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Holland erhöht schon wieder die Bußgelder

rhöht schon wieder die Bußgelder
Dieses Schild markiert den Beginn der „Blauen Zone“ in Denekamp. Foto: Lüken

Alljährlich zum Start ins neue Jahr: Den Haag erhöht die Bußgelder für Verkehrsvergehen. Dabei liegen die Niederlande im europäischen Vergleich weit vorne. Und Autofahrer werden bei Verwaltungskosten zur Kasse gebeten.

Den Haag / Denekamp. Diese stiegen mit Wirkung vom 1. Januar dieses Jahres gleich um fast 30 Prozent: von bisher sieben auf jetzt neun Euro pro „Knöllchen“. Damit kassiert Den Haag jährlich rund 23 Millionen Euro zusätzlich. „Eine Schweinerei“ schimpfen Kritiker. Und zu denen zählen sich in diesen Tagen wohl die meisten Verkehrsteilnehmer im Nachbarland.

Täglich landen in den Niederlanden etwa 30.000 Bußgeldbescheide in den Briefkästen der Bevölkerung. Jeder, der vom Centraal Justitieel Incassobureau (CJIB) einen Bußgelbescheid zugestellt bekommt, muss seit Jahresbeginn zwei Euro mehr für die Bearbeitung berappen. „Das hat nichts mehr mit Sicherheit zu tun“, so der Vorsitzende des Polizeigewerkschaftsbundes ANPV, Geert Priem, in der in Enschede erscheinenden Tageszeitung „De Twentsche Courant Tubantia“. Priem: „Bußgelder sollen dazu dienen, den Verkehr sicherer zu machen und nicht, um die Staatskasse zu „specken“.

Auch der Automobilklub ANWB kritisiert die unverhältnismäßig große Erhöhung. „Die Bußgeldfabrik der Regierung in Den Haag dient als sprudelnde Einkommensquelle des Staates. Das kann niemand mehr leugnen“, so ANWB-Sprecher Ad Vonk: „Es hat ganz den Anschein, dass jetzt die Verwaltungskoten erhöht werden, weil die Bußgelder nicht viel höher können.“

Auch nach Meinung des ehemaligen Verkehrsoffiziers der Justiz im Nachbarland fallen die neuen Verwaltungskosten völlig aus dem Rahmen. Die Bearbeitungssysteme des CJIB sind nahezu völlig automatisiert. Dass jetzt neun Euro zusätzlich auf einen Bußgeldbescheid gezahlt werden müssen, ist ein Skandal.“

rhöht schon wieder die Bußgelder
Wer diese Parkscheibe künftig nicht einstellt, riskiert ein Bußgeld von 90 Euro. Dazu kommen noch neun Euro an Verwaltungskosten. Fotos: Lüken

Das Ministerium für Sicherheit und Justiz rechtfertigt sich damit, dass die Erhöhung der Verwaltungsgebühren erforderlich ist, um die gestiegenen Personalkosten zu decken. So sei es seit einem halben Jahr möglich, Bußgelder von mehr als 225 Euro in Raten zu zahlen. „Das CJIB liefert Maßarbeit, unter anderem bei der individuellen Hilfe bei Zahlungsproblemen“, so ein Sprecher des Ministeriums in Den Haag.

Neben den Verwaltungskosten wurden auch verschiedene Bußgelder zum 1. Januar leicht erhöht. Bei geringen Geschwindigkeitsüberschreitungen werden die Autofahrer mit einem Euro zusätzlich zur Kasse gebeten, bei höheren mit fünf Euro.

Minister Ard van der Steur von der Regierungspartei VVD geht bei den jetzt vorgenommenen Erhöhungen allerdings nicht mehr so rigoros zu Werke wie sein Vorgänger Ivo Opstelten. Der erhöhte die Bußgelder zum 1. Januar 2012 gleich um 20 Prozent. Noch im selben Jahr schraubte er die Verwaltungskosten von sechs auf sieben Euro.

Bei zehn Kilometer sind es 104 Euro

Schon bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung um vier Stundenkilometer innerhalb geschlossener Ortschaften müssen Verkehrsteilnehmer in den Niederlanden 27 Euro Bußgeld berappen. Bei zehn Kilometer sind es 70 Euro, bei 15 Kilometer 129 Euro, bei 20 Kilometer 186 Euro, bei 25 Kilometer 249 Euro und bei 30 Kilometer 325 Euro.

Wenn Autofahrer in einem Baustellenbereich innerhalb einer geschlossenen Ortschaft schneller unterwegs sind als erlaubt, schnellen die Bußgelder regelrecht in die Höhe. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung um vier Kilometer werden bereits 45 Euro fällig, bei zehn Kilometer sind es 104 Euro und bei 15 Kilometer 180 Euro.

Bußgelder außerhalb geschlossener Ortschaften niedriger

Außerhalb geschlossener Ortschaften liegen die Bußgelder etwas niedriger:

  • 24 Euro bei vier Kilometer (36 Euro im Baustellenbereich),
  • 66 Euro bei zehn Kilometer (88 Euro),
  • 125 Euro bei 15 Kilometer (153 Euro),
  • 178 Euro bei 20 Kilometer (217 Euro),
  • 234 Euro bei 25 Kilometer (292 Euro)
  • und 309 Euro bei 30 Kilometer 374 Euro).

