Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
(4) rating rating rating rating rating

Umzug der Anne-Frank-Schule steht kurz bevor

 Anne-Frank-Schule steht kurz bevor
Bevor der Unterricht beginnt, wird ein neuer Teppichboden verlegt. Fotos: Westdörp

Im sonst ruhigen Dachgeschoss des Stadtringgymnasiums in Nordhorn herrscht derzeit Hochbetrieb. Handwerker verlegen Teppichböden, streichen Wände und installieren Lampen. Der Grund: Hier zieht die Anne-Frank-Schule ein.

Nordhorn. Freude herrscht über den Umzug nicht, sagt Josef Lakeberg, der Schulleiter der Anne-Frank-Schule: „Gerne zieht bei uns niemand um. Ich denke, das kann man auch als Außenstehender menschlich nachvollziehen. Es war schließlich nicht unsere Entscheidung. Aber die Faktenlage hat leider gegen uns gesprochen. Jetzt hat es keinen Sinn mehr, sich zu sträuben und Trauer und Wut zu schieben. Stattdessen haben wir uns damit abgefunden und machen das Beste aus der Situation.“ Der Schulleiter betont, dass an der getrübten Stimmung keinesfalls das Gymnasium Nordhorn Schuld ist.

Monika Woltmann, die Schulleiterin des Gymnasiums, hat bereits ein neues Beschilderungssystem anbringen lassen, in das die Anne-Frank-Schule miteinbezogen wurde. „Wir wollen, dass die Schüler und Lehrer sich hier direkt gut aufgenommen fühlen. Sie sollen wissen, dass sie willkommen sind und wir uns auf sie freuen“, sagt Woltmann. Angekommen ist die Botschaft bei Lakeberg: „Wir hatten von Anfang an bemerkt, dass man uns am Gymnasium wohlwollend und offen begegnet. Das hat einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.“

Erste Kontakte zwischen den zwei Kollegien gibt es bereits. „Die Fachlehrer haben sich ausgetauscht, welche Lehrmittel es im Gymnasium gibt und was wir mitbringen müssen“, sagt Lakeberg. Dadurch sollen Dopplungen vermieden werden, denn statt eines Schulhauses stehen der Anne-Frank-Schule nur noch acht Räume zur Verfügung. Vier Klassenzimmer, ein Materialraum, ein Lehrerzimmer, das Sekretariat und das Büro des Schulleiters. Die ersten Umzugskartons sind dort bereits am Mittwoch eingetroffen. „Der Rest kommt dann in den nächsten Tagen nach“, sagt der Pädagoge.

 Anne-Frank-Schule steht kurz bevor
Büros und Schulzimmer für die Anne-Frank-Schule entstehen unter dem Dach des Gymnasiums am Stadtring.

Regelmäßiger Unterricht fand in den Räumen unter dem Dach vorher selten statt. Nun sollen 40 Schüler dort unterrichtet werden. Dadurch war eine Sanierung der Räume dringend notwendig. Die Wände wurden in hellen Farben frisch angestrichen und neue Teppichböden verlegt. Ausgestattet sind die Räume zudem mit moderner Technik. „Wir haben keinen Platz für Desktop-PCs in den Klassenzimmern. Aber wir haben Laptops für die Schüler und Lehrer, einen Beamer und was man sonst noch im Schulalltag braucht“, erklärt Lakeberg.

Ob es zwischen den Schülern zu neuen Freundschaften kommen wird, weiß Lakeberg noch nicht. „Es wäre schön, wenn sich Freundschaften entwickeln. Vom Alter her würde das auch passen. Aber ich denke eher, dass es sich um Einzelfälle handeln wird.“ Erste Anknüpfungspunkte gibt es. Die Schüler des Gymnasiums haben für ihre eigenen Fünftklässler ein Patensystem. „Das haben die Gymnasiasten ohne Umschweife auf die Anne-Frank-Schüler ausgedehnt, um ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern“, freut sich Lakeberg. Gemeinsame Projekte seien in der Zukunft zwar theoretisch möglich, aber in Planung ist derzeit nichts. „Uns geht es jetzt vor allem darum, den normalen Unterricht in den neuen Räumen aufzunehmen. Alles andere wird sich später zeigen.“ Nicht an die neuen Räume gewöhnen muss sich der Hausmeister der Anne-Frank-Schule. „Unser Hausmeister hatte zuvor bereits eine halbe Stelle im Gymnasium Nordhorn“, erklärt Josef Lakeberg.

 Anne-Frank-Schule steht kurz bevor
Im Gang herrscht Chaos. Bis zur Ankunft der ersten Schüler wird sich das aber ändern.

