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Mädchenmorde vor 40 Jahren: 50 neue Spuren

rde vor 40 Jahren: 50 neue Spuren
Am Fundort der ermordeten Erika Kunze im Samerrott machte sich die Kripo ein eigenes Bild: Der Mörder dürfte sich in der Region ausgekannt haben. Foto: Schmidt

Die ungeklärten Morde an vier jungen Frauen in den 70er-Jahren im Münsterland stehen erneut im Fokus polizeilicher Ermittlungen. Nachdem die GN die Mordserie wieder aufgegriffen haben, sind etliche Hinweise eingegangen.

Nordhorn. Die Serie gibt noch immer Rätsel auf: Die Prostituierte Edeltraud van Boxel (23) aus Münster verschwindet im November 1971 vom Straßenstrich. Sie wird wenige Stunden später nahe der B 499 bei Steinfurt erwürgt aufgefunden. Im Mai 1972 kehrt die Büglerin Barbara Storm (20) aus Schüttorf nach einem Discobesuch nicht mehr zurück. Zwei Tage später wird ihre Leiche zwischen Schöppingen und Gronau gefunden. Die erst 17-jährige Nordhornerin Marlies Hemmers wird zuletzt im August 1973 als Tramperin an der B 403 in Bad Bentheim gesehen. Erst im Dezember wird ihre Leiche im Merfelder Bruch, 25 Kilometer vom Fundort Barbara Storms, entdeckt. Im Oktober will die 22-jährige Erika Kunze von Münster aus nach Hause nach Nordhorn trampen. Sie wird eine Woche später tot im Samerrott gefunden.

Auch 40 Jahre nach diesen Morden hoffen Kriminalbeamte in Nordhorn und in Münster auf Hinweise, die auf die Spur des Täters führen. Aufgrund der Sonderseiten in den Grafschafter Nachrichten und den Westfälischen Nachrichten werden zurzeit rund 50 Spuren verfolgt. So melden sich zum Beispiel tatsächlich Zeugen, die Barbara Storm nach ihrem Verschwinden in Begleitung eines Mannes in Schüttorf gesehen haben. Diese Aussagen bestätigen eine Zeugin, die sich im Jahr 1972 bereits gemeldet hat. Andere Zeugen geben Hinweise auf die im Rahmen der Fahndung genannten Tatfahrzeuge, einen hellen VW-Käfer (1971) und einen grauen Mercedes (1974). Spannend sind auch konkrete Hinweise auf Personen. Vor 40 Jahren hatten die Ermittler unter anderem unter dem Fingernagel eines Opfers DNA gefunden. Aufgrund der Hinweise und erneuter intensiver Aktenstudien sollen nun Vergleichsproben von Männern untersucht werden. Den DNA-Abgleich gibt es erst den 1990er-Jahren. Damit einen „Treffer“ zu landen, wie erst kürzlich im Fall der 2007 in Köln ermordeten Anke Schäfer aus Lingen, wäre für die Ermittler Joachim Poll aus Münster und Eckhard Klemp aus Nordhorn „der Idealfall“. Aber auch andere Wege können zum Ziel führen, wie der ehemalige Kripochef aus Nordhorn, Alois Krone, betont: „Man muss auch links und rechts der damaligen Ermittlungen schauen.“ Verdächtige, die damals ausgeschlossen worden sind, könnten erneut in den Fokus rücken. Gleichzeitig werden auch konkrete Hinweise überprüft auf Männer zwischen 60 und gut 70 Jahren, die wegen einschlägiger Delikte einsitzen oder eingesessen haben oder möglicherweise schon verstorben sind.

Höchst wahrscheinlich ist aus Sicht von Kriminalhauptkommissar Eckhard Klemp, dass der Serienmörder aus dem Dreieck zwischen Nordhorn, Rheine und Münster stammte. Er muss sich sehr gut ausgekannt haben. So befuhr er mit Edeltraud van Boxel 1971 die selbe Strecke von Münster über Steinfurt in Richtung Wettringen, wie 1974 mit Erika Kunze.

An Hinweisen ist die Polizei auch heute noch sehr interessiert unter Telefon (0591) 870 oder (0591) 87315 (E. Klemp in Lingen) und (0251) 2750 oder (0251) 2752244 (J. Poll in Münster).

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