Auf Autobahnen fallen die Bußgelder noch etwas niedriger aus:

  • 24 Euro bei Geschwindigkeitsüberschreitung um vier Kilometer (31 Euro im Baustellenbereich),
  • 61 Euro bei zehn Kilometer (83 Euro),
  • 115 Euro bei 15 Kilometer (147 Euro),
  • 165 Euro bei 20 Kilometer (209 Euro),
  • 217 Euro bei 25 Kilometer (275 Euro)
  • 276 Euro bei 30 Kilometer (360 Euro).

Wie viele Grafschafter haben sich in der Vergangenheit nicht schon maßlos geärgert, wenn sie ihr Auto im Parkverbot abgestellt oder vergessen hatten, die eingestellte Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe zu legen. Während sich die Bußgelder für falsches Parken in Deutschland zwischen zehn und 30 Euro bewegen, verlangen die Behörden dafür jenseits der Grenze landesweit 90 Euro. Dazu kommen dann jetzt noch neun Euro Verwaltungsgebühren. Fast 100 Euro, nur um schnell eben ein Paket im Postamt abzugeben oder auf dem Markt einen Bratfisch zu kaufen. In Denekamp und Ootmarsum zum Beispiel machen die „vergesslichen“ Deutschen einen Großteil der Parksünder aus.

Unverändert geblieben gegenüber dem Vorjahr sind im Nachbarland die Bußgelder für eine Reihe anderer Verkehrsvergehen. So kostet das Missachten der Vorfahrt nach wie vor 230 Euro. Für unrechtmäßiges Parken auf einem Behindertenparkplatz verlangt die „Politie“ auch in diesem Jahr 370 Euro. Wer den Gurt nicht angelegt hat, muss 140 Euro berappen – egal, ob Fahrer oder Passagier. Aber auch Radfahrer müssen jenseits der Grenze aufpassen. Wer abends ohne Licht fährt, wird mit 55 Euro zur Kasse gebeten.

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Die Meinung unserer Leser

18 Leserkommentare

1. | Mickie Maus | Sonntag, 10.01.2016 | 14:58 Uhr

Erstaunlich, dass bei den hohen Bußgeldern in den Niederlanden die Holländer hier in Nordhorn oftmals parken, ohne die Parkverbotsschilder zu beachten. Gerade zur Zeit des Weihnachtsmarktes konnte man in der Kokenmühlenstraße auf der Seite von Blumen-Stockhorst jeden Tag zahlreiche Holländerautos entgegen der Fahrtrichtung parken sehen, obwohl hier nicht geparkt werden darf. Wenn man aus Richtung City-Wache kam hatte man bei Gegenverkehr große Probleme durch die verkehrswidrig parkenden Autos. Aber Knöllchen bekamen sie natürlich nicht, aber die Deutschen sind die ersten, die in den Niederlanden einen Zettel an die Windschutzscheibe bekommen. Aber vielleicht parken die lieben Nachbarn hier bewusst verkehrswidrig, weil es hier so superbillig ist. Tolles Europa, wo jeder Staat kassieren kann, was er will. Aber die schlecht laufende Wirtschaft zwingt vermutlich zu solchen Schritten! Ich fahre jedenfalls nicht mehr nach Holland!

2. | achso achso | Sonntag, 10.01.2016 | 15:53 Uhr

Mickie Maus, ist Ihnen eigentliche der Unterschied zwischen absolutem und eingeschränktem Halteverbot bekannt?

3. | Meinung | Sonntag, 10.01.2016 | 16:28 Uhr

@Mickie Maus im Sommer ist es doch Richtung Freibad auch so. Ob Halteverbot oder Behindertenplätze (Rollstuhl), bei den gelben Schildern sieht man meistens kein Knöllchen. Wir sind hier ja auch in Deutschland, da gelten die Verbote anscheinend nur für uns.

4. | alberto | Sonntag, 10.01.2016 | 17:59 Uhr

Ich kann den Kommentaren nur zustimmen, auch wenn man sich hüten muss "alle über einen Kamm zu scheren"! Gestern Parkplatz Ringcenter: Ein ndl. Ehepaar (nehme ich an) steuert auf einen Behindertenparkplatz und löst keinen Parkschein , um dann den nächsten Laden anzusteuern. Darauf aufmerksam gemacht, erfolgen abfällige Gesten und Ausdrücke die ich hier nicht wiedergeben möchte. Ich habe jedenfalls bei dem Fahrer keine körperliche Behinderung feststellen können, aber fehlen muss ihm einiges !! Deshalb durchgreifen und auf die Farbe der Autokennzeichen achten !!

5. | Mickie Maus | Sonntag, 10.01.2016 | 19:34 Uhr

achsoachso: Und ob ich den Unterschied wohl kenne. Bei eingeschränktem Halteverbot darf ich maximal 3 Minuten dort stehen und ein Be- und Entladen hat zügig zu geschehen und bei absolutem Halteverbot darf ich dort gar nicht halten! Wenn Autos dort über eine Stunde dort parken und dann noch entgegen der Fahrtrichtung, dann ist doch wohl ein Knöllchen fällig oder? Aber vielleicht kennen sie ja nicht den Unterschied!


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