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Mauersegler kehrt zurück nach Emlichheim

Vögel nehmen Nisthilfen nach jahrelangem Warten an

er kehrt zurück nach Emlichheim
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mep Emlichheim. Er gilt als Akrobat der Lüfte, als einer der schnellsten, elegantesten Flieger unter den Vögeln: Der Mauersegler; ein Phänomen in vieler Hinsicht. Bis auf die Brutzeit hält er sich nur in der Luft auf, auch während des Schlafes. Es wird vermutet, dass Junggesellen ohne Unterbrechung in der Luft sind, wobei bis zur Paarung unter Umständen einige Jahre ins Land gehen können.

Auch der Nestbau kann sich über Jahre hinziehen, da Baumaterial wie Federn oder Gräser ausschließlich in der Luft gesammelt wird. Nistmöglichkeiten findet der Mauersegler in Hohlräumen unter Dächern, Traufen oder schief sitzenden Dachpfannen, die einer Höhlensituation ähnlich sind und eine gewisse Höhe aufweisen. Da Neubauten mit glatten Fassaden kaum genutzt werden können, gibt es heute immer weniger Brutmöglichkeiten. So ist der Mauersegler, der früher zu den Charaktervögeln von Ortschaften zählte, vielerorts fast ganz aus dem Bild baulich geschlossener Ansiedlungen verschwunden. Dies ist auch in Emlichheim der Fall.

Eine bedauerliche Entwicklung, wie der Emlichheimer Realschullehrer und Ornithologe Hermann Groene fand. Er überlegte sich einen Plan, dem entgegenzuwirken. Seine Idee war, an der Ostseite des dreigeschossigen Realschulgebäudes am Lägen Diek Nisthilfen für Mauersegler anzubringen. Höhe, Anflugrichtung und Wetterbedingungen erschienen für das Vorhaben optimal. Schüler der Technik-AG des achten Schuljahres machten sich 2008 daran, eine Nisthilfe zu bauen. Sie kleideten die sechs Abteilungen mit Schaumstoff aus, damit die Mauersegler nicht jahrelang mit dem Nestbau beschäftigt sein würden. Berend Sleefenboom, Hausmeister und Vorsitzender des Vogelschutzvereins, half, die Nisthilfe an der oberen Kante des Schulflachdaches zu befestigen.

Der besondere Clou befand sich in ihrem Inneren: In einer Abteilung bauten die Schüler einen Lautsprecher ein, der mit einem CD-Player verbunden war. So ertönte von Anfang Mai bis Ende Juli tagsüber in einer Endlosschleife das durchdringende "sriih-sriih"-Rufen des Vogels. Hermann Groene erklärt den Sinn der Klangattrappe: "Wenn ein Nistkasten da ist, wird er nicht einfach angenommen. Die Vögel müssen angelockt werden. Es kann unter Umständen Jahre dauern, bis sie sich an den Ort gewöhnt haben." So war es auch in Emlichheim. Erst 2012 zog ein erstes Mauerseglerpaar erfolgreich eine Brut groß. "Wenn erst der Anfang geschafft ist, ist alles Weitere ein Selbstgänger, da Mauersegler gerne in Kolonien brüten", berichtet Hermann Groene.

Tatsächlich setzte sich in diesem Jahr die Erfolgsgeschichte fort: Bereits zwei Paare brüteten mit Erfolg. Hermann Groene hofft, dass die Entwicklung sich fortsetzt, "damit der Mauersegler in Zukunft wieder zum Ortsbild von Emlichheim gehört." Die Schüler der Technik-AG haben im Übrigen das Gelingen ihres Projektes gar nicht mehr mitbekommen, da sie 2010 entlassen wurden. "Erfolg braucht eben manchmal einen langen Atem", meint Hermann Groene. Die Mauersegler sind inzwischen aber schon auf dem Weg nach Afrika.

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