London (dpa) - Dankesrede mit Stinkefinger: Die britische Sängerin Adele hat nach den Grammys in den USA nun auch bei den wichtigsten Musikpreisen ihrer englischen Heimat abgeräumt.
Die 23-Jährige wurde am Dienstagabend bei den Brit Awards in London als beste britische Künstlerin und für das beste britische Album („21“) ausgezeichnet. Da sie ihre Dankesworte aus Zeitmangel abbrechen musste, war die Sängerin sauer - und zeigte vor laufenden Kameras den Stinkefinger
„Das ging nicht gegen meine Fans“, sagte sie danach. „Es tut mir leid, wenn ich jemanden verärgert habe.“ Der Sender ITV, der die Preisvergabe live übertrug, entschuldigte sich wiederum bei Adele. Live-Sendungen seien auf die Sekunde geplant und man sei zu dem Zeitpunkt schon in Verzug gewesen.
Schon bei den Grammys vergangene Woche in Los Angeles war Adele mit sechs Trophäen die große Gewinnerin. Adele und ihre Platte „21“, zu der sie von einer gescheiterten Beziehung inspiriert wurde, setzten sich in London gegen Größen des Musikgeschäfts wie Kate Bush, Jessie J und Florence and the Machine durch.
Überraschungsgast Kylie Minogue überreichte Adele den Preis. Auch hier fühlte sich die britische Blondine benachteiligt: „Du siehst umwerfend aus“, sagte Adele der britischen Zeitung „The Sun“ zufolge. „Neben dir sehe ich wie eine Drag Queen aus.“
Auch die Foo Fighters räumten nach ihrem Erfolg bei den Grammys erneut bei den Brit Awards ab: Nachdem die Band in Los Angeles bereits fünf Auszeichnungen eingestrichen hatte, wurde sie in London als beste internationale Gruppe gekürt.
Bester internationaler männlicher Künstler wurde Bruno Mars („Tonight“). Zur besten weiblichen internationalen Künstlerin wählte die Jury Rihanna. Die Sängerin widmete den Preis ihren Fans: „Egal, was über mich gesagt wird, ihr glaubt an mich.“
Der Newcomer Ed Sheeran („Lego House“) wurde der beste britische männliche Künstler. Er hatte harte Konkurrenz, unter anderem den früheren Oasis-Sänger Noel Gallagher. Beste britische Band 2012 ist Coldplay, die die Zeremonie mit ihrem Auftritt eröffnet hatte. Die Teenie-Band One Direction mit ihrem Song „What Makes You Beautiful“ war Überraschungssieger in der Kategorie Beste britische Single.
Berlin (dpa) - Jung, erfolgreich, fotogen: Die Guttenbergs und Wulffs wurden in ihren besten Zeiten in einem Atemzug mit den Kennedys genannt. Aber die Glanzzeit der Glamourpaare ist erst einmal vorbei.
Der anstehende Einzug Joachim Gaucks ins Schloss Bellevue lässt sich als Indiz für einen gesellschaftlichen Wandel deuten - wie damals, als auf den Zigarren schmauchenden, etwas machohaften Kanzler Gerhard Schröder mit Angela Merkel eine nüchterne ostdeutsche Physikerin folgte.
Mit Gauck wird künftig ein 72 Jahre alter DDR-Bürgerrechtler mit bewegter Biografie den Deutschen ins Gewissen reden, die Ehrenurkunden für Bundesjugendspiele unterschreiben und den Bundespresseball eröffnen. Altkanzler Helmut Schmidt wird mit 93 auf Parteitagen bejubelt, Fußballtrainer Otto Rehhagel soll mit 73 Jahren Hertha BSC retten. Die Alten müssen ran.
Die Generation der Babyboomer sei gescheitert, erklärt Frank Schirrmacher in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „In Gestalt von Christian Wulff, Jahrgang 1959, hat ein Angehöriger dieser Generation das Höchste erreicht und in nie gesehener Geschwindigkeit alles vermasselt.“ Die zwischen 1955 und 1970 Geborenen hätten keine Ideen hervorgebracht, bis auf den Neoliberalismus.
