Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
rating rating rating rating rating

Landwirte fordern: Redet mit uns, statt über uns

 fordern: Redet mit uns, statt über uns
Mit der Aktion „Wir machen Euch satt“ wollen sich auch in der Grafschaft die Landwirte gegen Vorurteile zur Wehr setzen. Foto: Hamel

Ein übertriebener Einsatz von Antibiotika und schlechte Bedingungen in der Tierhaltung: Mit der Aktion „Wir machen Euch satt“ wollen sich auch in der Grafschaft die Landwirte gegen Vorurteile zur Wehr setzen.

Nordhorn. Zwei große Schlepper und zahlreiche Landwirte samt Infomobil haben am Samstagvormittag die Besucher des Wochenmarkts in Empfang genommen. Anlass des eindrucksvollen Auftritts ist die Aktion „Wir machen Euch satt“, mit der die Landwirte auf ihre Situation aufmerksam machen und Vorurteile aus der Welt schaffen wollen.

Nachdem es 2015 erstmals eine zentrale Demonstration unter diesem Motto in Berlin gegeben hatte, wurde das Vorhaben nun auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Die Aktion in Nordhorn, die von Grafschafter Landwirten initiiert und durch das Landvolk betreut wurde, erfolgte parallel zur Hauptkundgebung in Berlin.

 fordern: Redet mit uns, statt über uns
Ähnliche Aktionen wie auf dem Nordhorner Wochenmarkt gab es am Sonnabend in ganz Deutschland. Foto: Hamel

Das Motto „Wir machen Euch satt“ ist eine Reaktion auf die Demo „Wir haben es satt“, die sich gegen eine industrielle Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion richtet und ebenfalls zeitgleich in der Bundeshauptstadt über die Bühne geht. „Einige der Forderungen sind deckungsgleich“, berichtet Johanna Grönloh vom Grafschafter Landvolk. Man wolle sich aber nicht diffamieren und in die Ecke von Tiermördern stellen lassen. „Wir wollen Lösungen finden, gemeinsam mit den Landwirten“, erklärt Grönloh. Generell werde mehr Wertschätzung für diesen Berufsstand gefordert.

Grönloh beklagt ein Klima in Deutschland, das Vorurteile fördert: „Mit schlechten Preisen kann man noch umgehen, aber der gesellschaftliche Druck macht vielen Familien zu schaffen.“ Als „Hauptbaustellen“ nennt sie den Einsatz von Antibiotika und die Tierwohldebatte. „Wir sind an einem begrenzten Einsatz der Medikamente interessiert. Aber wenn es den Tieren schlecht geht, muss man sie behandeln“, so Grönloh. Auch käme immer wieder die Argumentation auf, dass ein größerer Stall schlechtere Bedingungen für die Tiere mit sich bringe. Dabei seien gerade die modernen Anlagen auf das Tierwohl ausgerichtet. Der Appell lautet daher: „Redet mit uns, statt über uns!“

„Unsere Produkte sind gut und gesund.“

Auch Hermann Heilker, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisvereins, steht am Infomobil und verteilt Flyer an die vorbeiziehenden Passanten. Die Stimmung vor Ort sei weitestgehend friedlich, berichtet er. „Wir wollen den Verbrauchern zeigen, dass unsere Produkte gut und gesund sind“, sagt Heilker. Er betont, dass Nachhaltigkeit und Tierwohl den Landwirten große Anliegen seien. „Wir sind sehr daran interessiert, dass es den Tieren gut geht. Nur mit gesunden Tieren kann man Geld verdienen“, meint der Landvolk-Vorsitzende.

Weiterhin ist ihm eine möglichst geringe Nitratbelastung der Böden wichtig: „Auch die nächste Generation soll gesundes Wasser haben.“ Von der Politik fordern die Landwirte unter anderem faire Preise für die Erzeuger, verlässliche Aussagen für Planungssicherheit sowie Auflagen und Gesetze, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Und vor allem: einen fairen Umgang.

Das Motto „Redet mit uns, statt über uns“ sollen die Verbraucher dabei wörtlich verstehen. „Wir würden uns freuen, wenn die Höfe besucht werden, um vor Ort mit den Landwirten zu sprechen. Das Landvolk hat viele Mitglieder, die dafür gerne zur Verfügung stehen“, sagt Johanna Grönloh.

Interessierte können sich telefonisch unter (05941) 608120 mit dem Landvolk in Verbindung setzen.

Karte

Diesen Artikel

bewerten

rating rating rating rating rating

weitersagen

  • Twitter
  • Facebook
Artikel versenden

sichern

Drucken

empfehlen

Die Meinung unserer Leser

0 Leserkommentare


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Mehr aus diesem Ressort

Kita-Gebühren sollen sinken: Wer bezahlt‘s?

hren sollen sinken: Wer bezahlt‘s?

Im Wahlkampf hatten alle Parteien eine Senkung der Kita-Gebühren in Nordhorn gefordert. Aber wie soll sie finanziert werden? Das wird eine Kernfrage der Beratungen zum Etat 2017 werden, der jetzt als Entwurf vorliegt. mehr...

Verfolgungsjagd mitten durch Nordhorn

gsjagd mitten durch Nordhorn

Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich eine 32-jährige Frau am Mittwoch in Nordhorn. Wie die Beamten am Donnerstag mitteilten, gefährdete die Autofahrerin mehrere unbeteiligte Verkehrsteilnehmer. mehr...

Mobilität für alle: „Fit mit dem Fahrrad“

 für alle: „Fit mit dem Fahrrad“

Das begleitende Fahrradfahren ermöglicht es Menschen mit Behinderung, mobil zu bleiben oder es wieder zu werden. An einer Schulung in Nordhorn haben acht Mitarbeiter aus dem Bereich der Behindertenhilfe teilgenommen. mehr...

Neueste Top-Themen
Neueste
Heute meistgelesen
Heute gelesen
Soziale Netzwerke
  • GN-Online bei Facebook
  • GN-Online bei Twitter
  • GN-online bei google plus
Umfrage

Wiedervereinigung: Sind Westdeutschland und die ehemalige DDR wirklich wiedervereint?

Ja, im Großen und Ganzen schon.
Nein, es gibt immer noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West.
Weiß ich nicht.
584 abgegebene Stimmen
E-Paper
  • GN-App im Apple-Store
  • GN-E-Paper als html5-Version
  • GN-App im Google-Play-Store
Jugendmagazin
Neueste