasen des Stadions, das sich sein Club mit Cercle Brügge teilt, „ist ein echtes Risiko“.
„Der Rasen wird nicht unser Thema sein“, kommentierte Jan Schlaudraff die Brügger Diskussion um den erbärmlich aussehenden Untergrund. Hannovers Coach demonstrierte ebenfalls Gelassenheit und sagte, dass der Platz „von der UEFA abgenommen“ sei. Allerdings durfte sein Team beim Abschlusstraining nur auf einer Hälfte üben. „Das ist schon außergewöhnlich“, sagte Slomka. Brügge verzichtete sogar auf die Übungseinheit im Stadion, um den Platz zu schonen.
Während bei Hannover alle Stammspieler fit sind und auch der zuletzt kränkelnde Lars Stindl einsatzbereit ist, klagte Daum über mehrere Ausfälle. Angesichts der Brügger Personalprobleme bemühte Daum in seiner unnachahmlichen Art den Begriff des „russischen Roulettes“. Die Aussichten, gegen den Siebten der Bundesliga das Achtelfinale zu erreichen, sieht der Fußball-Lehrer als nicht sonderlich gut an. „Es wird sehr, sehr schwer“, sagte Daum: „Wir müssen fast fehlerfrei spielen.“
Hannover ist im Vorteil, das in diesem Jahr noch ungeschlagene 96-Team wäre schon mit einem Unentschieden eine Runde weiter. „Wir müssen Druck machen, Hannover wird auf Konter lauern“, prophezeite Daum.
Für das bevorzugte Spiel der Hannoveraner mit schnellen Gegenangriffen ist die Ausgangslage tatsächlich ideal. Die überfallartigen Konter sind eine 96-Spezialität, mit der die Mannschaft bei ihrer ersten Europa-League-Teilnahme schon mehrfach glänzte. In dem im Januar geholten Mame Diouf hat Hannover zudem einen pfeilschnellen Stürmer, der perfekt zu dieser Taktik passt. „Wir sind keine Mannschaft, die ein Ergebnis verwalten kann“, betonte Slomka und fügte an: „Wenn man zurückweicht, dann macht man den Gegner stark.“
Der 96-Trainer warnte bei allem Selbstbewusstsein vor Euphorie. „Das wird eine ganz enge Nummer“, sagte der Coach: „Wir müssen alle in Topverfassung sein.“ Das Auftreten der Daum-Truppe im Hinspiel hat den 96-Coach durchaus beeindruckt: „Das ist wirklich ein sehr starker Gegner.“
Voraussichtliche Aufstellungen
Hannover 96: Zieler - Chahed, Eggimann, Pogatetz, Schulz - Pinto, Schmiedebach - Schlaudraff, Pander - Diouf, Abdellaoue
FC Brügge: Kujovic - Hoefkens, Almebäck, Jordi, Högli - Zimling, van Acker - Vazquez, Lestienne, Rafaelov - Akpala
Schiedsrichter: William Collum (Schottland)
Barcelona (dpa) - Der deutsche Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg vom Team Sahara Force India hat am zweiten Testtag in Barcelona die Bestzeit hingelegt. Hülkenbergs am Vormittag erzielte Rundenzeit von 1:22,608 Minuten blieb den gesamten Mittwoch über unerreicht.
Weltmeister Sebastian Vettel benötigte auf seiner schnellsten Runde für die 4,655 Kilometer auf dem Circuit de Catalunya 1:22,891 Minuten und wurde hinter dem Mexikaner Sergio Perez im Sauber Dritter.
Probleme gab es erneut bei Mercedes. Der neue W03 von Nico Rosberg blieb nach der Mittagspause wegen eines Öllecks am Getriebe in der Box. Bereits am Vortag war für den neuen Silberpfeil wegen eines Hydraulikproblems am Nachmittag Schluss. Rosberg Rückstand auf Hülkenberg betrug am Ende fast zwei Sekunden. „Es sind so viele Dinge anders als letztes Jahr“, sagte der Teamkollege von Rekord-Champion Michael Schumacher, der am Mittwoch pausierte. Mercedes hatte erst am Dienstag als letztes Top-Team den neuen Flitzer vorgestellt.
Weltmeister Vettel simulierte derweil am Nachmittag in seinem neuen Red Bull RB8 eine Renndistanz und fuhr weniger auf Rundenzeiten. Der 24-Jährige beendete am Mittwoch zugleich die zweiten Testfahrten in dieser Saison. Am Donnerstag und Freitag steuert Teamkollege Mark Webber das neue Auto. Vettel testet dann im Simulator in der Red-Bull-Zentrale im englischen Milton Keynes.
Gar nicht mehr auf der Strecke war das Team Lotus von Formel-1-Rückkehrer Kimi Räikkönen. Wegen eines Schadens am Chassis E20-02 brach das Team die Tests komplett ab und verliert damit vier Übungstage. Die neue Saison startet am 18. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne.