„Sie haben auf jeden Fall ihre Chancen nicht genutzt“, sagt der Hamburger Gesellschaftsforscher Peter Wippermann über die Babyboomer. Auch in der Wirtschaft kehrten Altgediente zurück. Durch Gauck werde sich „ziemlich viel“ ändern: Mit 72 steht dieser laut Wippermann für die älter werdenden Deutschen, Gauck sei ein Abbild der gesellschaftlichen Entwicklung.
Politisch wertet Wippermann die Bellevue-Entscheidung als Schritt zu einer bürgerlich-konservativen Grundhaltung, hin zu weniger Showeffekten und mehr Besonnenheit. „Ich glaube, das ist für die Situation im Land außerordentlich positiv, weil man das Gefühl hat: Es gibt sie noch, die guten alten Traditionen.“
Wippermann spielt damit auf einen Slogan des „Manufactum“-Katalogs voller Retro-Produkte an: „Es gibt sie noch, die guten Dinge“. Und er verweist auf die hohe Auflage des Magazins „Landlust“, das den Deutschen Heimeliges wie Marmelade kochen und Gärtnern nahe bringt. „Da sehen Sie, wo das Herz einer großen Gruppe der Gesellschaft schlägt.“
Der Berliner Historiker Paul Nolte (Freie Universität) interessiert sich mehr für die politischen Gesichtspunkte als für die Stilfragen. Wulff sei kein glamouröser Präsident gewesen, meint er. Und Sehnsucht nach honorigen Staatsmännern? „Aber Gauck ist ja gar keiner, das ist doch der Punkt!“ Ein Staatsmann sollte es ja gerade nicht werden, unterstreicht Nolte. „Honorig“ erscheine man meistens erst hinterher, mit Abstand und Verklärung. „Die meisten Bundespräsidenten waren ganz normale Parteipolitiker, als sie ins Amt kamen, und in der Regel sind wir damit sehr gut gefahren.“
Offen ist, welche Rolle Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt (52) spielen wird. Traditionell werden von einer First Lady Auftritte bei Staatsbesuchen und Empfängen, ehrenamtliches Engagement und Schirmherrschaften erwartet. Aber in Stein gemeißelt ist das nicht. Trendforscher Wippermann hält es für möglich, dass Schadt ähnlich im Hintergrund bleiben darf wie der Mann der Kanzlerin, Joachim Sauer. Auch das wäre ein Kontrastprogramm zu Bettina Wulff, ihrer vielfotografierten Vorgängerin.
Berlin (dpa) - Neue Show, neues Glück: Heidi Klum, Karriere-Model aus Bergisch Gladbach mit deutscher und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, geht an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) zum siebten Mal für den Privatsender ProSieben auf die Suche nach dem Nachwuchs der Modebranche.
Viel Tamtam begleitet wieder den Start der Castingshow „Germany's Next Topmodel“, doch irgendwie schmeckt dieses Mal alles ein wenig anders als früher. Heidis Privatleben hat zu Jahresbeginn Risse bekommen. Nach sieben Ehejahren gaben ihr Ehemann Seal (49) und sie die Trennung bekannt. Die Vorzeigefamilie mit vier Kindern existiert nicht mehr in alter Form. Jetzt darf Seal noch nicht mal einen kurzen Gastauftritt in der Show hinlegen. Eine spontane Gesangseinlage bei den Dreharbeiten im Dezember findet keinen Eingang in die erste Ausgabe der Reihe. Angeblich soll die Chefin persönlich dahinter stecken, dass Seals Auftritt ausfällt.
