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Pro und Contra für die Sporthalle in Gildehaus

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Im Jahr 1973 wurde die Sporthalle in Gildehaus eingeweiht. Foto: Schröer
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  • Im Jahr 1973 wurde die Sporthalle in Gildehaus eingeweiht. Foto: Schröer
  • Die Feuchtigkeit setzt der Halle zu. Foto: Schröer
  • Die Leichtathletik-Abteilung des TuS Gildehaus hat den Fitnessraum aus eigenen Mitteln eingerichtet. Foto: Schröer

Für Bürgermeister Volker Pannen steht fest, dass in Gildehaus eine neue Halle gebaut werden muss. TuS-Leichtathletiktrainer Hartmut Abel ist mit den jetzigen Möglichkeiten zufrieden und bringt eine Sanierung ins Spiel.

Gildehaus. Als „großer stolzer Schwan“ wurde die Sporthalle am Fuße des Gildehauser Mühlenbergs bei ihrer offiziellen Einweihung gefeiert. Das war am 29. Juni 1973. Heute versprüht die Armin-Franzke-Halle den Charme einer alten Schulsporthalle. Die Sporthalle ist in die Jahre gekommen – und soll deshalb Geschichte werden. Und zwar so schnell wie möglich, wenn es nach der Verwaltung und der Politik in Bad Bentheim geht.

Anfang Dezember stimmte der Rat einstimmig dafür, beim Bund Fördermittel für einen modernen Hallenneubau zu beantragen und einen erforderlichen Eigenbeitrag von bis zu 500.000 Euro für die kommenden Jahre in den Haushalt einzustellen. Der Hallenneubau für rund fünf Millionen Euro ist in unmittelbarer Nähe zwischen Schule und Mühlenbergsportplatz geplant. Während der Bauzeit soll die bestehende Halle noch weitergenutzt werden. Danach ist ein Abriss geplant. „Gildehaus braucht eine neue Halle“, betont Bürgermeister Volker Pannen.

Eine Einschätzung, die Hartmut Abel so nicht teilt. Für den Leiter der Leichtathletik-Abteilung beim TuS Gildehaus ist die Sporthalle ein langjähriger und lieb gewonnener Begleiter – als ehemaliger Lehrer der Bentheimer Realschule und als Sportler und Übungsleiter bei den Leichtathleten des TuS. „Wir können die Sporthalle noch hervorragend für unsere Zwecke nutzen. Bis auf Stabhochsprung haben wir hier alle Möglichkeiten“, sagt Hartmut Abel bei einem Ortstermin mit den GN.

Nach der Meinung des Gildehausers ist die neue Sporthalle angesichts der Kosten, nur schwer zu verwirklichen: „So eine neue Halle wäre natürlich schön, aber ich glaube nicht daran, dass die Fördermittel fließen“, sagt Abel, der sich stattdessen für eine energetische Sanierung ausspricht, wenn die sich umsetzen lasse.

Bildergalerie

Sporthalle Gildehaus

Für Volker Pannen ist das keine Option. „Die Armin-Franzke-Halle muss ersetzt werden. Daran gibt es keinen Zweifel“, sagt der Bentheimer Bürgermeister im GN-Gespräch mit Hinweis auf die Energieproblematik: „Die Halle ist energetisch eine Katastrophe.“ Eine umfassende Sanierung sei durch die Bauweise in das Bergmassiv hinein zudem unmöglich. Pannen hält aber auch den allgemeinen baulichen Zustand für nicht mehr zeitgemäß: „Die Halle ist schon heute ein Stück aus dem Museum“.

Eine erste böse Überraschung gab es vor einigen Jahren. Da wurde festgestellt, dass beim Bau der Sporthalle in den Jahren 1972/73 bei der Dachkonstruktion der gleiche Leimbinder verwendet wurde, der im Jahr 2006 für den Einsturz der Eissporthalle im bayerischen Bad Reichenhall verantwortlich war. Daraufhin wurde die Halle in Gildehaus vorübergehend für den Schul- und Vereinssport gesperrt und eine Deckensanierung durchgeführt. „Das Problem haben wir in den Griff bekommen. Aber es zeigt sich an vielen Stellen, dass der Bau der Sporthalle, der kurz vor der Gebietsreform durchgezogen wurde, nicht wirklich nachhaltig war“, so Pannen.

Bei der Einweihung im Jahr 1973 waren solche Gedanken noch weit weg. Mit musikalischen, tänzerischen und turnerischen Darbietungen der TuS-Jugend wurde die Einweihung der 600.000 DM teuren Halle gefeiert, zu der der Landkreis 100.000 DM beisteuerte. Wie Hartmut Abel für die Chronik zum TuS-Jubiläum 2006 recherchierte, wurde bei der Feierstunde auch vom „Phänomen von Gildehaus“ gesprochen. „Anderswo hätte die Turnhalle 200.000 DM mehr gekostet“, kommentierte der damalige Bürgermeister Mersmann das Zahlenwerk. Die Halle war das letzte Bauvorhaben, das die Gemeinde vor dem kommunalpolitischen Zusammenschluss in Eigenregie vollendete.

Seitdem hat die 33 mal 18 Meter große Sporthalle dem Schulsport der nahe gelegenen Grund- und Hauptschule und dem Vereinssport der verschiedenen TuS-Abteilungen gute Dienste geleistet. In Erinnerung an den erfolgreichen Badminton-Trainer Armin Franzke, der die Gildehauser Badminton-Sparte in die deutsche Spitze führte und 1996 starb, wurde die Mühlenberghalle 1998 umbenannt.

