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Wolf zieht durch Nordhorn-Range

Fotofalle liefert gesicherten Nachweis

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Ein Wolf tapst in den frühen Morgenstunden des 3. Aprils durch Nordhorn-Range.
Bild 1/3
  • Ein Wolf tapst in den frühen Morgenstunden des 3. Aprils durch Nordhorn-Range.
  • Wo sich das Tier aktuell aufhält, ist unklar.
  • In den weitläufigen Flächen von Nordhorn-Range findet der Wolf ein ungestörtes Gelände.

In Nordhorn-Range ist ein Wolf gesichtet worden. Eine Wildüberwachungskamera hat entsprechende Bilder geliefert. Der Nachweis gilt inzwischen als gesichert. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Experten nicht.

Nordhorn. Ein Wolf ist in Nordhorn-Range in eine Foto-Falle getappt. „Der Nachweis ist gesichert, es ist ein Wolf“, sagt Björn Wicks, Wolfsbeauftragter beim Bundesforstbetrieb Niedersachsen. Die Fotos sind Anfang April entstanden. Damit liegt erstmals in neuerer Zeit ein Beweis für einen Wolf auf Grafschafter Boden vor.

Wicks geht davon aus, dass sich das Tier auf der Durchreise befindet. Im Alter von ein bis zwei Jahren müssten sich Wölfe ihr eigenes Revier suchen. Ob es ein männliches oder weibliches Tier ist, steht bislang noch nicht fest. Kotproben wurden genommen und befinden sich aktuell noch in der Untersuchung. Dann kann auch gesagt werden, von welcher Population der Wolf abstammt. Björn Wicks vermutet, dass das Tier aus der Lüneburger Heide hergezogen ist, wo sich Wölfe aus westpolnischen Gebieten angesiedelt haben. Es sind jedoch auch andere Herkunftsorte möglich. So ist der Wolf, der im April 2012 im Westerwald erschossen wurde, aus den italienischen Alpen nach Deutschland gekommen. „Wölfe legen weite Strecken zurück“, erklärt Wicks. Seit der Wende breiten sich die Raubtiere in Europa von Südosten in Richtung Nordwesten aus.

Wo sich das Tier momentan aufhält, ist nicht geklärt. „Wölfe führen eine sehr verdeckte Lebensweise“, sagt Wicks. Daher könne man sie auch nicht über längere Zeit vom Hochsitz aus beobachten. Es ist laut Wicks aber gut möglich, dass er sich noch im Bereich zwischen Nordhorn und Meppen befindet.

Angst muss jedoch niemand haben, sagt Wicks. Es könne sein, dass er sich möglicherweise ein Schaf packt, das frei auf der Weide steht. Grundsätzlich sei der Wolf aber darauf aus, Wild zu reißen. Was dies anbelangt, findet er in hiesigen Breiten beste Bedingungen vor, sagt Gerhard Hinze, Ehrenvorsitzender des Ökologischen Jagdvereins Niedersachsen und Bremen. Bei den hohen Wildbeständen könne er hier viel Nahrung finden.

Dr. Nils Kramer, Leiter des Tierparks Nordhorn, freut sich über die Sichtung des Wolfs: „Das zeigt, dass die Natur auch größeren Tieren Chancen bietet.“ Welche Konsequenzen die Anwesenheit des Raubtiers nach sich zieht, hängt laut Kramer auch davon ab, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. „Bei Männchen heißt es nicht, dass sie bleiben. Wenn sie auf der Durchreise sind, können sie morgen schon 150 Kilometer weiter sein“, sagt Kramer. Bei Weibchen hingegen könne es zur Etablierung eines Rudels kommen. „Wir werden das ganz genau beobachten“, meint der Tierparkleiter auch mit Blick auf die Landschafe, die erst am Freitag auf die Sommerweide in den Tillenbergen getrieben wurden.

Die Sichtung des Wolfes begrüßt auch die Kreisjägerschaft. Deren Vorsitzender Klaus Stamme spricht von einer Bereicherung für den Wildbestand. Wölfe dürfen in Deutschland übrigens nicht geschossen werden. Sie sind durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. „Wer das missachtet, verliert sofort seinen Jagdschein“, sagt Klaus Stamme.

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Die Meinung unserer Leser

3 Leserkommentare

1. | balu99 | Montag, 14.04.2014 | 17:38 Uhr

Also ich habe letztes Jahr im Herbst im Industriegebiet in Gildehaus (Westenberg) morgens einen Wolf auf einer Lichtung gesehen. Aber jeder, dem ich es erzählt habe, war der Meinung ich hätte wahrscheinlich einen streunenden Hund gesehen. Aber wenn ich mir jetzt das Bild ansehe, dann weiß ich, was ich letztes Jahr gesehen habe war definitiv ein Wolf.

2. | c.a.toni | Montag, 14.04.2014 | 22:39 Uhr

das wäre doch das happy-end für unseren bombenaufwurfplatz schlechthin! ein wolfsrudel sucht sich noh-range als "neue heimat" aus und bleibt dort. die jäger der lüfte müssen in ihren hangars bleiben. die wölfe dürfen ja nicht geschossen werden. es wäre doch so schön, wenn auf diese wundersame weise dieses problem gelöst werden würde. die natur erobert uns zurück. es gibt noch hoffnung!

3. | Mo Mentmal | Dienstag, 15.04.2014 | 07:31 Uhr

Doppelt schön wenn die Familie Isegrim verhindert das Wietmarscher Landwirte vom Trecker gebommt werden.


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