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Patienten werden digital vernetzt

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Ab 2018 sollen Notfalldaten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden können. Foto: Symbolbild

Die Digitalisierung stößt mehr und mehr ins tägliche Leben vor. Zu verhindern ist das nicht. Die Grafschaft ist sogar zum Teil Vorreiter mit dem Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ und seinem „virtuellen Marktplatz“.

gn Nordhorn. Der Bundestag hat sich Ende vergangener Woche mit dem sogenannten E-Health-Gesetz befasst. Die digitale Kommunikation hält damit Einzug ins Gesundheitswesen. Vorreiter beim Thema Digitalisierung ist das vom Bund geförderte Demografieprojekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ in der Grafschaft Bentheim und dem südlichen Emsland. „Wir haben es landkreisübergreifend in der Hand, die Gesundheitsversorgung demografiefest zu gestalten“, lobt der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann das Konzept, das seinen Ursprung in Nordhorn hat.

Fünf Millionen Euro für die „Dorfgemeinschaft 2.0“

Seit Anfang November wird die „Dorfgemeinschaft 2.0“ mit fünf Millionen Euro über fünf Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Stegemann fordert alle Akteure auf, die Chancen der Digitalisierung für die Daseinsvorsorge der Menschen in der Region zu nutzen. Bereits im Sommer ließ sich die Bundesforschungsministerin, Professor Dr. Johanna Wanka, das Konzept von den Projektpartnern in Wietmarschen erklären. Ziel ist es, Innovationen im Bereich Wohnen, Mobilität, Gesundheit und Pflege einfacher und altersgerechter zu machen.

Versorgungskonzept für den Landkreis

Hierfür wird in der Region Grafschaft Bentheim und im südlichen Emsland modellhaft ein gesundheitsbezogenes Versorgungskonzept entwickelt. Die Basis bildet der „Virtuelle Dorfplatz“, auf dem alle Dienste zusammengeführt und zugänglich gemacht werden. Im ehemaligen Marienkrankenhaus in Nordhorn wird das „physische Zentrum“ des Projektes eingerichtet. Darüber hinaus werden in Neuenhaus, Brandlecht, Ohne und Spelle Dependancen geschaffen.

„Das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen, kurz E-Health-Gesetz, schafft nun die Grundlage dafür, dass die Ergebnisse eines Tages ins allgemeine Gesundheitswesen einfließen können, erklärt Stegemann: „Hierfür soll es den bestmöglichen Schutz der hochsensiblen Patientendaten bieten. Zugleich sollen Ärzte künftig wichtige Notfalldaten direkt von der elektrischen Gesundheitskarte abrufen können, zum Beispiel Allergien oder Vorerkrankungen.“

Gespeicherte Notfalldaten

Ab 2018 sollen diese Notfalldaten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden, sofern der Patient dies wünscht. „Digitale Vernetzung kann Leben retten und stärkt den Patienten“, unterstrich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Stegemann sieht die Digitaloffensive als Chance für den selbstbestimmten, aktiven Patienten. „Zugleich wollen wir Ärzte und Pflegende bei bürokratischen Aufgaben entlasten.“ So sorge etwa der Medikationsplan, der alle Informationen über die vom Patienten angewendeten Arzneimittel enthält, für mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie. Versicherte, denen mindestens drei Medikamente gleichzeitig verordnet werden, sollen ab Oktober 2016 einen Anspruch darauf haben. Mittelfristig soll der Medikationsplan über die elektronische Gesundheitskarte abrufbar sein. So können gefährliche Wechselwirkungen von Arzneimitteln vermieden werden.

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