Basel (dpa) - Schlüsselbeinbruch, Kniereizung, Außenbandriss: Für Bastian Schweinsteiger läuft es in der EM-Saison nicht. Dem FC Bayern fehlt der „Kopf der Mannschaft“ (Trainer Heynckes) zum Auftakt der K.o.-Runde der Königsklasse, dem DFB-Team zum Start ins Euro-Jahr.
Diesmal durfte Bastian Schweinsteiger nicht zum Toreschießen in den St. Jakob-Park. Bei der EM 2008 gegen die Türkei und Portugal oder in der Champions-League-Vorrunde der vergangenen Saison - immer traf der Mittelfeldchef des FC Bayern im Stadion des FC Basel. „Ein richtig gutes Pflaster für mich“, hatte sich der Co-Kapitän auf das Duell im „tollen Stadion“ gefreut. Aber statt zum Auftakt der K.o.-Runde für den Münchner Fußball- Rekordmeister dabei zu sein, muss er wieder für ein Comeback schuften. Zum zweiten Mal in dieser Europameisterschafts-Saison, die mit Schlüsselbeinbruch, Kniereizung und Außenbandriss im Sprunggelenk unter keinem guten Stern steht.
„Das ist ein Ausfall, den man nicht eins zu eins kompensieren kann. Wir wissen, wie wichtig Bastian für uns ist mit seiner Ruhe auch am Ball. Er ist immer in Bewegung, fordert immer den Ball“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. „So ein Verein wie der FC Bayern muss das hinbekommen über ein paar Wochen. Aber dass man ihn nicht eins zu eins ersetzen kann, hat man auch schon in der Hinrunde gesehen.“ Als Schweinsteiger dort ausfiel, stotterte der bis dahin rund laufende Bayern-Motor. Neun Pflichtspiele verpasste der Chef in der Vorrunde, in der Rückserie war es am Mittwochabend das dritte.
„Er ist der Kopf der Mannschaft, der Taktgeber. Er lenkt unser Spiel und ist sehr schwer zu ersetzen“, sagte Trainer Jupp Heynckes, der in Basel bei der Frage nach der fehlenden Kreativität auch auf das Fehlen von Schweinsteiger verwies. „Sie brauchen einen Spieler, der das Tempo rausnehmen oder verschärfen kann, das Spiel verlagert.“ Genau so einer ist Schweinsteiger, den sein Coach als „Weltklasse-Spieler“ und in einer Liga mit den Barcelona-Stars Xavi und Andrés Iniesta einstuft.
Das Lob freut Schweinsteiger, auch wenn er sich „einen Tick“ anders sieht, „vor allem körperlich. Allein durch meine Statur gewinne ich auch mal das eine oder andere Kopfballduell. Zudem löse ich verschiedene Spielsituationen etwas anders“, erklärte der Regisseur, der für seinen Geschmack viel zu oft auf der Tribüne litt. „Man sieht das Spiel laufen, und man sieht Dinge einfacher, als wenn man unten auf dem Platz steht. Aber unten auf dem Platz kannst du eingreifen und oben halt nicht“, schilderte der 27-Jährige.
Geschätzt wird Schweinsteiger aber nicht nur wegen seiner Leistungen, sondern auch abseits des Rasens. „Er genießt bei uns großen Respekt und hat eine Meinung. Mit ihm kann man auch über den Transfermarkt sprechen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge im „Kicker“ über den seiner Meinung nach künftigen Rekord-Nationalspieler. „Ohne große Verletzungen wird er den Rekord, den Lothar Matthäus mit 150 Länderspielen hält, brechen.“ 90 Einsätze hat der Bayer derzeit auf dem Konto.
Die Münchner brauchen den Mittelfeldboss für ihre großen Ziele, aber auch Joachim Löw wünscht sich einen Bastian Schweinsteiger in der Form der WM 2010. Bei der Nominierung des DFB-Teams für das Länderspiel gegen Frankreich am 29. Februar konnte der „emotionale Leader“, wie ihn der Bundestrainer einmal nannte, nicht ins Aufgebot berufen werden. Bald aber dürfte er fit sein, der Gips ist seit ein paar Tagen ab. Und in der EM-Vorbereitung kann Schweinsteiger auch wieder im St. Jakob-Park Tore schießen: Am 29. Mai ist die Nationalelf im ersten von zwei Spielen vor dem Turnierstart in Basel zu Gast.
Vikersund (dpa) - Die Skiflug-WM auf dem Monster-Bakken von Vikersund wird für die DSV-Adler um Severin Freund und Richard Freitag zu einer Mutprobe. Bei der Jagd nach den Medaillen und dem ersten 250-Meter-Flug der Historie sind auf der größten Schanze der Welt ganze Kerle gefragt.