Nach einem Quotenhoch in der dritten und vierten Staffel bildete sich das Interesse an der Show in Durchgang fünf und sechs wieder etwas zurück. Immer wieder tauchen nun Gerüchte um ein baldiges Ende ihrer ProSieben-Show auf. „Zu Vertragsinhalten äußern wir uns nie“, sagt Sendersprecher Christoph Körfer. „Versichern können wir aber schon jetzt, dass "Germany's next Topmodel - by Heidi Klum" mit Heidi Klum im Jahr 2013 bei uns läuft.“
Auch der große Glanz und die Hoffnung auf eine Karriere sind mit dem Sehnsuchtsformat nicht mehr in Verbindung zu bringen. Die Vorjahressiegerin, Jana Beller, wollte sich nicht von Vater Günther Klum vermarkten lassen und musste auf publikumswirksame Auftritte verzichten. Klum schickte dafür unter anderem die Zweitplatzierte ins Laufsteg-Rennen: Rebecca Mir ist jetzt immerhin „taff“-Reporterin und bei der RTL-Show „Let's Dance“ auf dem Parkett.
Und dann überhaupt Casting im TV: Zwar verbuchte das Sendersystem ProSiebenSat.1 mit der Gesangsshow „The Voice of Germany“ einen Überraschungserfolg, doch das Genre Selektions-TV hat Ermüdungserscheinungen bekommen. Dieter Bohlens Suche nach dem „Superstar“ läuft ordentlich, aber nicht herausragend, die Show „X Factor“ auf Vox blieb unbedeutend, „Das Supertalent“ im Herbst 2011 brachte es wieder auf hohe Werte, knickte aber in der Konkurrenz zu „Wetten, dass..?“ und auch „The Voice“ ein.
Wenig Erfolg hat derzeit die Vox-Show „Das perfekte Model“. Eva Padberg und Karolina Kurkova gehen ähnlich wie Klum immer dienstags auf die Pirsch nach Nachwuchs. Eine Sendersprecherin räumt ein, in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer mit der Show „auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 7,0 Prozent“ gekommen zu sein. „Wir hoffen im Laufe der Staffel noch mehr Zuschauer dieser Zielgruppe für das Format begeistern zu können.“ Eine Wiederauflage scheint derzeit in weiter Ferne zu liegen: „Ob es eine zweite Staffel gibt, können wir erst am Ende der Staffel sagen.“
Trotz eher mäßiger Vorzeichen also hoffen 51 junge Damen (von mehr als 15 000 Bewerberinnen) auf ein Weiterkommen unter den Augen der kritischen Jury um Heidi Klum, Thomas Hayo und Thomas Rath. 51 deswegen, weil die 20-jährige Vorjahreskandidatin Melek aus Stuttgart nach einer Lymphdrüsenkrebserkrankung wieder dabei sein kann - mit einer Art „Wild Card“. „Ich freue mich sehr, dass es Melek wieder gut geht und sie in diesem Jahr wieder dabei sein kann“, zitiert ProSieben seine Jurorin Klum.
Dieses Jahr geht Klum mit ihrer eigenen „Heidi-Cam“ auf Model-Suche. „Mein ganz persönliches Video-Tagebuch, das mich überall begleitet“, sagt sie. Jury-Kollege Thomas Rath (46) kündigt die „Jurysprechstunde“ als weitere Neuerung an. „Die Mädchen können jederzeit zu einem privaten Gespräch zu uns kommen. Wir geben Tipps, ermutigen oder üben auch mal konstruktive Kritik.“
Mainz (dpa) - Das Warten bei „Wetten, dass..?“ geht weiter: Die Nachfolge von Thomas Gottschalk (61) als Moderator des ZDF-Klassikers „Wetten, dass..?“ ist nach Angaben des scheidenden ZDF-Intendanten Markus Schächter (62) immer noch offen.
„Es gibt noch keine Festlegung“, sagte Schächter der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). Damit wies er zurück, dass es bereits eine Einigung mit Markus Lanz (42) als Nachfolger gegeben habe.
Die Dauer der Suche habe damit zu tun, „dass es nicht klug gewesen wäre, jemand Neues in die Arena zu schicken, solange die Sonne des "Allergrößten" (Gottschalk) noch am höchsten stand“, sagte Schächter. Eine Rückkehr Gottschalks zum ZDF und zu „Wetten, dass..?“ sei „kein Thema“. Nach Hape Kerkelings Absage im November 2011 wollte der Sender ursprünglich bis Jahresende eine neue Besetzung finden. Auch Jörg Pilawa hatte Nein gesagt. Der Neustart der Show ist nun für Herbst 2012 geplant.