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Heute trägt sie den Namen eines erfolgreichen Badminton-Trainers. Foto: Schröer

Viel Herzblut hat auch die Leichtathletik-Abteilung in die Sporthalle gesteckt. Mit ehrenamtlichem Engagement und eigenen finanziellen Mitteln richteten die TuS-Leichtathleten einen Kraftraum und einen Fitnessraum mit Wärmekabine ein. Dort trainiert seit Anfang des Jahres auch eine Gruppe für Herzsport. „Solche Trainingsmöglichkeiten möchten wir auch in Zukunft haben“, sagt Abel. Eine Gruppe Freiwilliger aus der Abteilung macht sich in diesen Tagen an das Herrichten von zwei der vier Kabinen machen. Mit Farbeimer und Pinsel kämpfen die Ehrenamtler gegen die Zeichen der Zeit.

Die Bentheimer Verwaltung ist derweil fest entschlossen, die neuen Hallenpläne voranzubringen. „Mit dem Förderantrag starten wir einen ersten Versuch. Wenn das nicht gelingt, wird es eine zeitliche Verzögerung geben, aber eine neue Halle in Gildehaus muss trotzdem gebaut werden“, sagt Volker Pannen.

Mit einer modernen Sporthalle, die von ihren Maßen auch die Anforderungen für den Wettkampfsport erfüllen soll, verfolgt der Bürgermeister noch ein anderes Ziel. Da Gildehaus anders als die Landgemeinden über kein Dorfgemeinschaftshaus verfüge, solle die Sporthalle auch zu einem neuen gemeinschaftlichen Mittelpunkt des Ortes werden. „Es bietet sich auch eine Ortsentwicklungsperspektive“, sagt Pannen über einen möglichen neuen „Schwan“ in Gildehaus.

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Die Meinung unserer Leser

7 Leserkommentare

1. | Gildehauser | Samstag, 02.01.2016 | 11:54 Uhr

Als Gildehauser, teile ich die Meinung von Herrn Abel. Diese Halle zu renovieren, wird sicherlich nicht so teuer, wie ein Neubau. Ich lese in den Aussagen von Herrn Pannen immer nur Irgendwelche Fördermittel die fließen sollen. Wo nimmt die Stadt denn den Rest des Geldes her, Herr Pannen?? Hat die Stadt nicht allmählich genug Belastungen?? Wäre es nicht sinnvoller, das Geld in die Stadt Entwicklung, wie Wilhelmstraße, Gildehauser Ortskern oder ähnliches zu investieren, um es für die Touristen attraktiver zu machen? Fragen über Fragen und Herr Pannen gibt keine konkreten Auskünfte, sondern verpulvert weiterhin unser Geld.

2. | Sam Kalumat | Sonntag, 03.01.2016 | 07:32 Uhr

Mir ist nicht bekannt, inwieweit Lebens- und Nutzungsdauer einer Sporthalle und eines Einfamilienhauses vergleichbar sind, ein Bekannter von mir hat sein im Jahr 1973 gebautes Einfamilienhaus jedoch vor einiger Zeit verkauft und mehr als den doppelten Herstellungspreis erlöst. Soll hier nicht zu schnell abgerissen werden? Wie würden die Politiker entscheiden, wenn die Halle ihr Privatbesitz wäre?

3. | Rudolf Kreft | Mittwoch, 06.01.2016 | 21:29 Uhr

Wer dem TuS Gildehaus eine Sporthalle retten will, der prüft ernsthaft die erforderliche technisch jederzeit machbare Sanierungsmaßnahme. Wer in Gildehaus für fünf Millionen Euro eine Multifunktionshalle errichten will, der zeigt sich erfinderisch wenn der Kommune dafür das Geld fehlt. Es wird suggeriert, dass die Bundesmittel, die laut Richtlinie für bedeutsame, überregionale Projekte bereit gestellt werden sollen, auch für den Neubau einer Turnhalle in Gildehaus , ausgestattet mit einer Bühne und mit Zuschauerreihen fließen werden. Die Befürworter einer solchen Maßnahme, der Herr Bürgermeister und seine Ratsmehrheit nehmen dafür in Kauf, dass eine einmalig - die beste im ganzen Kreisgebiet - gut strukturierte Sportanlage am Mühlenberg für immer zerstört wird. Wissentlich nimmt man in Kauf, dass man damit ein passendes Schulhofgelände überfrachtet und ein funktionierendes Wegesystem für die Anwohner unterbricht Die Aussagen von H. Abel sind aus meiner Sicht in sich schlüssig.

4. | T. Kronos | Donnerstag, 07.01.2016 | 06:02 Uhr

Da hat der Herr Kreft wohl Recht. Und die neue Halle - wenn sie denn kommt, was ich nicht glaube - müsste dann aber auch "Pannen - Halle" heißen .......

5. | So ist es | Donnerstag, 07.01.2016 | 06:31 Uhr

Der Herr Bürgermeister muss sich doch in seiner Heimatstadt Gildehaus ein Denkmal setzen - ich schlage vor, die neue 5-Millionen-Halle auf "Bürgermeister-Pannen-Halle" zu taufen ;-))


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