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Zoo Osnabrück trauert um Giraffenbulle Edgar

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Am Donnerstagvormittag musste der Giraffenbulle Edgar eingeschläfert werden. Er litt an Arthorse. Foto: Birgit Strunk

Früher als gedacht musste am Donnerstagvormittag der Giraffenbulle Edgar eingeschläfert werden. Edgar litt an Arthrose. Trotz intensiver Behandlung hatte sich sein Gesundheitszustand in den letzten Tagen verschlechtert.

gn Osnabrück. Am Donnerstagmorgen fanden die Tierpflegerinnen Petra Kunze und Stephanie Batz Giraffe Edgar liegend im Stall vor. Die 5,40 Meter große und 1,3 Tonne schwere Giraffe war nicht mehr in der Lage aufzustehen. Doch stehen Giraffen nicht mehr auf, bricht innerhalb von drei Tagen der gesamte Organismus zusammen – unnötige Leiden, die das Zooteam zum schnellen Handeln zwangen. „Wir sind alle sehr traurig, diesen besonderen Giraffenbullen gehen lassen zu müssen, aber als Tierhalter haben wir diese besondere Verantwortung“, bedauert Zoodirektor Professor Michael Böer.

Und so traf am Donnerstagvormittag die sogenannte Ethikkommission, die in solchen Fällen aus dem wissenschaftlichen Team und den Tierpflegern zusammen gerufen wird, die Entscheidung Edgar zu erlösen. Der riesige Giraffenbulle litt bereits länger an Arthrose, eine Verschleißerscheinung, die vor allem im Alter auftritt. Die Gelenke der Giraffe schmerzten, da der Knorpel abgenutzt war und Knochen auf Knochen stieß. „Leider ist Arthrose auch nicht heilbar. Wir hatten in den letzten Monaten mit verschiedenen Therapien versucht, Edgars Lebensabend so angenehm wie möglich zu machen. Mit Wärme, homöopathischen Mitteln und Nahrungsergänzungsmitteln konnten wir immer wieder eine Verbesserung seines Zustandes erzielen“, berichtet Böer. Dass sich sein Gesundheitszustand nun so rasch verschlechtert, damit habe niemand gerechnet. „Wir hatten gehofft, dass er noch bis zum Frühjahr durchhält und dann auch die steigenden Temperaturen seine Beschwerden lindern. Aber so ist das bei Tieren, insbesondere bei Wildtieren und Beutetieren – sie lassen sich Schmerzen oder Beeinträchtigungen nicht anmerken, damit die Fressfeinde nicht auf sie aufmerksam werden“, erklärt Böer.

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Am 19. Januar 1999 wurde Edgar in Amsterdam geborene. Er zeugte insgesamt 16 Kinder und hatte bereits mehrere Enkelkinder. Foto:Hanna Rickert

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Seit Mai 2000 lebte Giraffenbulle Edgar am Schölerberg. Foto: Hanna Rickert

Für die Zoomitarbeiter war der endgültige Schritt nun notwendig, aber auch sehr traurig. Seit dem 11. Mai 2000 lebte Giraffenbulle Edgar am Schölerberg. Der am 19.01.1999 in Amsterdam geborene Bulle zeugte insgesamt 16 Kinder und hatte bereits mehrere Enkelkinder. „Edgar war ein sehr sanftmütiger Riese, was für Giraffenbullen eher ungewöhnlich ist. Die können auch schon mal gezielt ausschlagen oder treten“, berichtet Petra Kunze, Leiterin des Giraffenreviers. Sie hatte Edgar von Anfang an im Zoo Osnabrück betreut und umsorgte ihn auch in den letzten Monaten liebevoll: „Der Abschied ist für uns sehr traurig, doch wenigstens musste er nicht mehr lange unter der Arthrose leiden, die wäre ja immer schlimmer geworden. Für so ein großes Tier ist so eine Erkrankung sehr einschränkend. Aber er wird uns sehr fehlen mit seiner lieben Art.“

Der Tierkörper wird nun in der Pathologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover obduziert, die komplette Untersuchung mit allen Analysen dauert jedoch mehrere Tage. „Deutlich mit bloßem Auge zu sehen war die fortgeschrittene Arthrose am linken Buggelenk mit Zerfurchungen an den Gelenkrändern“, berichtete Böer, der an der Obduktion Freitagvormittag selbst teilnahm. Ob bald ein neuer Giraffenbulle nach Osnabrück kommen soll, ist noch nicht klar. Nun leben fünf Giraffen am Schölerberg: Die Kühe Ursula (16 J.) und Manja (5 J.) sowie der Nachwuchs Nanji (4 J.), Dayo (11 Monate) und Mabili (5 Monate). Giraffen können in menschlicher Obhut bis zu circa 25 Jahre alt werden – Giraffenbullen erreichen dieses Alter aufgrund ihrer Größe jedoch selten.

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