Der scheidende Intendant beklagte die Sparvorgaben von 75 Millionen Euro bis 2016, die die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) dem Sender gemacht hat. „Das tut richtig weh“, sagte Schächter, der im März von Thomas Bellut abgelöst wird. „Es bedeutet, dass wir uns langfristig von 300 vorwiegend jüngeren Mitarbeitern trennen müssen.“ Die Kritik der KEF, dass das ZDF bisher nicht genug gespart habe, wies er zurück. „Wir hatten den Auftrag, die Digitalkanäle aufzubauen.“
In die Digitalkanälen setzt Schächter große Hoffnung: „Zum ersten Mal seit über 15 Jahren schaffen wir es, mehr Zuschauer in der Altersgruppe vor allem zwischen 30 und 49 zu gewinnen“, sagte er der „Allgemeinen Zeitung“. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und ZDF-Verwaltungsratschef Kurt Beck (SPD) habe im Dezember aus seiner Sicht keine Reduzierung der sechs Digitalkanäle von ARD und ZDF gefordert. „Was Beck meint ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen Prioritäten setzen müssen beim Programm.“
Schächter zeigte sich angesichts des Konflikts um die kostenlose „Tagesschau“-App für Smartphones und Tablet-PC zuversichtlich. Er sei optimistisch, dass es noch in diesem Frühjahr eine einvernehmliche Lösung geben werde. Die Auseinandersetzung sei „mühsam, aber wir werden die Fronten bereinigen“. Er appellierte an die öffentlich-rechtlichen Sender: „Lasst uns nicht die falschen Türen bewachen.“ Am Dienstag hatten sich Intendanten öffentlich-rechtlicher Sender mit Vertretern von Zeitungsverlegern getroffen. Acht Zeitungsverlage hatten gegen die „Tagesschau“-App geklagt.
Washington (dpa) - Schwarze Musik im Weißen Haus: Der Blues regierte am Dienstagabend (Ortszeit) im Amtssitz von US-Präsident Barack Obama.
Musiklegenden und Stars von heute gaben sich im East Room der Washingtoner Residenz ein Stelldichein: von Rolling Stone Mick Jagger (68) über Gitarrist B.B. King (86), Jeff Beck (67) und Buddy Guy (75) bis hin zu Jungstars wie Troy „Trombone Shorty“ Andrews (26) und Gary Clark (28).
US-Präsident Brack Obama (50) und First Lady Michelle (48) mit Glitzer-Jäckchen an seiner Seite genossen den Event ganz offensichtlich: Von Kopf bis Fuß bewegten sie sich rhythmisch zu den Klängen und Songs des Blues, klatschten in die Hände - ausnahmsweise mal nicht als Antwort auf politische Erklärungen. Und am Ende stimmte der Präsident höchstpersönlich in den Song „Sweet Home Chicago“ ein - eine Huldigung an seine Heimatstadt.
Seit die Obamas im Januar 2009 ins Weiße Haus eingezogen sind, veranstalten sie in Abständen immer wieder Konzerte mit Stars aus der amerikanischen Musikszene, sei es Klassik, Jazz, Motown oder - wie an diesem Dienstagabend - Blues. Anlass für das jüngste Konzert war der Black History Month Februar. Der Monat ist dem kulturellen Erbe, der Geschichte und den Errungenschaften der schwarzen Bevölkerung gewidmet.
So erinnerte Obama zum Auftakt des Konzerts an die „bescheidenen Anfänge“ des Blues, seine Wurzeln in Sklaverei und Rassentrennung. „Niemand geht ohne Freude und Schmerz, Triumph und Trauer durchs Leben“, sagte Obama. Blues erfasse das alles - „mit einer Zeile, mit einer Note“.