Noch nicht endgültig geregelt ist, wie der Weg zur Schule künftig aussieht. Die alten Busfahrkarten sind alle ungültig für den neuen Schulweg. Der Landkreis hat aus Kulanz erlaubt, sie dennoch zu benutzen. Derzeit endet die Fahrt allerdings am Bahnhof. Der Rest des Weges müsste zu Fuß zurückgelegt werden. „Das geht nicht so einfach. Die Schüler laufen dann am viel befahrenen Stadtring entlang. Das halten die Eltern und ich für keine gute Idee. Gerade für die jüngeren Schüler können sich gefährliche Situationen ergeben.“ Hinzu kommt Lakeberg zufolge, dass die Schüler dann gegen den Strom der Berufsschüler am Bölt laufen müssten. Der Schulleiter hofft, dass vom Bahnhof bis zum Stadtring ein Zusatztransport organisiert wird. „Wir stehen mit dem Landkreis im Gespräch, um eine Lösung für das Problem zu finden. Entschieden ist aber noch nichts.“

Auch der Cafeteriabesuch bereitet noch Probleme. „Unsere Schüler dürfen zum Glück die Cafeteria des Gymnasiums mitbenutzen, allerdings ist das gar nicht so einfach“, erklärt Lakeberg. Der Grund ist, dass beide Schulen bislang ein anderes Abrechnungssystem benutzt haben. „Unsere Schüler müssen sich jetzt an das neue System gewöhnen.“

Dossier zum Thema

Karte

Diesen Artikel

bewerten

rating rating rating rating rating

weitersagen

  • Twitter
  • Facebook
Artikel versenden

sichern

Drucken

empfehlen

Die Meinung unserer Leser

4 Leserkommentare

1. | Karl | Samstag, 23.01.2016 | 14:18 Uhr

Donnerwetter: Der Landkreis hat aus "Kulanz" erlaubt die alten Fahrkarten weiter zunutzen. Da geht mir aber die Hutschnur hoch! Der Kreis hat doch den Umzug angeordnet. Und da für die Schüler am Bahnhof Endstation ist und sie den Rest laufen müssen ist es für mich nicht nachvollziebar was diese Äußerung soll. Richtig wäre, das der Landkreis den Transport so regelt, das der oder die Busse vor dem Geymnasium halten. Und das aus dem Grund weil es zum Schulbeginn chaotisch am Stadtring zugeht. Hier sollte nach dem Verursacherprinzip gehandelt werden. Wenn der Landkreis diese Maßnahme anordnet, soll er auch für die Sicherheit und Kosten aufkommen. Für Flüchtlinge steht genug Geld zur Verfügung, für unsere Kinder so wie es aussieht nicht! Tja Herr Kethorn, vielleicht denken Sie mal darüber nach.

2. | matjes | Samstag, 23.01.2016 | 16:09 Uhr

Monika Woltmann: "Wir wollen das die Schüler sich hier gut aufgenommen fühlen"." Sie sollen wissen das sie hier willkommen sind"! Diese Floskeln kenne ich nur aus der Flüchtlings debatte, aber nicht in Bezug auf Anne Frank Schüler. Irgendwas läuft hier ganz gewaltig schief. Und das Wort "Kulanz" von Kethorn ist echt ein Witz.

3. | reinette | Samstag, 23.01.2016 | 17:23 Uhr

Es ist doch ganz einfach ich würde als Elternteil weigern , wenn die die Kinder nicht bis zum Gymnasium befördert werden. Denn das ist die Pflicht des Landkreises wenn Schüler in andere Räumlichkeiten umziehen müssen.

4. | Dummsinn | Samstag, 23.01.2016 | 18:11 Uhr

Landkreis schämt euch , oder stellt das ab .


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Mehr aus diesem Ressort

25.000-Euro-Spende für die Sommerakademie

ro-Spende für die Sommerakademie

Mit 25.000 Euro unterstützen die Stiftungen der Sparkassen-Finanzgruppe die 40. Sommerakademie für Kammermusik in Frenswegen. Die Akademie beginnt am 7. August und endet mit einem Konzert-Festival vom 26. bis 28. August. mehr...

Rückstau nach Unfall auf Lingener Straße

nach Unfall auf Lingener Straße

Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 213 sind am späten Donnerstagnachmittag zwei Beteiligte leicht verletzt worden. Am Ortsausgang von Nordhorn bildeten sich zeitweise längere Rückstaus. mehr...

„Acoustic Revolution“ beenden den Musiksommer

 Revolution“ beenden den Musiksommer

Zum Abschlusskonzert zieht der Nordhorner Musiksommer um: Am Sonnabend, 30. Juli, spielt ab 19.30 Uhr die preisgekrönte Band „Acoustic Revolution“ an Bord der „Jantje“ am BCN-Bootsanleger am Ostufer des Vechtesees. mehr...

Exhibitionist im Nordhorner Freibad

nist im Nordhorner Freibad

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat ein Exhibitionist am vergangenen Dienstag im Nordhorner Freibad einen 13-jährigen Jungen belästigt. Der ältere Mann habe vor dem Jungen mehrfach an seinem Geschlechtsteil manipuliert. mehr...

Neueste Top-Themen
Neueste
Heute meistgelesen
Heute gelesen
Soziale Netzwerke
  • GN-Online bei Facebook
  • GN-Online bei Twitter
  • GN-online bei google plus
Umfrage

Dopingvorwurf: Sollten bei Olympia 2016 alle russischen Sportler ausgeschlossen werden?

Auf jeden Fall! Ein Staat, der systematisch dopt, hat bei Olympia nichts zu suchen.
Nein! Auch in anderen Ländern wird gedopt. Alle russischen Sportler pauschal zu verdächtigen, ist unfair.
Ich bin unsicher... Wer weiß schon, was da genau hinter den Kulissen passiert?
581 abgegebene Stimmen
E-Paper
  • GN-App im Apple-Store
  • GN-E-Paper als html5-Version
  • GN-App im Google-Play-Store
Jugendmagazin
Neueste