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Regionale Wirtschaft gibt sich selbstbewusst

 Wirtschaft gibt sich selbstbewusst
Knapp ausreichend für die vielen Gäste des IHK-Empfangs war der komplett leer geräumte und für 600 Gäste bestuhlte Ausstellungsbereich des Stadtmuseums. Foto: Kersten

Die Integration von Flüchtlingen und ihre Qualifizierung für den Arbeitsmarkt ist eine wichtige Herausforderung. Das erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beim Neujahrsempfang der IHK in Nordhorn.

Nordhorn. Eine Modenschau als Zeitreise durch 150 Jahre Geschichte der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Songs von Whitney Houston und Adele, dargeboten von Schülerinnen der Musikakademie Obergrafschaft, bildeten am Mittwochabend den Rahmen für den Festakt im Nordhorner Kompetenzzentrum Wirtschaft im NINO-Hochbau. In den eigens für die Veranstaltung freigeräumten Räumen des Stadtmuseums begrüßte IHK-Präsident Martin Schlichter neben den Spitzen der regionalen Wirtschaft den Ministerpräsidenten Stephan Weil sowie Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Landtagspräsident Bernd Busemann.

„Es ist immer gut, wenn die Wirtschaft im Westen von Niedersachsen und die Regierung in Hannover gut zusammenarbeiten“, sagte Weil in Anspielung auf das Jubiläumsjahr der Industrie- und Handelskammer, die 2016 ihr 150-jähriges Bestehen feiert. In seiner rund 45-minütigen Festrede nannte Weil die Flüchtlingsthematik die zentrale Herausforderung des Jahres. Nur dank des großen Einsatzes der Kommunen und einer „enormen Welle der Hilfsbereitschaft“ zahlloser ehrenamtlicher Helfer im Lande sei es gelungen, rund 100.000 Flüchtlinge in Niedersachsen aufzunehmen und unterzubringen.

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IHK Neujahrsempfang in Nordhorn

„Schlüsselaufgabe“ dieses Jahres sei die Integration dieser Zuwanderer in die Gesellschaft und ihre Qualifizierung für den Arbeitsmarkt. Das sei eine langfristige Aufgabe, denn es gehe um die Fachkräfte von übermorgen. Dennoch lohne sich die Anstrengung, weil am Ende eine „Win-Win-Situation“ für Wirtschaft und Gesellschaft sowie eine Entlastung der Sozialsysteme stehe. Weil lobte die Bereitschaft der Unternehmen gerade auch im IHK-Bezirk, bei dieser Aufgabe mitzuwirken und Flüchtlinge auszubilden.

Griechenland- und Eurokrise, Flüchtlingsdrama und Terroranschläge: 2015 sei im Rückblick, so Weil, ein „Jahr zum Vergessen“. Doch es habe Niedersachsen auch viel Positives gebracht, zum Beispiel ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent und 70.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Der Rekord von 2,8 Millionen vollwertigen Arbeitsplätzen im Lande sei das Verdienst der Wirtschaft.

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14.01.2016 Ministerpräsident Weil: Der Westen Niedersachsens
 Nordhorn: Gestern lud die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zum Neujahrempfang ein. Zahlreiche Politiker und Unternehmer kamen nach Nordhorn. Bericht: Jana Hillmann

Den Bezirk der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim lobte Weil als „Boomregion“ mit krisenfestem Branchenmix, „ausgeprägter Dominanz“ von Klein- und Mittelbetrieben und gut funktionierenden Familienunternehmen. „Wir wissen genau, was wir an diesen Familienunternehmen haben“, so der Ministerpräsident. Er versprach in der Wirtschaftspolitik und bei der Reform der Erbschaftssteuer einen „Kurs mit Augenmaß“, um gerade diese Unternehmen nicht zu belasten.

Mit IHK-Präsident Martin Schlichter war Weil sich einig, dass die Sicherung des Fachkräftenachwuchses ein herausragendes Thema für die Wirtschaft ist – gerade auch im wirtschaftlich erfolgreichen Westen von Niedersachsen. Der Ministerpräsident brach in diesem Zusammenhang eine Lanze für die Sicherung der dualen Ausbildung. Ziel der Landesregierung sei eine verstärkte berufliche Orientierung in allen Schulen und der „Abbau von Warteschleifen“.

Schlichter hatte zuvor noch einmal die Kernforderungen der Wirtschaft an die Politik umrissen: Verstärkte Anstrengungen für duale Ausbildung und Sicherung des Fachkräftenachwuchses, weniger staatliche Regulierung und Abbau internationaler Handelsbeschränkungen.

Mehr grenzüberschreitende Mobilität ermöglichen

Zudem warnte Schlichter vor den langfristigen Folgen der anhaltenden Niedrigzinspolitik und forderte eine „Zinswende“. Zugleich kritisierte er steigende Steuerbelastungen und wettbewerbsverzerrende wirtschaftliche Aktivitäten von Kommunen. Der Arbeitsmarkt müsse mehr grenzüberschreitende Mobilität ermöglichen.

Es sei nicht einzusehen, warum im Westen Niedersachsens die Arbeitslosenquote bei drei Prozent, wenige Kilometer weiter in den Niederlanden aber bei zehn Prozent liege. Schlichter: „Offenbar funktioniert der europäische Arbeitsmarkt auch nach 25 Jahren Binnenmarkt alles andere als optimal.“

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