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Tief beeindruckendes Körperspiel im Gymnasium

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Engagiert war das Theaterspiel der Schülerschaft des Halbjahreskurses. Foto: Meppelink

Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums Neuenhaus haben sich in einer Theater-Präsentation dem Thema „Verkörperungen“ gewidmet. Dem Kurs gelang eine beeindruckende Inszenierung unter der Leitung von Theresa Sperling.

Neuenhaus. Für Montagabend hatte das Lise-Meitner-Gymnasium in Neuenhaus zu einer Theater-Präsentation ins Forum eingeladen. Gezeigt wurde mit „Verkörperungen“ das Ergebnis des Halbjahreskurses Darstellendes Spiel des Jahrgangs 11/12 unter Leitung von Theresa Sperling. Nur 35 Minuten dauerte die Vorstellung; aber man war danach von der Fülle der Eindrücke ganz benommen.

Die Performance war in fünf Akte gegliedert: Körper und Seele – Erwachsenwerden – Liebe – Erkenntnis – Tod. Alle Texte hatten die Schülerinnen und Schüler selbst geschrieben, die Lehrerin hatte sie lediglich redigiert. 15 Mitglieder umfasste die Gruppe: Jana Alexandrov, Leif Borgman, Lena ten Brink, Ines Büdden, Lena Genzink, Julia Koenders, Dana Lichtendonk, Marcel Michalik, Ann-Marie Olthoff, Laura Peufer, Nadine Stegink, Anne Strauss, Lea Strieper, Hannah Vette, Carina van der Zwaan. Alle Schüler waren schwarz gekleidet, die Gesichter der Mädchen diskret weiß geschminkt, die Lippen rot.

Bildergalerie

"Verkörperungen" am Gymnasium Neuenhaus

In einer glanzvollen und tief beeindruckenden Choreografie stellten die jungen Leute unterschiedliche Aspekte des Themas dar. Diese reichten von persönlichen Lebenserfahrungen Heranwachsender bis zu Platons Soma-Sema-Problem (Der Körper ist das Grab der Seele), das etwa im furiosen Mädchen-Abschied von der künstlichen Verschönerung des Körpers durch Schminke seine bleibende Aktualität zeigte.

In immer neuen Formationen auf der Bühne und unten auf dem Parkett der Aula wurden immer wieder blitzartig neue Erkenntnisse vermittelt. Die Gruppe führte Aggression wie Zuneigung vor. Man zeigte Generationenkonflikte. Mit großem Ernst wurden dringende Botschaften übermittelt. Immer wieder fühlte man sich betroffen, doch wurde die Betroffenheit gelegentlich auch durch Lachen aufgelockert, so etwa im an Robert Gernhardts „Mein Körper“ orientierten Slapstick.

Man spürte, wie durch die gemeinsame Arbeit der Gruppe nicht nur eine Fülle von Körper- und seelischen Erfahrungen realisiert werden konnte, sondern auch so etwas wie Weisheit aufschien, die doch eigentlich eher dem Alter vorbehalten zu sein scheint.

Trotz des bisweilen rasanten Szenenwechsels und der ständigen Bewegungen im Raum spürte man im gesamten Aufbau des Abends keine Verzögerungen und keine etwa durch Lampenfieber verursachten Hemmungen. Alle Handlungen wurden durch kluge Gestik verdeutlicht. Besonders gut gelang das in der Szene „Pyralinderkugel“, in der drei Mädchen ihren Vortrag über „Kugel“, „Zylinder“ und „Pyramide“ zu einer beeindruckenden Variationsfolge entwickelten.

Hervorzuheben ist auch die durchweg angemessene sprachliche Gestaltung. Alle Texte wurden klar verständlich und gut dramatisiert vorgetragen. Leif Borgman begleitete einige der Szenen sensibel auf der Gitarre.

Natürlich gab es bei „Verkörperungen“ keine eindeutige Botschaft. Der Zuschauer war aufgefordert, über das Gesehene und Gehörte nachzudenken. Neben den tiefen Eindrücken des Abends bleibt das Erstaunen darüber, wie man in der Zeit nur eines Schulhalbjahres ein so wunderbares Ergebnis erreichen kann.

Möglich ist das nur, weil es Theresa Sperling wieder einmal gelungen ist, ihre Lerngruppe zu einer Einheit zu formen und die Schüler an dieser Einheit wachsen zu lassen. Hier konnte man im Lise-Meitner-Gymnasium in Neuenhaus hautnah miterleben, wie Bildung geschehen kann. Wenn das doch in der Schule immer möglich wäre!

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