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Niederländische Unis beschönigen Abschlüsse

dische Unis beschönigen Abschlüsse
Laut einer aktuellen Untersuchung beschönigen niederländische Hochschulen häufig die Erfolgsaussichten ihrer Studierenden. Symbolfoto: dpa

Statt über ihre Studiengänge zu informieren, versuchen Hochschulen zu häufig ihre Studiengänge zu vermarkten. Das hat eine neue Untersuchung ergeben. Studierendenorganisationen fordern darum mehr Mitbestimmungsrechte.

gn Den Haag. Laut einer Untersuchung beschönigen niederländische Hochschulen häufig die Erfolgsaussichten ihrer Studierenden. Statt über ihre Studiengänge zu informieren, versuchten Hochschulen zu häufig ihre Studiengänge zu vermarkten. Studierendenorganisationen fordern diesbezüglich mehr Mitbestimmungsrechte.

Die Informationen für angehende Studierende bezüglich Erfolgschancen müssen transparenter werden, dies ist das Ergebnis einer Studie, die am vergangenen Montag in der Regierungsstadt Den Haag bekannt gegeben wurde. Bislang seien die Informationen die Hochschulen angehenden Studierenden zugänglich machen zu sehr beeinflusst von PR- und Marketingüberlegungen.

Universitäten schneiden besonders schlecht ab

Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit von dem „Keuzegids 123.nl“ und der Website „DeDecaan.net“ durchgeführt. Beide Websites wollen angehenden Studierenden dabei helfen die richtige Studienwahl zu treffen. Dafür listen sie die verschiedenen Studiengänge mit kurzen Beschreibungen und möglichen Berufsfeldern auf. Die Seiten beziehen sich dabei sowohl auf Umfragen unter Studierenden als auch auf Informationen, die die Hochschulen zur Verfügung stellen.

Laut den Machern der Studie würden viele Hochschulen die Jobaussichten für Absolventen als zu positiv darstellen. Gleiches gelte für die zu erwartenden Gehälter und die Chancen den Studiengang erfolgreich zu beenden. So würden häufig die Gehälter von Teilzeitkräften genutzt, um zu errechnen wie viel ein Absolvent in einer Vollzeitstelle verdienen würde. Besonders schlecht schnitten Universitäten ab. Anders als Fachhochschulen, verfügen Universitäten häufig nicht über eine Statistik über die Gehälter ihrer Absolventen.

„Informationen müssen zugänglich sein.“

Um die Infos für angehende Studierende transparenter zu gestalten, fordern Studierendenorganisationen mehr Mitspracherechte bei der Gestaltung von Studienwahlwebsites. Tycho Wassenaar, Mitglied des „Interstedelijk Studentenoverleg“ also einer überregionalen Studentenvereinigung, forderte eine unabhängige Gestaltung der Website „123.nl“. Bislang verfügen die Hochschulen über eine Stimmmehrheit bezüglich der Gestaltung und dem Inhalt des „Keuzegids 123.nl“.

Anlässlich der Ergebnisse ließen die Tweede Kamer Abgeordneten Pieter Duisenberg (VVD) und Mohammed Mohandis (PvdA) wissen, dass sie eine „tiefgehende Untersuchung“ bezüglich der von Hochschulen gebotenen Informationen fordern. Bei einer Tweede Kamer Sitzung wollen sie der Bildungsministerin Jet Bussemaker (PvdA) ihre Forderung vorlegen. Mohandis sagte der Zeitung NRC: „Man muss wissen können wie die Praktikumschancen sind, wie die Berufsaussichten sind und wie viel man verdienen kann. Es wird nicht angegeben, ob man als Fachhochschulabsolvent auch in einer Frittenbude arbeiten könnte.“

Der Abgeordnete Duisenberg hatte Schwierigkeiten geeignete Infos über Studiengänge zu finden: „Es müssen objektive Daten vorliegen, um die Marketingschlacht zu kompensieren. Informationen müssen unabhängig, auffindbar und zugänglich sein.“

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Die Meinung unserer Leser

1 Leserkommentar

1. | Schnucki | Sonntag, 27.03.2016 | 11:08 Uhr

Und abgesehen davon sollten sich potentielle deutsche Studenten darüber bewusst sein, dass ein niederländischer Studienabschluss in Deutschland zu grössten Problemen führen kann. Die Niederländer hantieren die Praxis die Noten 9 und 10 im Prinzip nicht zu vergeben (genauso wie beinah nie die Noten 1-5 vergeben werden, obwohl vorgesehen). Das führt dann z.B. bei der Bewerbung um einen Masterstudienplatz oder zu einer Promotion dazu, dass der sehr gute Student mit seiner 8 in der Internationalen Notentabelle, die dem Abgleich in der EU zugrunde liegt, nur ein "B" hat, womit ein Weiterkommen weitestgehend ausgeschlossen ist....das wird den deutschen Studenten aber natürlich nicht erzählt.


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