Und war es eine Anspielung auch auf die aktuellen politischen Herausforderungen? „Die Musik lehrt uns, dass wir, wenn wir uns an einem Scheideweg befinden, nicht vor unseren Problemen zurückschrecken... Wir stellen uns ihnen“, sagte Obama. B.B. King machte indessen unumwunden klar, was er persönlich will: „Ich möchte, dass Sie Ihren Job behalten“, sagte er an Obama gerichtet. Der Präsident stellt sich am 6. November zur Wiederwahl.
Berlin/Los Angeles (dpa) - Obwohl er in diesem Jahr praktisch nur zweite Wahl war, gilt er vielen als bestmöglicher Gastgeber bei den Oscars: der Komiker Billy Crystal. Seit 1990 hat der inzwischen 63 Jahre alte Schauspieler („Harry und Sally“) achtmal die prestigeträchtigste Preisverleihung der Filmwelt präsentiert.
An diesem Sonntag (Ortszeit Los Angeles/MEZ Montag, 27.2.) moderiert er sie zum neunten Mal. Viele Oscar-Fans freuen sich darauf, gingen doch Crystals bisherige Conférencen legendär in die Geschichte der begehrten Hollywood-Auszeichnung ein.
In Deutschland profiliert sich der Privatsender ProSieben seit 1999 jedes Jahr mit der Live-Übertragung der Oscar-Show. Die Ausstrahlung beginnt in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 1.05 Uhr.
„Er ist eine Komiker-Legende und eine Oscar-Ikone, und es fühlt sich gut an, ihn wieder dort zu haben, wo er hingehört“, freute sich Tom Sherak, Präsident der oscarverleihenden Academy of Motion Picture Arts and Sciences, als klar war, dass Crystal den ursprünglich vorgesehenen Eddie Murphy ersetzen würde.
Murphy war aus Solidarität mit Brett Ratner, dem Regisseur seines Films „Aushilfsgangster“, von dem Job zurückgetreten. Ratner hatte den Auftrag als Produzent der Oscar-Show quittiert, nachdem eine schwulenfeindliche Äußerung von ihm bei einer Filmpressekonferenz (Proben seien nur etwas für Schwuchteln), bei Medien und Academy Ärger ausgelöst hatten.
Crystal stand zuletzt 2004 als Oscar-Host auf der Bühne des Theaters im Hollywood & Highland Center (früher Kodak Theatre). Gastgeber der Gala war er auch in den Jahren 1990 bis 1993 sowie 1997, 1998 und 2000 - damals noch im Dorothy Chandler Pavilion oder im Shrine Auditorium. Nur der Entertainer Bob Hope, der 2003 mit 100 Jahren starb, führte häufiger durch die Oscar-Gala: 19 Mal zwischen 1940 und 1978.
Unter den Oscar-Verleihungen, die Crystal präsentierte, befindet sich auch die nach Nielsen-Quotenmessung meistgesehene überhaupt in den USA: die 70. Verleihung im Jahr 1998, als der Blockbuster „Titanic“ vor mehr als 55 Millionen Fernsehzuschauern elf seiner 14 Nominierungen abräumte.
Unvergessen ist auch sein Auftritt 1992: Crystal ließ sich mit einer Beißschutz-Maske wie Anthony Hopkins in dem Thriller „Das Schweigen der Lämmer“ auf die Oscar-Bühne bringen. In Anspielung auf den Kannibalismus der Filmfigur Hannibal Lecter sagte er zu dem Psychopathen-Darsteller Hopkins den zweideutigen Satz: „Ich habe ein paar Academy-Mitglieder bei mir zum Abendessen. Lust, dabei zu sein?“
In den vergangenen fünf Jahren verlor die Oscar-Show ein bisschen die Kontinuität, die sie etwa in den 60er und 80er Jahren mit Bob Hope oder Johnny Carson hatte oder auch in den 90ern mit Billy Crystal oder Whoopi Goldberg. Jedes Jahr wechselten die Moderatoren: 2007 war Ellen DeGeneres dran, 2008 Jon Stewart, 2009 Hugh Jackman, 2010 Steve Martin und Alec Baldwin und 2011 Anne Hathaway und James Franco. Außer Jackman brillierte niemand so richtig von ihnen.
