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Neue Pfeifen für Alte Kirche in Nordhorn

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Mehr als 2000 Pfeifen hat die Van-Vulpen-Orgel. Foto: Hamel

Die Vorfreude bei den Organistinnen Margret Heckmann und Rushaniya Salakhova ist groß: In der Alten Kirche am Markt steht eine Orgelrenovierung bevor, nach der das Instrument wieder in bester Qualität erklingen soll.

Nordhorn. Stattliche 130.000 Euro nimmt die reformierte Kirchengemeinde dafür in die Hand, unterstützt von zahlreichen Spenden und Zuschüssen. Doch weithin ist man überzeugt: Das Geld ist eine lohnende Investition. Projekte zur Finanzierung haben sich in der Gemeinde bereits gebildet.

Im Jahr 1970 nahm die heutige Orgel des niederländischen Erbauers van Vulpen aus Utrecht ihren Dienst auf und löste ihre Vorgängerin aus dem Hause Rohlfing (Osnabrück) ab. Die zum Teil tägliche Nutzung seit jener Zeit durch Gottesdienste, Unterricht und Konzerte ist an dem hochwertigen Instrument mit seinen mehr als 2000 Pfeifen, das sich an barocken Vorbildern orientiert, freilich nicht spurlos vorübergegangen.

Ein besonders unliebsames Ereignis trat Anfang der 1990er-Jahre ein, als das gesamte Prinzipal-16‘-Register einknickte und umzustürzen drohte. Die dazugehörigen 30 Pfeifen, die im hinteren Teil der Orgel verbaut waren, mussten entfernt und eingeschmolzen werden. Allein der Wiederaufbau dieses Registers, dessen größte Pfeife ganze sechs Meter hoch ist, nimmt knapp die Hälfte der Gesamtkosten in Anspruch. Dieses laut Kirchenmusikern sehr bedeutsame Register, auf das die Gemeinde seit fast 25 Jahren verzichten musste, soll dem Klang wieder ein festes Fundament geben.

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Seit 1970 wird in der Alten Kirche am Markt mit der Van-Vulpen-Orgel musiziert, nun wird das Instrument grundlegend erneuert. Foto: Hamel

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Auf die umfangreiche Orgelrenovierung ist Rushaniya Salakhova schon sehr gespannt. Foto: Hamel

Doch auch das übrige Instrument, das mit aufwendigen Holzschnitzereien des schweizerischen Holzbildbauers Jeannot Bürgi (1939-2011) versehen ist, erfährt eine umfassende Behandlung. Dazu zählt etwa, jede einzelne Pfeife auszubauen und gründlich zu reinigen. Durch Staub und Feuchtigkeit habe es in der vergangenen Zeit manchen „Heuler“ beim Spielen gegeben, berichtet Rushaniya Salakhova. Weiterhin sind Reparaturen an Tastatur und Pedalen nötig, wie der Austausch abgespielter Tasten sowie das Einsetzen neuer Filze in der Traktur, die die Spielgeräusche eindämmen.

130.000 Euro sind natürlich keine Lappalie – das dachten auch viele Gemeindemitglieder. „Einige haben gefragt, warum das so teuer ist“, erinnert sich Margret Heckmann. Doch eine Exkursion im vergangenen September nach Utrecht habe für Aufklärung gesorgt. Beim Orgelbauer van Vulpen erfuhren sie vor Ort, wie aufwendig die Herstellung der neuen Pfeifen ist und dass 98 Prozent in Handarbeit erfolgt. Mittlerweile ist der Guss der Pfeifen weitgehend abgeschlossen.

100 Menschen spenden jeweils 100 Euro

Im Turm der Alten Kirche findet sich derzeit eine Ausstellung mit allen Informationen zur Generalüberholung der Orgel sowie deren Finanzierung. So kamen etwa bei einem Weihnachtsmarkt mehr als 5000 Euro zusammen, und bei dem noch laufenden Projekt „100 mal 100“ sollen 100 Menschen jeweils 100 Euro spenden. Weitere Unterstützung gibt es unter anderem von der Sparkassenstiftung.

Die Notwendigkeit der Arbeiten unterstreicht auch Winfried Dahlke, Kirchenmusikdirektor der reformierten Landeskirche. Mit der Renovierung werde „ein herausragendes Klangdenkmal jüngerer Orgelbaugeschichte für die nachfolgenden Generationen bewahrt“. Er sieht in dem Instrument ein „klangprächtiges und architektonisches Meisterstück“, das die Alte Kirche zu einem kulturellen Mittelpunkt in der Grafschaft mache. Am 5. April sollen die Arbeiten in der Kirche beginnen und nach etwa vier Wochen abgeschlossen sein.

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