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Piratensender im emsländischen Twist abgebaut

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Eine illegale Sendevorrichtung hat das Technische Hilfswerk im Twister Ortsteil Schöninghsdorf abgebaut. Foto: Heckmann/THW

In Twist-Schöninghsdorf ist in der Nacht zu Samstag ein illegaler Piratensender abgebaut worden. Er sollte wohl Musik in die Niederlande ausstrahlen. 2015 waren in der Grafschaft bereits zwei Sender beschlagnahmt worden.

Twist. Erste Informationen zu dem Vorgang stammen von der Polizei und vom Technischen Hilfswerk Meppen, das beim Abbau des Sendemastes im Einsatz war. Außerdem hat eine niederländische Internetseite Einzelheiten berichtet. Demnach soll es sich bei den Betreibern um den Piratensender „Kort maar Krachting“ handeln, was übersetzt „kurz, aber kraftvoll“ bedeutet.

Der 70 Meter hohe Sendemast war offensichtlich erst am Donnerstag in Schöninghsdorf an der Kreuzung Südstraße / Griendtsveenweg unmittelbar in Grenznähe auf einem Acker aufgestellt worden und hatte auf der Frequenz 94,5 Megahertz mit der Ausstrahlung begonnen. Der Sender war auf einem Lkw montiert, der einigermaßen geländegängig ist. Mit dem Auto war der Aufstellort nach Polizeiangaben nicht erreichbar.

Die Bundesnetzagentur bekam den Sendebetrieb schnell mit, ortete per Peilmessung den Sender und informierte Polizei und THW, um den Sendebetrieb zu beenden. Am Freitag rückten die Einsatzkräfte an, um bis in die späten Abendstunden hinein das technische Gerät samt Stromerzeuger und Kraftstofftank abzubauen und zu beschlagnahmen. Dabei mussten Trennschleifer eingesetzt werden. Vor Ort wurden offensichtlich Personen angetroffen, ob es sich um die Betreiber handelte, war noch nicht klar. Ihnen drohen nach früheren Angaben der Bundesnetzagentur in Deutschland bis zu 50.000 Euro Strafe.

Video: Hier wird ein Schwarzsender platt gemacht! Der Piratensender, der gestern in Schöninghsdorf abgebaut wurde, war erst wenige Stunden auf Sendung, als die Bundesnetzagentur eingriff und die Anlage durch das THW abbauen ließ. Der Sendemast soll rund 70 Meter hoch gewesen sein.

Posted by ev1.tv on Samstag, 27. Februar 2016

Die Ermittlungen richten sich nun gezielt gegen die unbekannten Hintermänner der Schwarzsender, die identisch sein könnten mit jenen Radiopiraten, die 2015 in der Grafschaft Bentheim zwei Anlagen in Betrieb genommen hatten. Im September war eine 60 Meter hohe Anlage in Getelo abgebaut worden, im Juni war eine weitere in Wielen entdeckt worden. Damals war offenbar ein Signal von einem illegalen Studio zu den Sendemasten geleitet, die rund 100 Kilometer weit ausstrahlen konnten. 2004 hatten Niederländer von Bad Bentheim aus ihr eigenes Radioprogramm in die Niederlande ausgestrahlt.

Diese illegalen Sendemasten stören durch den Betrieb auf einer bestimmten Wellenlänge unter Umständen das zugelassene Radioprogramm. Vor einigen Jahren war unter Umständen auch noch der Polizeifunk in Mitleidenschaft gezogen. Die Niederlande gelten als eine Art Hochburg für Piratensender, die dort gerne am Wochenende den Betrieb aufnehmen. Einige sind politisch, andere wollen nur ihr eigenes Programm erstellen.

Einige inzwischen legale Privatsender in den Niederlanden sind auf einstige Schwarzsender zurückzuführen. Am bekanntesten ist vielleicht Radio Veronica, das 1959 auf Sendung ging und bis 1974 illegal sendete, unter anderem vom ehemals deutschen Feuerschiff Borkumriff aus der Nordsee.

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