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Schüttorfer Pastor reist zu Kirche in Nahost

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Treffen in Nahost: Owe Boersma (Evangelisches Missionswerk), Habib Badr (Leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche im Libanon), Thomas Fender (Ökumenepastor der reformierten Kirche), Salim Sahiouny (Präsident des Höchsten Rates der Evangelischen Kirchen in Syrien und Libanon), Ralf Meister (Landesbischof der Hannoverschen Landeskirche), Rosangela Jarjour (Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen des Mittleren Ostens). Der Schüttorfer Fender war mit Boersma und Meister im Libanon. Foto: Katja Buck

Der Schüttorfer Pastor Thomas Fender ist in den Libanon gereist. Er traf dabei Vertreter des Höchsten Rates der Evangelischen Kirchen in Syrien und dem Libanon.

epd Schüttorf/Beirut. Der Ökumenepastor der evangelisch-reformierten Kirche, Thomas Fender aus Schüttorf, hat sich für mehr Solidarität mit den Christen im Nahen Osten ausgesprochen. Durch den Krieg in Syrien habe sich die Situation der evangelischen Kirchen in der Region dramatisch verschlechtert, sagte Fender am Mittwoch nach einer Reise in den Libanon. In Beirut hatte der Schüttorfer Vertreter des Höchsten Rates der Evangelischen Kirchen in Syrien und dem Libanon getroffen. „Sie haben uns vorgeworfen, die deutschen Kirchen ließen ihre Glaubensgeschwister im Nahen Osten im Stich,“ berichtete Fender weiter.

Die evangelischen Kirchen in der Region repräsentierten zwar nur eine kleine Minderheit, hätten dafür aber einen beachtlichen Einfluss, sagte Fender. Ihre Schulen seien ein beeindruckendes Markenzeichen. Vor dem Krieg hätten 250 Familien zur Kirchengemeinde in Aleppo im Nordosten Syriens gezählt. Trotzdem sei es der Gemeinde gelungen, eine Schule für 1400 Schüler zu betreiben.

„Terror kann man nicht mit Krieg bekämpfen, nur mit Bildung“

Inzwischen lebten lediglich noch 70 evangelische Familien in der Stadt. „Die übrigen sind vor den Kämpfen geflohen“, sagte Thomas Fender. Dennoch laufe der Schulbetrieb mit rund 700 Schülern weiter, so Fender. Ein Kirchenvertreter vor Ort habe dies so begründet: „Terror kann man nicht mit Krieg bekämpfen, sondern nur mit Bildung.“ Am 28. Februar werden alle 145 reformierten Kirchengemeinden in Deutschland ein Zeichen der Solidarität setzten, kündigte Fender an. „Die gesamte Gottesdienstkollekte dieses Sonntags soll an die evangelische Schule in Aleppo gehen.“

Im vergangenen Jahr hatte das reformierte Kirchenparlament bereits 10.000 Euro für die Schule bewilligt. Doch sei dies nur ein Anfang. Er wünsche sich eine offizielle Partnerschaft mit den Kirchen in Syrien und dem Libanon, wie sie die reformierte Kirche bereits zur Zeit der Apartheid zu der reformierten Kirche der Farbigen und der Schwarzen in Südafrika unterhalten habe, sagte der Ökumenepastor.

Die Synode der reformierten Kirche hatte sich schon 2014 in Emden mit der Lage im Nahen Osten beschäftigt. Die Delegierten bekräftigten damals in einem Schreiben ihre Solidarität mit den Christen in der Region. In dem Brief an den Höchsten Rat der Evangelischen Kirchen in Syrien und dem Libanon hieß es unter anderem: „Wir wollen Sie nicht vergessen! Wir wollen es nicht zulassen, dass unsere Politiker angesichts anderer Brandherde in der Welt Ihr Schicksal aus den Augen verlieren.“

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