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Junge Mütter brauchen Hilfe

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Jung und schon Mutter: In der Grafschaft Bentheim gibt es ein ganzes Netz an Beratungsmöglichkeiten für schwangere Teenager oder für Eltern, die keine Lösungen für ihre Probleme sehen. Foto: dpa

Wenn eine Frau gewollt schwanger wird, ist sie in der Regel nicht allein mit ihrer Vorfreude. Teenagermütter hingegen erleben Schwangerschaft und Geburt in den meisten Fällen als eine Aneinanderkettung von Problemen.

gn Nordhorn. Wenn Jugendliche schwanger oder zu Eltern werden, dann befinden sie sich zumeist in einer Phase, in der sie eine Vielzahl alterstypischer Entwicklungsaufgaben zu bewältigen haben. Sie befinden sich mitten in der Lebensplanung und der Partnerwahl, gehen zur Schule oder stecken in der Ausbildung. Hinzu kommen die Auseinandersetzungen mit dem eigenen körperlichen und mentalen Erwachsenwerden und natürlich die Ablösung vom Elternhaus. Keine leichte Lebensphase und keine idealen Voraussetzungen, ein Kind zu bekommen.

Auch die Zeit der Schwangerschaft, die Geburt und die ersten Lebensjahre ihres Babys stellen an die jungen Mädchen hohe Anforderungen und bedeuten große Veränderungen. Sie fühlen sich häufig hin und her gerissen zwischen den eigenen Wünschen und Bedürfnissen und der Verantwortung, die das Leben mit einem Kind an sie stellt. In diesem Spannungsfeld benötigen die jugendlichen Schwangeren und jungen Mütter Rat, Unterstützung und Begleitung von Erwachsenen.

Im Landkreis Grafschaft Bentheim steht das Jugendamt den jungen Frauen zur Seite. Helga Freundlieb-Stüve und Iris Holtschulte sind hier in der Abteilung Allgemeiner Sozialdienst tätig und zuständig für den Strauß von Unterstützungsmöglichkeiten, die der Gesetzgeber unter dem Begriff „Frühe Hilfen“ zusammenfasst. Und hierzu gehören auch die Familienhebammen. Seit 2008 haben Schwangere die Möglichkeit, sich durch eine Familienhebamme begleiten zu lassen. Sie stärkt die Frauen mit Rat und Tat, Zuspruch und Unterstützung während der Schwangerschaft bis zum vollendeten ersten Lebensjahr des Babys Und das ist vielfach bitter nötig.

Acht Familienhebammen im Landkreis

Familienhebammen können in Anspruch genommen werden, wenn Fragen zur Geburtsvorbereitung und Ernährung in der Schwangerschaft bestehen, wenn Hilfestellung zu gesunden Entwicklung eines Säuglings oder die Begleitung zu medizinischen Diensten benötigt wird, wenn nach der Geburt eine Ansprechpartnerin gewünscht ist, weil die junge Mutter sich unsicher oder überfordert fühlt oder wenn die junge Mutter sich eine Unterstützung im alltäglichen Leben wünscht oder über eine Vermittlung zu weiterführenden Hilfsangeboten informiert werden möchte.

Acht Familienhebammen gibt es derzeit im Landkreis Grafschaft Bentheim, die im Jahr 2015 etwa 60 Frauen betreut haben, darunter elf Minderjährige. Die Tendenz ist steigend, weist die Statistik aus.

Damit sie auch erfahren, wo ihre Hilfen nötig sein könnten, sind Jugendamt und Familienhebammen gut vernetzt und bei Krankenhäusern, Ärzten und Sozialarbeitern bekannt. Über diese Kanäle erfahren die Betreuerinnen von problematischen Familiensituationen, von möglichen Schwierigkeiten von Mutter und Kind. Die Familienhebamme kann in solchen Fällen dann schnell einen ersten Kontakt aufnehmen und Hilfe anbieten.

