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Tablets sollen Schüler im Unterricht motivieren

ollen Schüler im Unterricht motivieren
Die Tablets sollen im Unterricht vielfältig einsetzbar sein.
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  • Die Tablets sollen im Unterricht vielfältig einsetzbar sein.
  • Warum erreicht die Kugel, die an einem Faden hängt, beim Zurückschwingen nicht die gleiche Höhe? Dieses physikalische Gesetz sollen die Schüler mithilfe eines Videos auf dem Tablet anschaulich analysieren.
  • Auch im Sportunterricht kann das Tablet zum Beispiel zur Bewegungsanalyse im Handball genutzt werden.

Seit dieser Woche sind in den siebten Klassen am Gymnasium Nordhorn Tablets im Einsatz. Sie sollen den Unterricht ergänzen und eine Erleichterung sein. Zunächst wird die neue Technik für ein Jahr getestet.

Nordhorn. Sind die Zeiten von schweren Schultaschen, Hunderten von Kopien und des lästigen Mitschreibens in Schulen vorbei? Noch nicht, aber vielleicht bald. Was in den Niederlanden an fast allen weiterführenden Schulen zum Alltag gehört, ist in Deutschland noch in der Testphase: Tablets an Schulen. Doch das Gymnasium Nordhorn ist auf einem guten Weg. Seit dieser Woche nutzen die Schüler und Lehrer der siebten Klassen android basierte Tablets im Unterricht.

38 Lehrkräfte und 123 Schüler – alle vier Klassen der siebten Jahrgangsstufe – sollen ab sofort den Einsatz von Tablets im Unterricht testen. Damit ist das Gymnasium am Stadtring neben der integrierten Gesamtschule Hannover-Linden die zweite niedersächsische Schule. Physik- und Chemielehrer Jens Riedel hatte die Idee dazu: „Wenn wir nicht auf die neue Technik eingehen, unterrichten wir an den Schülern vorbei.“ Gestiftet wurden die Tablets, die die Jugendlichen auch zu Hause für schulische Dinge nutzen dürfen, von dem Verein n-21 in einer Kooperation mit dem Elektronik Hersteller Samsung unter dem Projektnamen „Initiative – Digitale Bildung, neu Denken“. Die Siebtklässler sind die ersten Nutzer des neuen Android-Systems von Samsung auf Tablets, erklärt Gerhard Krohne, Geschäftsführer von n-21. „Wir haben uns dazu entschieden, alle siebten Klassen mit Tablets auszustatten, damit sich möglichst viele Lehrer mit der Technologie befassen müssen, um das Wissen dann weiterzutragen“, meint Krohne. N-21 habe es sich zur Aufgabe gemacht, den Einsatz von Multimedia und Internet an Schulen zu fördern.

Interessanter und aktueller Unterricht

„Wir wollen den Schülern die Chance von einem möglicherweise interessanteren und aktuelleren Unterricht geben“, betont Schulleiterin Monika Woltmann. Die Einsatzmöglichkeiten für Schüler und Lehrer sind in allen Unterrichtsfächern vielfältig: Textverarbeitung, Hörverstehen, Sprachen lernen, Recherche im Internet, Weiterleiten von Unterlagen an die Klassenkameraden, Visualisierung durch Fotos und Videos oder auch Bewegungsanalysen im Sportunterricht. „Wir können auch Arbeitsergebnisse von Schülern an das Active Board weiterschicken, vergleichen und bearbeiten“, nennt Jens Riedel als Beispiel. Wichtig sei aber, dass Tablets Zettel und Stifte nicht ersetzen, sondern als Ergänzung zum Unterricht dienen. „Jeder Lehrer kann die Tablets so einsetzen, wie es ihm am besten passt.“

Bei der Entscheidung, welche Stufe die Tablets ausprobieren darf, gab es drei Gründe für die Siebtklässler, erläutert Woltmann: Zum einen ist es der kleinste Jahrgang. Weiter machen die Jugendlichen das G9-Abitur, also nach 13 Jahren, weshalb sie mehr Zeit zum Ausprobieren hätten. Der gravierendste Punkt aber war die Einführung des Grafiktaschenrechners, der in den siebten Klassen Pflicht ist und durch die Tablets entfällt. Dieser wird in Form einer App auf den Geräten zu finden sein, die auch in Klausuren genutzt werden kann. „Alle anderen Funktionen sind dann natürlich nicht nutzbar“, informiert Riedel.

Erleichterung für die Lehrer

Die Einführung heißt für die Lehrer zunächst mehr Arbeit, denn diese müssen erst einmal selber die Funktionen der Tablets kennenlernen. „Wir hoffen, dass sich die Mühe auszahlt und die Nutzung auf Dauer eine Erleichterung sein wird“, meint Riedel. Der größte Vorteil sei jetzt schon erkennbar: „Die Jugendlichen sind motivierter und neugieriger.“

Aber die Nutzung von Technik an Schulen kann auch negative Aspekte mit sich bringen. Am Gymnasium ist man sich sicher, dass die Lehrer mit abgelenkten Schülern oder eventuellem Mobbing umgehen können: „Bei uns gibt es klare Verhaltensregeln, die jeder kennt. Ich vertraue auf die Lehrkräfte, die für solche Situationen sensibilisiert sind“, betont Woltmann. Probleme der Vorführung wie beim Vorturnen habe es schon immer gegeben. Wenn ein Schüler nicht gefilmt werden wolle, werde man das akzeptieren.

