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Rückklick: Als am Markt eine „Trinkhalle“ stand

Rathaus, Arbeitsamt, Polizei, VHS, Musikschule: Kein Gebäude in Nordhorn dürfte eine so wechselvolle Geschichte haben wie dieses Haus am Lingener Tor. Unser interaktives Bild zeigt, wie sich das Umfeld verändert hat.

Bewegen Sie den Schieberegler in der Mitte des Bildes, um zwischen der aktuellen Aufnahme und dem historischen Bild zu wechseln.

Nordhorn. Blickt man aus der Nordhorner Fußgängerzone über die Lingener Torbrücke, dann könnte man meinen: Eigentlich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gar nicht viel verändert. Doch spätestens auf den zweiten Blick wird klar, dass das nicht stimmt. Natürlich, die Alte Kirche am Markt ragt unverändert in die Höhe und prägt heute wie damals das Bild der Innenstadt. Doch was ist das für ein flacher Bau davor, direkt hinter der Brücke? Das war ein Kiosk, bekannt als die „Trinkhalle“, wissen alteingesessene Nordhorner zu berichten. Davor ist der Stadtbrunnen von 1750 zu erkennen, der 1989 renoviert wurde und seinen Standort leicht verändert hat. Und auf der anderen Straßenseite sieht man, ganz links am Bildrand, ein Kriegerdenkmal, das dort längst verschwunden ist.

Dass sich auch die Bebauung entlang der Lingener Straße verändert hat, ist wegen der dicht belaubten Bäume auf dem historischen Bild nur zu erahnen. Das Gebäude links mit dem auffälligen Giebel hingegen hat den Zeitläuften getrotzt. Obwohl: Was steht denn da für ein Schriftzug? „Arbeitsamt“. Das verweist auf die wechselvolle Nutzung, die dieses Haus bereits erlebt hat. Gebaut wurde es 1914 als Altendorfer Rathaus. Doch schon 1930, nach der Eingemeindung Altendorfs in die Stadt Nordhorn, zog die Verwaltung wieder aus und überließ das Gebäude dem Arbeitsamt. Später zog hier die Polizei ein, dann das Stadtjugendamt, dann die Volkshochschule und schließlich die Musikschule, die hier bis heute ihren Sitz hat.

Das historische Foto stammt aus dem Buch „Nordhorn – eine Zeitreise“, die aktuelle Aufnahme von GN-Fotograf Werner Westdörp.

Sie besitzen alte Fotos aus der Grafschaft, die sich für einen Früher-Heute-Vergleich anbieten? Senden Sie Bilder und Infos gerne an s.burkert@gn-online.de.

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