Viele Fragen sind offen

„Bei vielen Teenagermüttern reicht die ,normale‘ Vor- und Nachsorge nicht aus. Sie benötigen Unterstützung weit darüber hinaus“, berichtet Helga Freundlieb-Stüve. Es gibt so viele Fragen: „Wie soll es nach der Geburt weitergehen? – Möchte ich das Kind behalten? – Komme ich finanziell über die Runden? – Gehe ich weiter zur Schule? – Kann ich trotz Baby eine Ausbildung beginnen? – Wie kann ich meine Schulden abbauen? – Wie finde ich einen Krippenplatz?“

All diese Fragen und viele mehr müssen beantwortet, sowie Perspektiven entwickelt werden. Dafür müssen etliche Menschen an einem Strang ziehen: Mutter, Partner, Angehörige, Sozialarbeiter, Schuldnerberater oder Familienhelfer. Nur so kann es gelingen, dass es Mutter und Kind so gut geht, dass sie ihren weiteren Weg durchs Leben erfolgreich weiter gehen können.

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Die Meinung unserer Leser

5 Leserkommentare

1. | matjes | Dienstag, 12.01.2016 | 17:20 Uhr

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Kondome und ein wenig Verstand helfen sollen. Aber wie gesagt, ich habe das nur aus zweiter Hand.

2. | Meinung | Dienstag, 12.01.2016 | 18:22 Uhr

@matjes bitte aufpassen, aus zweiter Hand sind die Kondome auch nicht mehr sicher. lach

3. | Ein Landwirt | Dienstag, 12.01.2016 | 20:09 Uhr

Ich möchte alle Teenager ermutigen sich nach Möglichkeit für das Ungeborene zu entscheiden. Viele Beratungen und Unterstützungen werden heute angeboten. Mir ist sehr wohl Bewusst, das dadurch die Zukunft dieser Mädchen anders verläuft, als erhofft und geplant. Aber wo ein Wille ist, da findet sich auch ein Weg. Wenn dann noch ein Intaktes Elternhaus vorhanden ist, glaube ich auch das dort offene Hände helfend zur Seite stehen. Eine Abtreibung geht auch nicht einfach so von statten. Die Psychischen Folgen nach so einer Tat sind nicht unerheblich. Sowas lässt sich nicht rückgängig machen wenn das Gewissen Plagt. Ich halte mich nicht für Naiv aber @matjes und @Meinung sind selber nie jung gewesen und haben sicherlich nie mit dem Feuer gespielt. Aber ein Urteil haben sie schon gefällt.

4. | matjes | Dienstag, 12.01.2016 | 21:54 Uhr

@ ein Landwirt. Ich war sowas von jung und hatte eine wilde Zeit. Aber ich war aufgeklärt und wusste, dass bei naivem und unüberlegtem Handeln Kinder entstehen können. Und nochmal: Kondome und ein Funken Restverstand helfen ungemein, Dann braucht sich auch niemand über Abtreibung Gedanken machen. Ich möchte alle Teenager ermutigen, erstmal das Hirn einzuschalten, bevor die Klamotten ausgezogen werden. Dann braucht es auch nicht eine Heerschar von Sozialarbeitern, Schuldnerberatern, Familienhelfern etc. etc. etc.

5. | Meinung | Mittwoch, 13.01.2016 | 09:37 Uhr

@Landwirt haben Sie meinen Kommentar nicht verstanden? Aus dem Kommentar können Sie doch nicht entnehmen ob ich nie jung gewesen bin. Recht haben Sie mit Ihrer Äußerung. In dieser Angelegenheit habe ich wirklich nicht mit dem Feuer gespielt, damals gab es noch nicht einmal so viele Möglichkeiten wie heute um eine Schwangerschaft zu verhindern. Aber man hat sich vielleicht Gedanken gemacht wie die Zukunft aussehen soll und hat sich überlegt wann man Kinder in die Welt setzen kann um sie auch selbst ernähren zu können. Jetzt trifft Ihr letzter Satz, den Sie vorweg genommen, haben zu. Gerade heute ist die Aufklärung so weit, da muss so etwas nicht passieren. Da hat Matjes total Recht, erst einmal das Hirn einzusetzen aber bitte vorher, dann braucht man sich hinterher nicht solche Gedanken zu machen wie wer hilft mir.


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