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Musikschule Nordhorn plant „Chor ohne Grenzen“

le Nordhorn plant „Chor ohne Grenzen“
Flüchtlinge und Helfer singen gemeinsam: Angelehnt an das Musikprojekt aus Hannover will auch die Nordhorner Musikschule ab dem 2. Februar Flüchtlinge und Grafschafter aller Altersgruppen zu einem Flüchtlingschor einlanden. Symbolbild: dpa

Musik kennt keine Grenzen – beste Voraussetzungen also, um sie gezielt zur Integration von Flüchtlingen zu nutzen: Nordhorns Musikschule lädt daher Flüchtlinge wie Grafschafter in den neuen „Chor ohne Grenzen“ ein.

Nordhorn. Erstmals soll sich der „Chor ohne Grenzen – Singing without Borders“ am Dienstag, 2. Februar, von 15.45 bis 16.45 Uhr im „Brauhaus“ des Nordhorner „Kultur- und Tourismuszentrums Alte Weberei“ an der Vechteaue 2 treffen. Eingeladen sind gleichermaßen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Flüchtlinge und Flüchtlingspaten sowie alle anderen Interessierten. Die Leitung des Chores, der nach dem Auftakt regelmäßig zusammenkommen soll, hat Musikschullehrer Rob Zieverink – ein sprachbegabter Niederländer. Die Teilnahme am Chorprojekt ist kostenlos.

Organisiert wird der Chor von Musikschule und „Alter Weberei“, die für die Treffen die Räumlichkeiten des „Brauhauses“, das jeden Dienstag Ruhetag hat, nutzen kann. Finanziert wird die kostenlose Chorarbeit aus dem Etat der Musikschule. Zudem ist die Stadtverwaltung der Musikschule bei der Organisation und Kommunikation des neuen Angebotes behilflich.

Neue Menschen und die Grafschaft kennenlernen

Auch andernorts singen bereits Flüchtlinge und Grafschafter gemeinsam in Chören. Wie Musikschulleiter Hilmar Sundermann erklärt, soll das neue zusätzliche Angebot nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung verstanden werden. So sieht Sundermann in der Chorarbeit ein Angebot, über das sich weitere Flüchtlinge für die Musik begeistern und später in andere Chören integrieren lassen. Aus diesem Grund wird die Musikschule auch Leiter weiterer Chöre zum Treffen einladen.

Mit dem Chorangebot will die Musikschule vor allem jene Flüchtlinge erreichen, die längere Zeit in der Grafschaft bleiben werden. Sundermann sieht in der Musik und in dem Miteinander des Chores dabei eine hervorragende Chance zur Integration der Zuwanderer: „Im Chor lernen die Flüchtlinge neue Menschen und auch Angebote aus der Grafschaft kennen. Das kann ein Schritt sein, um sich weiter mit der Gesellschaft zu vernetzen.“ Und Nordhorns stellvertretender Musikschulchef Ivo Weijmans ergänzt: „Über das Singen lässt sich langfristig sogar die deutsche Sprache vermitteln.“

Grundsätzlich loben die beiden Lehrer die Musik – wie etwa auch den Sport – erst einmal als eine Völker verbindende Beschäftigung, die verschiedene Menschen und Kulturen über Staatsgrenzen hinweg weltweit zusammen bringt und Begegnungen vielfältiger Art ermöglicht. Dabei steht das, was am 2. Februar gesungen werden soll, noch in den Sternen. „Wir sind da völlig offen, denn wir wissen nicht, was uns erwartet“, sagt Sundermann. Voraussetzungen, um im Chor dabei zu sein, gibt es eigentlich nur eine: „Wer kommen will, sollte auf jeden Fall Spaß am Singen mitbringen.“ Vielleicht, so hofft Sundermann, spielen ja einige sogar ein Instrument, das sich in die Chor-Arrangements einbauen ließe. Die eigentliche Idee zum Chor hatte unlängst eine Grafschafter Vorlesepatin, die ein solches Projekt schon einmal in einer anderen Stadt erlebt hatte. In der Musikschule stieß sie mit ihrer Initiative dann sofort auf offene Ohren.

Gesangsliteratur erst einmal „ins Blaue“ geplant

Auch bei der Gesangsliteratur für den neuen Chor plant die Musikschule erst einmal „ins Blaue“ hinein. Sundermann: „Wir wissen noch gar nicht, wie viele Menschen kommen werden und welche Erwartungen sie mitbringen.“ Also will man erst einmal abwarten, ob von den Teilnehmern selbst Vorschläge gemacht werden.

An öffentliche Auftritte denkt man zum Beginn des Projektes natürlich noch nicht. Dennoch will Sundermann nicht ausschließen, dass man nach einiger Zeit auch kleine Vorführungen in der „Alten Weberei“ geben könnte: „Verbunden mit einem kleinen landestypischen Catering kämen dann auch der gesellige Aspekt und das Gespräch nicht zu kurz.“

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