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Nach „Unheilig“: Ochtruper bleibt Musik treu

eilig“: Ochtruper bleibt Musik treu
Der Abschied von „Unheilig“ wird Christoph „Licky“ Termühlen schwerfallen. Doch der Ochtruper freut sich auch auf die Zeit danach, die er sich seiner eigenen Musik widmen will. Foto: Riese

Seit Jahren geht Christoph Termühlen aus Ochtrup mit „Unheilig“ auf Tour. Im September soll nun Schluss sein. Der Musik will „Licky“ aber trotzdem treu bleiben – sowohl privat als auch beruflich.

Ochtrup. Das letzte Mal hat Christoph Termühlen, besser bekannt als „Licky“, am 27. Dezember in Düsseldorf bei einem Unheilig-Konzert die Saiten seiner Gitarre vibrieren lassen. Ende Januar geht es in Stuttgart weiter mit der aktuellen Tour. Ein paar Monate später verabschiedet sich die Erfolgsgruppe um den Grafen auch schon von den Bühnen, dann für immer. Das Konzert am Samstag, 3. September, auf dem Sportplatz „Alte Maate“ in Ochtrup ist das vorletzte der Band. „Der Gedanke daran ist schon ein bisschen komisch“, gibt der Ochtruper zu. „Ich mache das Ganze ja auch schon seit 2002.“

Es ist eine lange Zeit, in welcher der gelernte Fleischer seinen Vollzeit-Job und die Tour-Termine unter einen Hut bringt – ein Spagat, auch wenn Unheilig-Konzerte üblicherweise am Wochenende stattfinden. „Wenn wir unterwegs sind, nehme ich Urlaub, zur Not unbezahlt“, berichtet der 50-Jährige. Wobei von Urlaub eigentlich keine Rede sein kann. Wer auf der Bühne zweieinhalb Stunden lang Vollgas gibt, der leistet harte Arbeit.

Ob er die Füße hochlegt, sobald die letzten Unheilig-Konzerte gespielt sind, bleibt abzuwarten. „Viele sind froh, wenn nach einer solchen Geschichte erst mal Ruhe ist“, weiß der Musiker und schmunzelt. „Wenn ich drei Wochen zu Hause sitze, sage ich wahrscheinlich: Jetzt kann es wieder losgehen!“ Licky geht gerne auf Tour. „Da habe ich richtig Spaß“, sagt er. „Man lernt viele Leute kennen und auch viele Städte.“ Wenn es die Zeit zulässt, macht der Ochtruper auch gerne ein bisschen Sightseeing. Als er mit Unheilig kurz vor Weihnachten in Salzburg war, nutzte der Gitarrist die Gelegenheit und erkundete die Heimat Mozarts. „Wenn man schon mal da ist, sollte man das mitnehmen“, findet er. „Es gibt schon schöne Städte und Salzburg gehört auf jeden Fall dazu.“

Manchmal sind es auch die Lokalitäten, in denen die Band ihre Konzerte spielt, die einen besonderen Eindruck hinterlassen. Eines der Highlights für Licky ist das Haus Auensee in Leipzig. „Das ist gar nicht so riesig, aber von der Atmosphäre her super.“ Und natürlich die Crew-Mitglieder, mit denen er seit Jahren zusammenarbeitet und die, wie Schlagzeuger Martin „Potti“ Potthoff, zum großen Teil ebenfalls aus Ochtrup kommen. „Das ganze Team ist wie eine Familie. Jeder kennt jeden ganz genau, der Zusammenhalt ist einfach super.“

Wenn es mit Unheilig vorbei ist, wird Licky auf jeden Fall weiter Musik machen. Erst im September vergangenen Jahres ist sein erstes Solo-Album erschienen, „Gravity castle“. Der Ochtruper arbeitet bereits an neuen Songs und weckt damit die Vorfreude auf einen Nachfolger. Auf Tour mit dem Grafen rührt er kräftig die Werbetrommel für seine eigene Band. „Ich gebe nach jedem Konzert eine Autogrammstunde, um mein Album zu promoten.“ Dass das nicht so sehr durch die Decke geht wie Unheilig nach „Geboren um zu leben“, sondern eher im kleinen Rahmen bleibt, stört den 50-Jährigen überhaupt nicht. „Ich mag die kleinen Clubs und die Nähe zum Publikum“, sagt er. „Es ist aber natürlich auch etwas Besonderes, vor vielen Leuten zu spielen.“

Und das darf Licky auch noch einige Male, auf der Abschiedstour in diesem Jahr. Vor allem auf das Konzert in seiner Heimatstadt freut er sich riesig. „Alles, was in den ersten beiden Reihen steht, kennt man persönlich“, ist der Gitarrist überzeugt. „Aber das ist eigentlich immer so. Es gibt Fans, die ihren Urlaub nach unserem Tourplan ausrichten.“ Auch in Ochtrup dürfte mit weit gereisten Gästen zu rechnen sein.

In der Zeit nach Unheilig wird man Licky auch häufiger mal in der Menge sehen, er ist selbst begeisterter Konzert-Gänger und mag es, wie sollte es anders sein, gitarrenlastig. „Porcupine Tree“ trifft beispielsweise seinen Geschmack. Auf die Progressive-Rock-Band aus England ist der Ochtruper aber nicht festgelegt. „Ich freue mich einfach darauf, mehr Zeit dafür zu haben, auch selbst Konzerte zu besuchen“, sagt er. Vielleicht ist er dann öfter in Lingen anzutreffen. „Da gibt es die neue Emsland-Arena, dort spielen richtig gute Bands.“ So viel steht also schon mal fest: Licky wird auch, wenn mit Unheilig endgültig Feierabend ist, weiterhin für die Musik leben – und seine Gitarre sicherlich nicht verstummen lassen.

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