Gerade im vergangenen Jahr merkte man den verkrampften Versuch der Produzenten, die Show unbedingt einer jüngeren Zielgruppe schmackhafter machen zu wollen. Hathaway und Franco wirkten dabei aber arg angestrengt und wenig souverän.
Die erfahrene Whoopi Goldberg (56) lobt ihren Kollegen Crystal: „Die Leute wollen einfach nur wissen, was im Umschlag steht“, zitierte die „Los Angeles Times“ den Hollywood-Star. „Das war genau der Rat, den mir Billy gab, als ich die Show moderierte. Es ist ein schwieriger Auftritt, aber Billy ist ein Meister. Er versteht es, den Saal zu rocken und gleichzeitig Millionen TV-Zuschauer bei der Stange zu halten und die Leute auf der ganzen Welt zu unterhalten.“
Oscar-Fans können gespannt sein, welche Gags Crystal zum Nostalgie-Trend bei den Nominierungen 2012 machen wird (Stummfilm „The Artist“, Georges-Méliès-Hommage „Hugo Cabret“). Bei Twitter verriet er bereits im November, warum er überhaupt wieder moderiert: „Ich mache die Oscars, damit die junge Frau in der Apotheke aufhört, nach meinem Namen zu fragen, wenn ich meine Rezepte einlöse. Freue mich auf die Show.“
Berlin (dpa) - Schauspieler Matthias Schweighöfer (30) und seine langjährige Lebensgefährtin Ani Schromm (28) haben sich getrennt. Das bestätigte am Mittwoch Schweighöfers PR-Agent.
„Auch wenn es schwerfällt, so muss ich leider feststellen, dass es uns nicht gelungen ist, unsere Beziehung zu erhalten“, sagte der Schauspieler („Rubbeldiekatz“) der „Bild“-Zeitung. „Aber schon aus der Verantwortung und Liebe zu unserer Tochter werden wir freundschaftlich verbunden bleiben und die Erziehung gemeinsam verantworten“, so Schweighöfer weiter.
Schweighöfer gehört derzeit zu den Garanten für erfolgreiche Kino-Unterhaltung. Der in Berlin lebende Darsteller hatte im vergangenen Jahr mit seinem Regiedebüt „What a Man“ großen Erfolg. In der Ende 2011 angelaufenen Komödie „Rubbeldiekatz“ von Detlev Buck spielt er einen wenig erfolgreichen Schauspieler, der für einen US-Film in Frauenkleider schlüpft.
Zurzeit bereitet Schweighöfer seinen nächsten Film „Schlussmacher“ vor. Die Dreharbeiten dazu beginnen in knapp vier Wochen. Darin geht es um eine Agentur, die anderen Menschen dabei hilft, ihre Liebesbeziehung zu beenden. Schweighöfer ist bei dem Film nicht nur Regisseur, Co-Autor und Co-Produzent, sondern spielt auch die Hauptrolle.
Berlin (dpa) - Den Oscar hat sie, einen Mann fürs Leben lehnt sie ab: Die Schauspielerin Charlize Theron (36, „Monster“) möchte nie vor den Traualtar treten.
„Ich hoffe auf noch ganz viele Prinzen, die da kommen werden! An die ewige Liebe mit einem einzigen Mann glaube ich einfach nicht - das ist nun mal meine ganz persönliche Lebens- und Liebesphilosophie“, sagte die Südafrikanerin dem Magazin „In“. Theron hält demnach wenig von Planung: „Ich finde, das Leben ist einfach unvorhersehbar. Ewige Liebe kann uns doch keiner versprechen. Ich behandle Freunde niemals wie lebenslange Gefährten, sondern wie Menschen, die im Hier und Jetzt in meinem Leben sind.“
Berlin (dpa) - Der Hit, auf den im restlos ausverkauften Astra alle gewartet hatten, kam schon nach einer halben Stunde: Im Duett mit der hübschen Neuseeländerin Kimbra sang Wouter de Backer alias Gotye die raffiniert verschachtelte Trennungsfrust-Ballade „Somebody That I Used To Know“.
