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Neue Konzepte für alternde Bürger

„Gesundheitsregion“ entwickelt Visionen – WAS baut „Rollende Praxis“

epte für alternde Bürger
Präsentieren die Pläne der WAS: (von links) Dr. Arno Schumacher und Thomas Nerlinger von der „Gesundheitsregion Euregio“ sowie Andreas Ploeger, Geschäftsführer WAS und Matthias Quickert, Vertriebsleiter.

Auch in der Grafschaft Bentheim steigt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung an. Um die Herausforderungen zu meistern, die der „demografische Wandel“ hervorbringt, werden Konzepte geschmiedet. Eins davon heißt „Dorfgemeinschaft 2.0“.

is Nordhorn. „Dorfgemeinschaft 2.0 – das Alter im ländlichen Raum hat Zukunft“ lautet die komplette Bezeichnung des Projektes, das sich der Verein „Gesundheitsregion Euregio“ auf seine Fahnen geschrieben hat. 90 Mitglieder und Kooperationspartner stehen dahinter, und sie hoffen, dass das Projekt, in dem über die zukünftige Positionierung des Gesundheits- und Sozialwesens in der Region nachgedacht wird, auch vor der Jury des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Anerkennung finden wird. Das Ministerium hat einen Demografiewettbewerb ausgeschrieben, in dem es um die Förderung von 20 Projekten geht. Eingereicht worden sind 110 Entwürfe.

An dem Konzept der „Gesundheitsregion“ beteiligen sich etliche Partner. Dazu zählen der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Hochschule Osnabrück (Fakultät Management, Kultur und Technik am Campus Lingen).

Einen wesentlichen Baustein der „Dorfgemeinschaft 2.0“ stellt eine Neuentwicklung bei der Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH (WAS) dar. Das Unternehmen, das für Kunden in aller Welt Rettungsfahrzeuge baut, entwickelt zurzeit eine „Rollende Praxis“. Dabei geht es nicht allein um eine „Rollende Arztpraxis“, wie sie im Landkreis Wolfenbüttel eingesetzt wird, um Menschen in abgelegenen Dörfern einen kurzen Weg zum Arzt zu ermöglichen, sondern um ein Praxismobil für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Sowohl der Arzt als auch Physiotherapeuten oder Gemeindeschwester und Pfleger sollen das neue Fahrzeug nutzen können. Der Arbeitsplatz wird mit entsprechenden Modulen dem Einsatzzweck angepasst.

Dorfgemeinschaft 2.0

Bei einem Treffen bei WAS, in dessen Rahmen Geschäftsführer Andreas Ploeger die Pläne zur „Rollenden Praxis“ erläuterte, machte Landrat Friedrich Kethorn deutlich: „Es ist mehr und mehr erforderlich, systemübergreifend zu denken und Erfahrungen und Wissen aus allen Gesellschaftsbereichen zu nutzen, um flexible und innovative Lösungen bedarfsgerecht zu entwickeln.“ Und Oliver Christoffers, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen aus der Bezirksstelle Osnabrück ergänzte: „Eine zunehmende Zahl nicht besetzter Arztstellen ist für viele ländliche und dünn besiedelte Regionen ein immer bedeutsamer werdendes Standortthema und verstärkt sich noch durch die demografische Entwicklung.“

Dr. Arno Schumacher, Vorsitzender des Vereins „Gesundheitsregion Euregio“ unterstrich, dass eine große Anzahl an Mitgliedern und Partnern konkret an dem Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ mitarbeite. Er hoffe daher, dass das Projekt in Berlin berücksichtigt wird. Denn nur dann könne die Neuentwicklung in der Grafschaft auch zum Einsatz kommen, wie der Geschäftsführer der „Gesundheitsregion“, Thomas Nerlinger in einem Gespräch mit den GN betonte. Er hoffe jedoch auf einen Erfolg, zumal der Grafschafter Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann (CDU) das Projekt tatkräftig unterstütze.

Eine Antwort auf die Frage, ob es geklappt hat oder nicht, erhoffen sich die Initiatoren am 8. Juli, wenn Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) zu Gast bei der „Sommervisite“ der „Gesundheitsregion“ im NINO-Kompetenzzentrum in Nordhorn ist.

Die „Rollende Praxis“ der WAS soll laut Vertriebsleiter Matthias Quickert 3,5 t Gesamtgewicht haben und mit modernsten verbrauchsarmen Motoren der Euro 5 und Euro 6-Norm ausgestattet sein. „Das variable Nutzungskonzept für verschiedenste Fachrichtungen durch einen hochmodularen Kofferausbau mit TÜV-Crash getesteten Auf- und Ausbauten ist bisher einzigartig“, so Quickert. Die Praxis wird über ein modernes energiesparendes Beleuchtungskonzept (LED-Leuchten) und ein leistungsoptimiertes Batterielademanagement (Lithium-Ionen-Batterien) verfügen. Module zum sicheren Patientendatenaustausch sind ebenfalls vorgesehen.

Die „Rollende Praxis“ wird erstmalig auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover (September) zu besichtigen sein. Eine Vorstellung ist auch auf der „Medica“ in Düsseldorf (November) geplant.

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