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Neues THW-Boot kann auch löschen

-Boot kann auch löschen
Sind stolz auf das neue Boot (oben von links): Tom Gausmann, Johann Thys und (unten von links) Lars kleine Lögte, Robert Neumeister sowie Björn Hoesmann. Foto: Kersten

Der THW-Ortsverband Nordhorn spart bei der Vorstellung seines neuen Mehrzweckbootes nicht mit Superlativen. Es soll unsinkbar sein, leistungsstärker als alle anderen Boote in der Grafschaft und vielseitig einsetzbar.

Nordhorn. „Wir sind stolz, dass wir das Mehrzweckboot haben. Das ist selbst für einen THW-Ortsverband etwas Besonderes“, erklärt Kai Schmidt, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Technischen Hilfswerk, Ortsverband Nordhorn, als er am Freitagabend auf dem THW-Standort am Boerweg vor dem knapp sechs Meter langen Boot steht. „Das Boot hat 100 PS und ist damit meines Wissens nach das leistungsstärkste in der Grafschaft Bentheim“, sagt Schmidt stolz. Fällt doch einmal der Motor aus, gibt es ein Holzpaddel, um zum nächsten Ufer zu gelangen. Und es kann als Feuerlöschboot eingesetzt werden.

Erforderlich wurde der Kauf, weil das Vorgängerboot in die Jahre gekommen ist. „Das war noch aus Holz und bereits seit 1964 im Einsatz. Die Ausstattung war einfach nicht mehr zeitgemäß“, so Schmidt. Die Neuanschaffung war dennoch keine Selbstverständlichkeit. „Als die Kameraden mit dem Wunsch an mich herangetreten sind, ein neues Boot zu kaufen, habe ich zunächst Nein gesagt“, erinnert sich der Ortsbeauftragte, Johann Thys. Doch beim THW gebe man nicht so einfach auf. Die Chance ein Boot zu kaufen, kam dann durch Zufall zustande. Jugendbetreuer Ihno Freese berichtet: „Ein Arbeitskollege von mir ist bei der Feuerwehr. Auf einer Fortbildung hat er sich mit einem Feuerwehrmann aus Mainz unterhalten und erzählt, wie gerne einige THW-Kameraden in Nordhorn ein neues Boot hätten. Wie das Schicksal so spielt, wollte die Feuerwehr Mainz genau zu dieser Zeit ihr Boot verkaufen.“

Wie Lars kleine Lögte berichtet, wäre der Kauf fast an den Kosten gescheitert: „Die Zeit saß uns im Nacken. Wir konnten nicht erst lange überlegen wie wir die Kosten stemmen, sonst wäre das Boot weg gewesen.“ Mehrere THW-Mitglieder nahmen deshalb aus ihren eigenen Unternehmen Geld in die Hand. Die Grafschafter Volksbank unterstützte das Vorhaben ebenfalls finanziell (die GN berichteten).

An dem Boot musste noch viel getan werden

Als das Boot im vergangenen Jahr in Nordhorn ankam, war die Arbeit für das THW lange nicht erledigt. Das Wasserfahrzeug, Baujahr 1983, war nicht mehr in perfektem Zustand. Die Schwimmkörper mussten erneuert, Aufbauten montiert, neue Technik installiert und das Boot lackiert werden. „Wir haben das alles in Eigenregie gemacht. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Abende und Wochenenden ich und die Kameraden mit dem Boot beschäftigt waren“, sagt Robert Neumeister. Er schätzt, rund 400 Arbeitsstunden seien nötig gewesen. Vor Herausforderungen hätte sie das nicht gestellt, denn alle Helfer hätten ihr technisches und handwerkliches Geschick eingebracht.

Einig sind sich alle beim THW, dass es sich gelohnt hat. „Selbst wenn das Boot voll Wasser läuft, ist es unsinkbar“, betont Schmidt. Eingesetzt werden kann es dank 3D-Sonar bei Bergungseinsätzen sowohl auf See als auch in Binnengewässern. Durch Pumpen lässt sich Wasser direkt aus dem befahrenen Gewässer für Löscharbeiten verwenden. Da bis zu 1,2 Tonnen zugeladen werden können, sind zudem Transporteinsätze möglich. „Wir könnten bei Hochwasser Sandsäcke transportieren“, nennt Schmidt ein Beispiel.

Nur ein Manko hat das Boot, scherzt Schmidt: „Es trägt die Bezeichnung ,EL-TH 113‘, lieber wäre uns ,NOH-TH 113‘ gewesen. Da das Wasser- und Schifffahrtsamt in Meppen seinen Sitz hat, ging das aber leider nicht.“

Die Besatzung des Bootes besteht aus bis zu zehn THW-Männern und Frauen. Insgesamt 15 Bootsführer gibt es im Ortsverband. Zum Katastrophenschutz ausrücken musste das THW mit dem Boot bislang noch nicht. „Werden wir zu Hilfe gerufen, sind wir innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Wir fahren das Boot dann auf dem Trailer zum jeweiligen Gewässer und lassen es zu Wasser“, erzählt Schmidt. Durch den geringen Tiefgang kann selbst der Vechtesee befahren werden. Gefahren ist das Boot bereits, als aus den Kanälen in Nordhorn Einkaufswagen und Fahrräder gefischt wurden. „Auch in der Jugendarbeit setzen wir das Boot immer wieder ein“, erzählt Thys. Zusammen mit der Nordhorner Feuerwehr fanden zudem bereits Übungen statt.

Bislang ist das Boot auf dem THW-Standort im Freien untergebracht. „Das ist aber keine Dauerlösung. Wir kaufen eine gebrauchte Halle. So schützen wir das Boot vor der Witterung“, gibt kleine Lögte einen Ausblick, was das THW plant. Zudem soll ein kleineres Boot aus verstärktem Kunststoff gekauft werden. „Zusammen mit unserem Schlauchboot haben wir dann Boote für jede Art von Einsatz“, sagt Lars kleine Lögte.

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