Ob eine dauerhafte Nutzung von Tablets im Unterricht sinnvoll wäre, müsse sich in dem kommenden Jahr herausstellen, so Woltmann. Denn die Geräte werden zunächst für ein Jahr getestet. Am 31. Januar 2016 müssen die Schüler ihre Tablets zunächst wieder abgeben.

Wer ist n-21?

Der Verein „n-21: Schulen in Niedersachsen online“ wurde 2000 gegründet. Zu seinen Mitgliedern gehören Vertreter des Landes, von kommunalen Spitzenverbänden, zahlreichen Wirtschaftsunternehmen und gesellschaftlichen Gruppen. Finanziert wird der Verein neben Sponsorenmitteln hauptsächlich vom Land.

Das Ziel ist es, den Einsatz von Multimedia und Internet an Schulen zu fördern. Neben Fortbildungen im IT-Bereich für Lehrer und die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und Online-Angeboten, bietet n-21, gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, viele Schulprojekte an. So auch die „Initiative – Digitale Bildung, neu Denken“ am Gymnasium Nordhorn.

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Die Meinung unserer Leser

6 Leserkommentare

1. | Stanley Switek | Samstag, 29.11.2014 | 13:27 Uhr

Ich bin froh, dass ich keine schulpflichtigen Kinder habe. Da werden die Kinder unter dem Deckmantel "Förderung im IT Bereich" von der Industrie angefixt, mit Google (oder Apple) zwangsverheiratet und sind auf bestimmte Apps angewiesen obwohl es im Windows oder Linux Bereich seit Jahren bewährte edukative Software gibt. Oder komplette auf Schulen ausgerichtete offene Betriebssysteme wie Skolelinux oder Edubuntu. Und was ist jetzt genau der Vorteil von Tablets ggü. Laptops? Die Chancen im Beruf erhöht ein Tablet mit Sicherheit nicht; im Gegenteil wird in der Industrie doch eher Erfehrung mit Standard Software verlangt. Eine Sekretärin oder Arzthelferin die keine Erfahrung im Umgang mit dem Tastaturschreiben hat? Undenkbar. Echtes IT Wissen müssen sich geneigte Schüler wohl weiterhin in Ihrer freien Zeit aneignen.

2. | Bracke | Samstag, 29.11.2014 | 14:48 Uhr

Jawoll Herr Switek. Ist doch alles Murks, der Computerquatsch. Früher hat es das alles auch nicht gegeben. Man hatte eine Schiefertafel, die sah aus wie ein Tablet, brauchte keinen Strom und den Apple aß man in der Pause. Klar, man wurde von der Schiefer- und Kreideindustrie angefixt, und wenn einem langweilig war, dann schaute man aus dem Windows. Internet gab es auch nicht, aber viele andere Nette, besonders die Brünette mit den beiden Zöpfen. Ach hätten wir damals einen Stanley in der Klasse gehabt, keiner wäre auf die dumme Idee mit den Computern gekommen.

3. | bentheimer bär | Samstag, 29.11.2014 | 14:53 Uhr

Ich denke es ist eine gute Entscheidung, wenn die IT - Technik auch in der Schule genutzt wird. Es gibt - zwar nicht flächendeckend für alle Fächer - vieles, was gerade durch die IT Medien deutlich verständlicher vermittelt werden kann , als in Büchern. Tablets sollten nicht alles errsetzen, aber ergänzen. So wie Frontalunterricht weiterhin seine Berechtigung hat, neben Gruppenarbeit usw. Ich bin sehr auf die Erfahrungen gespannt und hoffe, dass darüber nach einem Jahr auch berichtet wird. Es ist schön zu lesen / zu hören dass Lehrkräfte auch diesem Thema öffnen und ihren Unterricht weiterentwickeln. Also Glückwunsch an Frau Woltmann.

4. | Stanley Switek | Samstag, 29.11.2014 | 16:53 Uhr

Bracke, Sie haben meinen Beitrag völlig missverstanden. Ich bin genau dafür Informationstechnologie zu lehren und zwar möglichst mit freier (im Sinne von Freiheit) und hardwareunabhängiger Software (wie man meinem zweiten Satz entnehmen könnte). Mit den Android (oder auch Apple) Tablets zwingt man die Schüler in ein bestimmtes Ökosystem. Ohne Registrierung bei Google ist die Nutzung des Andrid Tablets quasi nicht sinnvoll möglich. Es geht mir um den Einfluss der Industrie die hier unterschwellig auf die Kinder genommen wird.

5. | Bracke | Samstag, 29.11.2014 | 21:22 Uhr

OK Herr Switek, wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, dann habe ich Ihren ersten Kommentar wirklich nicht verstanden. Wie konnte mir das nur passieren. Sei es drum. Ich bin auch ein Fan von sog. Open Source-Software, aber die spielt leider im Alltags- und Arbeitsleben leider nur eine untergeordnete Rolle. Und es ist auch eigentlich egal, mit welcher Soft- und Hardware den Schülern IT nahegebracht wird. Es kommt darauf an, dass die Lehrenden ihnen auch einen kritischen Umgang mit allen den schönen Dingen, die uns Apple, Google, Microsoft &. Co. bescheren, vermitteln. Es wäre in diesem Zusammenhang wünschenswert, dass die Lehrkräfte am Gymnasium Nordhorn dazu befähigt sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schüler, was den Umgang mit IT angeht, ihren Lehrer oft um mehr als eine Nasenlänge voraus sind. Vielleicht wäre eine Weiterbildung der Lehrkräfte mehr als angebracht. Aber vielleicht sitzen diese ja schon nach Schulschluss an den gestifteten Tablets und büffeln fleißig.


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