Sie gelang den beiden am Dienstagabend beim Berliner Tourneeauftakt ähnlich eindrucksvoll wie auf „Making Mirrors“, dem Überraschungs-Album des Jahres. Spätestens jetzt war klar, dass dieser hoch veranlagte Australier mit belgischen Wurzeln tatsächlich das Zeug zum etwas anderen Popstar hat.
Denn der Triumph von Gotye hat mit den herkömmlichen Mechanismen der Pop-Branche wenig zu tun. Weder ist der 31-Jährige ein strahlender Held vom Reißbrett erfindungsreicher Produzenten, noch hat ihn eine Castingshow in die Charts katapultiert, noch hat er sich über Jahre aus verqualmten Clubs beharrlich hochgearbeitet.
Schon das Debüt „Like Drawing Blood“ (2008) - eine Schnipselarbeit aus nur wenigen selbst eingespielten Instrumenten und jeder Menge Samples - wurde zu einer der besten australischen Platten aller Zeiten gewählt. Der Ende 2011 weltweit erschienene Nachfolger „Making Mirrors“ mit seiner unwiderstehlichen Mixtur aus Pop, Folk, Soul und Weltmusik brachte Gotye dann den Durchbruch - nicht zuletzt dank eines kunstvollen Bodypainting-Videos zu „Somebody...“, das schon bald auf Millionen Smartphones flimmerte.
80,6 Millionen Mal wurde das Stück nach Label-Angaben bisher weltweit auf YouTube abgerufen. Verkaufsrang 1 und Dreifach-Gold für die Single in Deutschland, Platz 3 und eine goldene Schallplatte für das Album - satte Erfolgszahlen für einen nicht mal besonders attraktiven Drummer und Sänger, den noch vor kurzem niemand außerhalb des fünften Kontinents auf der Rechnung hatte.
Dass Gotye kein charismafreier Star aus der Retorte ist, sondern ein höchst versierter Musiker, machte auch das Berliner Konzert deutlich. Der in Brügge geborene Australier und seine vier Mitstreiter nutzten die mit allerlei Schlagwerkzeug vollgestopfte Astra-Bühne als Spielwiese für ein gutes Dutzend Songs, die sie teilweise mit wildem Geklöppel und Getrommel aufmotzten. Gotye verkniff sich dabei jede Bandboss-Arroganz und ließ die Musik sprechen. Beziehungsweise seine Stimme, die oft mit Peter Gabriel verglichen wird, noch häufiger aber mit einem Sting in Bestform.
Dass Gotye bei alledem ein echter Querkopf ist, bewies er in „State Of The Art“ - dem Song, der vom Sound am stärksten an Stings legendäre Erfolgsband The Police erinnert. Ausgerechnet hier verzichtete er auf sein flehendes Falsett und verfremdete seine helle Stimme zu einem spukigen Roboter-Gesang. Sein Händchen für schwerelos-eingängige Pop-Melodien bewies Gotye dann wieder im Zugabenblock nach rund einer Konzertstunde: Mit drei perfekten Songs im Motown-Stil der 60er Jahre schickte er die Fans auf den Heimweg.
Woran es lag, dass der Funke in Berlin nur teilweise übersprang? Womöglich kannten viele Besucher bis Dienstagabend nur „den Hit“ und wussten mit anderen, durchaus ambitionierten Gotye-Songs wie „Bronte“ oder „Eyes Wide Open“ noch wenig anzufangen. Auch das etwas ungelenke Bühnenverhalten der Band hatte seinen Anteil. Bei den gemeinsamen Trommel-Exzessen wünschte man sich, dass Gotye künftig noch mehr Mut zum Risiko hat und einfach mal loslässt. Dann kann aus einem großen Talent auch live ein Popstar mit Langzeitwirkung werden.
Madrid/Berlin (dpa) - Saal 49 des Prado-Museums in Madrid war am Dienstag voll besetzt. Anlass war die Ausstellung einer jüngst entdeckten „Zwillingsschwester“ der berühmten „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci.
