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Schöne Stimmen lassen „Glanzlichter“ funkeln

„German Tenors“ gastieren vor begeistertem Publikum

immen lassen „Glanzlichter“ funkeln
In der Alten Kirche begeisterten (von links) Luis del Rio, Sopranistin Sonora Vaice, Johannes Groß und Claudia Hirschfeld an ihrer Show- und Konzert-Orgel.

Auf ihrer Deutschland-Tournee machten am Dienstag die einem breiten Publikum bekannten „German Tenors“ in der Alten Kirche Station und präsentierten ein musikalisches Programm, von dem die fast 300 Zuhörer begeistert waren.

Nordhorn. Auf ihrer Deutschland-Tournee machten am Dienstag die einem breiten Publikum bekannten „German Tenors“ in der Alten Kirche Station und präsentierten ein musikalisches Programm, von dem die fast 300 Zuhörer begeistert waren. Am Schluss Standing Ovations und nicht enden wollendes rhythmisches Klatschen. Am Ausgang schmolzen am Verkaufstisch die Stapel mit der neuesten CD dahin wie Schneemänner in der Sommersonne.

Man kann mit ganz unterschiedlichen Erwartungen ein Konzert besuchen. Nicht jeder möchte sich beanspruchen lassen durch die geschlossene Aufführung eines abendfüllenden musikalischen Werks. So manchem steht der Sinn nach kurzweiliger Unterhaltung. Er möchte sich an der Schönheit großer Stimmen erfreuen oder in einem melodischen Blumengarten von Blüte zu Blüte geleitet werden.

Der Abend mit den „German Tenors“ war eindeutig von dieser zweiten Art. Der Titel des Programms wies schon darauf hin: „Glanzlichter“! Das Ensemble mit der aus Lettland stammenden Sopranistin Sonora Vaice und den beiden Tenören Johannes Groß und Luis del Rio sowie der Instrumentalistin Claudia Hirschfeld an ihrer elektronischen Show- und Konzert-Orgel hatte sich nach eigenem Bekunden vorgenommen, das Publikum „musikalisch zu verwöhnen“. Dazu bot es mit hörbarem „Verwöhncharakter“ einen bunten Reigen von bekannten Arien, Duetten, Instrumental- und Gesangsnummern aus Oper, Operette und der populären Unterhaltungsmusik. Claudia Hirschfeld bezeichnete die Programmfolge in schöner Unbefangenheit als „musikalisches Wechselbad“ – und fürwahr, das war es!

Da stand Andrew Lloyd Webber neben Beethoven, Bach neben Franz von Suppé. Da erklangen die Hits aus Großvaters Plattenschrank (Emmerich Kálmáns „Zwei Mädchenaugen“) direkt neben uralten Weihnachtsliedern in lateinischer Sprache („Adeste fideles“). Und auf das unverwüstliche und mit herrlich wilder Kraft der Tenöre geschmetterte „O sole mio“ als Schlussnummer folgte als Zugabe ein Weihnachtslied nach einer Melodie von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Aber das Publikum hatte seine Freude dran. Alle Musik, wenn sie gut musiziert ist, passt immer auch gut zueinander. Und gut musiziert war sie meistens. Beeindruckend die musikalischen Möglichkeiten von Sonora Vaice mit ihrem dramatischen Sopran von wagnerschem Format, dessen Kraft durch ihre „messa di voce“-Technik auch im Pianissimo nicht erstarb und mit dem sie ebenso Mozarts Koloraturen im „Exultate jubilate“ perlend meisterte.

Auch der chilenische Tenor Luis del Rio hat eine schöne Stimme, lag aber bisweilen in seiner Intonation haarscharf daneben und „beamte“ sich manchmal allzu schmachtend auf die hohen Töne hinauf, anstatt sich sauber von oben draufzusetzen. Aber sein „Tenore spinto“- Timbre bildete mit dem unglaublich voluminösen, baritonal gefärbten Tenor von Johannes Groß einen fein abgestimmten Zusammenklang.

Claudia Hirschfeld konnte sich an ihrer dreimanualigen elektronischen Orgel, gewissermaßen dem „Ein-Frau-Orchester“, nicht wie die Sänger mit einzelnen Auftritten begnügen, sondern ging durchs ganze Programm hindurch – als orchestrale Begleitung der Sänger, als Komponistin und Arrangeurin, aber auch solistisch. Bei der „Dichter und Bauer“-Ouverture gelang ihr das besonders virtuos. Nicht nur musikalisch, auch durch ihre Conference war sie die Seele des Ganzen. Kurzum: Die „Glanzlichter“ funkelten.

Allerdings: So schön, wie die Alte Kirche ist - unter aufführungstechnischen Gesichtspunkten gibt es für eine Veranstaltung dieser Art in Nordhorn geeignetere Räume.

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