„Die Athleten werden körperlich und mental maximal gefordert sein. Es braucht eine gewisse Kaltschnäuzigkeit, ja sogar Brutalität, um beim Tanz auf der Rasierklinge ans Limit zu gehen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster vor der Qualifikation an diesem Donnerstag.
Die Parameter des wie in Stein gemeißelten Riesenbakkens sind atemberaubend. Der Anlauf beträgt 134 Meter, am 3,65 Meter hohen Schanzentisch heben die Springer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 105 Kilometer pro Stunde ab. „Das wird ein harter Brocken“, meinte Freund.
Der 23-Jährige ist dank seiner Top-Ten-Platzierung im Gesamtklassement des Skiflug-Weltcups als einziger DSV-Springer fix für den Einzelwettbewerb über vier Durchgänge am Freitag und Samstag qualifiziert. Entsprechend locker und zuversichtlich gibt sich der Bayer, dass er seine persönliche Bestmarke von 218 Metern verbessern kann. „Ich war noch nie dort und gehe deshalb ganz unbelastet an die Aufgabe heran“, meinte Freund. „Wenn es an die 250 Meter geht, sage ich sicher nicht nein.“
Das wäre Weltrekord. Die aktuelle Bestmarke hält der zu Wochenbeginn zurückgetretene Norweger Johan Remen Evensen, der im Vorjahr unglaubliche 246,5 Meter weit segelte. Norwegens Trainer Alexander Stöckl hält eine Steigerung bei den Titelkämpfen dennoch für möglich. „Aber es braucht optimale Bedingungen und auch den richtigen Fliegertyp“, sagte der Österreicher.
Was diesen ausmacht, erläutert sein Landsmann Schuster. „Mentale Stärke ist immer gefragt, aber es geht darum, den Adrenalinkick aktiv anzusteuern. Man muss den Ski sehr flach führen. Da hat man fast das Gefühl, die Kräfte sind so groß, dass es einem die Schuhe auszieht. Das kann man nicht technisieren. Das ist in letzter Konsequenz eine Herzensangelegenheit“, sagte der Bundestrainer.
Deshalb hat das DSV-Team, dem neben Freund und Freitag noch Andreas Wank, Michael Neumayer und Maximilian Mechler angehören, in der Vorbereitung auf die Hilfe eines Mentaltrainers verzichtet. „Kurzfristig würde das nichts bringen. Man kann das nicht üben, dass man voll auf Zug bleibt und im Zweifel bis zur Ebene springt. Diese Entscheidung muss man in Sekundenbruchteilen selbst fällen“, erklärte Schuster.
Wank, der zu den Draufgängern zählt, hat seine eigene Erfolgstheorie. „Das beste, was man machen kann, ist gar nicht nachzudenken. Das ist das Geheimrezept. Mal sehen, wer es am besten drauf hat“, sagte der 24-Jährige. Da auch Freund und Freitag keine Hemmungen kennen und Neumayer als deutscher Rekordhalter mit 227,5 Metern zu den guten Fliegern gehört, rechnen sich die DSV-Adler vor allem im Teamwettbewerb am Sonntag eine Medaillenchance aus.
Für den auch von Schuster prognostizierten Vorstoß in eine neue Dimension kommen sie dagegen wohl nicht infrage. „Evensen war bei seinem Weltrekordflug fulminant unterwegs. Ich habe das nur im Fernsehen gesehen, und es kam mir schon sehr weit vor. Für 250 Meter muss alles zusammenpassen - der Sprung, die Bedingungen, die Anlauflänge. Ich glaube aber, dass man an einem der vier Tage mal so weit ans Limit gehen kann, dass ein Sportler richtig, richtig weit fliegen wird“, prophezeite Schuster.
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Kommentare
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JU fordert Internet in Bussen
Herr Peter, die Meldung ist eben nicht so eindeutig wie Sie das darlegen. Das sieht man schon allein an der Überschrift. Oder habe ich was an den Aug
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JU fordert Internet in Bussen
Ich schlage kostenloses Busfahren für alle vor und bitte den Landrat um Prüfung der Machbarkeit.
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Reichlich kalte Füße
Ich finde es gut, was Sie geschrieben haben. In der Beziehung ist Nordhorn echt auf dem Stand von vor ... .Jahre stehen geblieben. Ich gebe Ihnen voll
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JU fordert Internet in Bussen
Herr Klappköttel, die Meldung der Union ist da doch ziemlich eindeutig: Man wünscht sich (oder eben fordert) eine Prüfung der Machbarkeit. Das umfa
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Auf „Superjahr 2010“ folgt gutes 2011
Die deutschen Vobas und Sparkassen sind aufgrund ihrer besonderen regionalen Struktur und vorsichtigem Wirtschaften von der Krise weniger betroffen al
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