Das Bild hatte seit Jahren an einer Wand in der Madrider Pinakothek gehangen, sein Wert war jedoch bislang nicht anerkannt worden. Experten des Museums hatten bei viermonatigen Restaurationsarbeiten festgestellt, dass das Gemälde von einem Schüler des Renaissance-Meisters Leonardo da Vincis in dessen Werkstatt in Florenz angefertigt wurde, Anfang des 16. Jahrhunderts und gleichzeitig mit dem Original.
Die für die technische Studie der „Mona Lisa“ im Prado-Museum zuständige Expertin Ana González Mozo sagte, das Werk sei jahrelang nur als eine der vielen Kopien des Originals betrachtet worden. Jetzt habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich um „die bedeutendste Version der bisher bekannten Kopien“ handele. Sie unterstrich den „außergewöhnlich guten Zustand“, in dem das Tafelbild und die Farben erhalten worden seien.
Die Experten erkannten bei der Restauration, dass der schwarze Hintergrund der Kopie erst nachträglich aufgetragen worden sei. Darunter entdeckten sie die Darstellung einer toskanischen Landschaft, wie sie auch auf dem Original zu sehen sei.
Der Leipziger Kunsthistoriker und Da-Vinci-Experte Frank Zöllner spielte indes die Bedeutung des im Prado-Museum entdeckten Werkes herunter. Das Gemälde habe nicht die Aura des Bildes im Pariser Louvre, sagte Zöllner im Deutschlandradio Kultur: „Also das ältere Gemälde, das Original, hat natürlich auch die Geschichte, es hat diesen nachgedunkelten Firnis, es ist zehntausend Mal kopiert und kommentiert worden. Diesen Zuwachs an Bedeutung, an eben einer auratischen Ausstrahlung, kann dieses neue Gemälde gar nicht haben.“
Original und Kopie des Gemäldes unterschieden sich in etlichen technischen Details ganz eklatant, äußerte Zöllner. Der Fund der zweiten „Mona Lisa“ bestätige kunstgeschichtliche Erkenntnisse der letzten Jahre: Danach habe Leonardo da Vinci ab dem Jahr 1500 einen florierenden Werkstattbetrieb gehabt, „wo er selbst Dinge entwirft oder auch malt. Und dass es Schüler gab, die das noch einmal malen, in derselben Gestalt oder mit leichten Varianten.“ Insofern sei dieser Fund in Madrid nicht so überraschend, wie er zunächst erscheine. Allerdings sei die Untersuchung der Kopien anderer Gemälde Leonardos lange Zeit vernachlässigt und leider erst in den letzten Jahren vorgenommen worden.
Die „Mona Lisa“ des Prado-Museums soll am 13. März vorübergehend an das Louvre-Museum in Paris für eine Ausstellung späterer Werke Da Vincis ausgeliehen werden. Das dort bis zum 25. Juni zur Schau gestellte „Zwillings-Gemälde“ wird dann nach Angaben der Madrider Pinakothek jedoch nicht in demselben Saal hängen, wo sich das berühmte Original befindet.
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Kommentare
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JU fordert Internet in Bussen
Herr Peter, die Meldung ist eben nicht so eindeutig wie Sie das darlegen. Das sieht man schon allein an der Überschrift. Oder habe ich was an den Aug
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JU fordert Internet in Bussen
Ich schlage kostenloses Busfahren für alle vor und bitte den Landrat um Prüfung der Machbarkeit.
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Reichlich kalte Füße
Ich finde es gut, was Sie geschrieben haben. In der Beziehung ist Nordhorn echt auf dem Stand von vor ... .Jahre stehen geblieben. Ich gebe Ihnen voll
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JU fordert Internet in Bussen
Herr Klappköttel, die Meldung der Union ist da doch ziemlich eindeutig: Man wünscht sich (oder eben fordert) eine Prüfung der Machbarkeit. Das umfa
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Auf „Superjahr 2010“ folgt gutes 2011
Die deutschen Vobas und Sparkassen sind aufgrund ihrer besonderen regionalen Struktur und vorsichtigem Wirtschaften von der Krise weniger betroffen al
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