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Pflegeleichte Silphie im Biogastest

Harener Landwirt hat Energiepflanze auf kleiner Fläche angebaut

chte Silphie im Biogastest
Bis zu drei Meter hoch wird die „Durchwachsende Silphie“, deren Entwicklung hier Heinz Wessels (links) und Hermann Hüsers prüfen.

Wenn die Biogasbauern in diesen Tagen ihre Ernte einfahren, dann haben sied Mais an Bord. Der Landwirt Heinz Wessels hat etwas anderes ausprobiert: Er erntet die „Durchwachsende Silphie“ – eine Pflanze, von der auch Bienen und Insekten etwas haben.

Haren. Was fremd klingt, ist es auch: Der gelbe Korbblütler Silphie stammt aus Nordamerika und wird bis zu drei Meter hoch. Er wird auch Becherpflanze genannt, weil die gegenständigen, am Stängel zusammengewachsenen Blattpaare einen Becher bilden, der Regenwasser auffangen kann. Daher ist sie sehr gut an Trockenstandorte und Hitzeperioden angepasst – und sie liefert Futter für die Bakterien in den Biogasanlagen.

Die Pflanzen von Landwirt Heinz Wessels sind noch nicht so weit. Knapp über zwei Meter hoch stehen sie auf zwei kleinen Ackerflächen zwischen Wesuwe und dem Dortmund-Ems-Kanal, aber Wessels hat für seinen Versuch auch „die trockensten Sandstandorte ausgewählt“, die sein Betrieb zu bieten hat.

„Im Sommer sind schon mal ein paar Pflanzen vorübergehend vertrocknet“, berichtet Wessels, während auf dem sandigen Acker der Maishäcksler die zahllosen Silphiestängel in ein lockeres Substrat zerhäckselt und auf einen Ladewagen pustet. Darauf liegen schon einige Tonnen Mais, mit dem die Biogasanlage ansonsten gefüttert wird. „Beides lässt sich mischen“, sagt Wessels, wichtig sei die Trockenmasse, und davon biete die Silphie einiges.

Bei der Ernte dabei ist auch Imkermeister Hermann Hüsers, ebenfalls aus Wesuwe. Er ist Obmann für Bienenweide im Landesverband der Imker Weser-Ems und hat gerade mit einigen Mitstreitern in Haren-Fehndorf den Verein „Imme Bourtanger Moor“ gegründet. Das Ziel: die Lebensbedingungen für die heimischen Honigbienen und damit auch für wild lebende Insekten verbessern. Bis zu 150 Kilogramm Honig pro Hektar sollen bei der Silphie drin sein. „Mais bietet Bienen dagegen kaum Nahrung“, sagt Hüsers. „Man glaubt zwar, sie nähmen Pollen auf, aber gesehen habe ich das noch nie. Deshalb haben wir mit Heinz Wessels nach einer Alternative gesucht.“

Die Durchwachsende Silphie bot sich an, da die Staude zwischen Juli und September reich blüht und den Bienen Nektar bietet. Außerdem lässt sie sich – erst einmal auf dem Acker etabliert – mehr als zehn Jahre lang ernten.

Pflanzen statt Säen

Was angesichts des gestiegenen Maisanteils im Emsland verlockend klingt, hat auch Nachteile. So lässt sich die Durchwachsende Silphie nicht einfach aussäen, sondern sie muss wegen der schlechten Keimfähigkeit der Samen gepflanzt werden. Pro Hektar kostet das mehr als 4000 Euro. Dem stehen dann allerdings eine viel längere Nutzungsdauer und ab dem zweiten Standjahr ein praktisch nicht mehr vorhandener Pflege- und Chemieaufwand gegenüber.

Aber ob die Silphie pro Hektar annähernd so viel Trockenmasse liefert wie Mais, das wissen Heinz Wessels und Hermanns Hüsers noch nicht aus eigener Praxis. Denn die Pflanze erreicht ihre volle Leistung erst ab dem vierten Standjahr. „Bei der Pflanzung hatten die Rosetten nur zwei Stängel“, sagt Heinz Wessels. In diesem dritten Standjahr sind es schon mehr als vier.“ Und auch der Ertrag, das steht nach der Ernte fest, ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Fachleute gehen bei maximaler Leistungsfähigkeit von 130 bis 180 Dezitonnen Trockenmasseertrag pro Hektar aus.

Für ein Allheilmittel bei der Förderung der Bienen und der Insekten halten weder Heinz Wessels noch Hermann Hüsers die Durchwachsende Silphie. Aber für eine Alternative, die man auf einem Teil der Ackerflächen vielleicht zumindest häufiger antreffen sollte.

Mais werde aber attraktiver bleiben, meint Heinz Wessels. „Die Bauern können ihn als Viehfutter häckseln, als Körnermais verkaufen oder in Biogasanlagen nutzen.“ Drei Absatzwege und einfacher Anbau machten Mais derzeit einfach attraktiv.

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