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Im Herbst kommen neue Orang-Utans

 kommen neue Orang-Utans
Damai, zwölfjähriger Orang-Utan, soll ab Herbst im Osnabrücker Zoo für Nachwuchs sorgen. Foto: Zoo Osnabrück

Jetzt ist es amtlich: Der Osnabrücker Zoo bekommt im Herbst zwei Orang-Utans, um durch Nachzucht die Erhaltung der bedrohten Tierart zu sichern.

Osnabrück. Die Verantwortlichen auf dem Schölerberg haben sich nicht um den Zuwachs beworben. Es war der Koordinator des Zuchtbuches für Orang-Utans aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), der beim Zoo Osnabrück angefragt hat, ob am Schölerberg ein Borneo-Orang-Utan-Paar einziehen kann. Borneo-Orangs sind akut vom Aussterben bedroht.

Ausschlaggebend für das Ansinnen des Zuchtbuchkoordinators Clemens Becker waren nach Worten von Zoodirektor Michael Böer die optimalen Haltungsbedingungen, die derzeit mit dem Neubau des Menschenaffenhauses auf dem Schölerberg geschaffen werden. „Der Außenbereich misst dann 358 Quadratmeter und 2155 Kubikmeter bei einer Höhe von sechs Metern. Der Innenbereich wächst auf 234 Quadratmeter und 1257 Kubikmeter. Damit dürfen wir sogar sechs erwachsene Orang-Utans halten“, berichtet Böer. Damit übertrifft der Zoo die Anforderungen um ein Vielfaches.

Umbauarbeiten haben bereits begonnen

Vorerst aber werden nur der zwölf Jahre alte Damai aus Sosto in Ungarn und die zehnjährige Orang-Dame Dayang aus dem niederländischen Apeldoorn in das ursprünglich nur für Buschi und Astrid sowie ihre Freunde, die Weißwangenschopfgibbons, geplante Menschenaffenhaus einziehen.

Der Zoo selbst hatte eigentlich geplant, nach Buschi und Astrid die Orang-Haltung aufzugeben. Dahinter steht der Gedanke, dass die Ansprüche an die Haltungsbedingungen ständig wachsen. „Wir wissen nicht, wie die gesetzlichen Vorgaben oder aber auch die Vorstellungen unserer Besucher in zehn Jahren aussehen“, erläutert Zoogeschäftsführer Andreas Busemann die Osnabrücker Sorgen.

Einem dann möglicherweise notwendigen Ausbau der Anlage sind auf dem Schölerberg laut Busemann sowohl finanzielle als auch räumliche Grenzen gesetzt. „Wir haben deshalb mit dem Zuchtbuchkoordinator vereinbart, dass wir geordnet aus dem Zuchtprogramm aussteigen können, wenn es erforderlich ist.“

Vorerst aber sieht der Zoo einer Menschenaffenanlage entgegen, die mehr als optimale Bedingungen bieten wird. „Wir kommen gut voran: Der erste Bauabschnitt mit einem kombinierbaren Sommer-und-Winter-Bereich steht bereits. Hier haben schon die Innenarbeiten zur Gestaltung als Tempelruine begonnen“, berichtet Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder. Im zweiten Bauabschnitt, dem vorderen Außenbereich, setzt die beteiligte Baufirma Scholle zurzeit die neuen Wände. Hier folgen in etwa vier Wochen die Gestaltungsarbeiten, während dann im rotierenden System die Firma Scholle mit dem dritten Baubereich, dem mittig liegenden Außengehege, startet. „Als Letztes folgt dann der Innenbereich. Hier modernisieren wir auch das Dach und fügen eine Glaskuppel ein, damit Tageslicht einfällt. Der Boden wird erneuert, Pflanzen gesetzt, und auch die Besuchertoiletten werden erneuert“, berichtet Architekt und Bauleiter Heiko Suhr

Umbau soll im Sommer abgeschlossen werden

Die beiden Orangs und die Gibbon-Familie erleben die Bauarbeiten wie ein Freiluftkino. Vor allem Buschi kennt nach den Worten von Revierleiter Detlef Niebler alle Bauarbeiter. Sein großes Interesse am Geschehen auf der Baustelle hat aber nicht nur eine spaßige Seite. „Wenn wir nicht aufpassen, baut uns Buschi die Anlage zurück“, sagt Schröder. Mit anderen Worten: Der Orang erkennt sofort jede Schwachstelle an seinem neuen Zuhause und baut dann mühelos auseinander, was die Handwerker zusammengefügt haben. Dementsprechend viel Wert legen die Verantwortlichen denn auch auf eine orang-sichere Schließanlage, die nur Menschen bedienen können und nicht auch ein findiger Affe mit den siebenfachen Kräften eines ausgewachsenen Mannes.

Den 1,4 Millionen Euro teuren Umbau finanziert der Zoo Osnabrück mit 500.000 Euro über die Spendenkampagne. Unter anderem hatten die Sparkasse Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück sowie der Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück (VVO) größere Beträge gespendet.

Zum Sommer 2016 soll der Umbau der Anlage abgeschlossen sein. Dann ergänzt das vergrößerte und als asiatische Tempelruine gestaltete Menschenaffenhaus die asiatische Tierwelt „Angkor Wat“ mit Tigertempelgarten und Affentempel. Und wenn dann alles optimal läuft, toben im Sommer 2019 kleine Orang-Utan-Babys durch die Anlage.

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