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Heuerlingsforschung jetzt auch im Internet

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Ein Bauer mit seinen Heuerleuten bei der Getreideernte in Suttrup bei Freren vor 1914. Foto: Emslandmuseum Lingen

Nach ihrem erfolgreichen Buch möchten die beiden Autoren Bernd Robben und Helmut Lensing weitere Zeitzeugen zur Geschichte von Heuerleuten finden und sie interviewen. Dafür nutzen sie nun auch das Internet.

Emsbüren. Rund 10.000 verkaufte Exemplare in der nunmehr vierten Auflage: Der Erfolg des Buches über die Geschichte des Heuerlingswesens im nordwestdeutschen Raum hat die beiden Autoren Bernd Robben und Helmut Lensing überrascht und gefreut zugleich. Und weiter angespornt.

Im Gespräch mit unserer Redaktion verwies Robben auf eine inzwischen eingerichtete Homepage, die die Geschichte der Heuerleute und das ihnen widerfahrene Unrecht online fortschreibt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg stellten die Heuerleute in den meisten Dörfern Nordwestdeutschlands die größte Bevölkerungsgruppe dar. Sie mieteten von Bauern ein Haus und ein Stück Land und bezahlten Teile der Pacht mit ihrer Arbeitskraft bei den Hofbesitzern. So war es jahrhundertelang – und oft mit Konflikten behaftet.

„Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen“ – dieses Sprichwort wählte Robben, der gemeinsam mit Helmut Lensing intensiv forschte und recherchierte, als Titel für sein Buch. Die Resonanz auf die Veröffentlichung, der auch viele Gespräche mit den letzten Zeitzeugen vorangingen, ist groß. Der 68-jährige Robben, früher Grundschulleiter im Lingener Ortsteil Bramsche, ist viel unterwegs, um in Vorträgen über dieses sensible Thema zu berichten.

Heuerleute berichten

Sensibel deshalb, weil die Geschichte des Heuerlingswesens auch eine Geschichte des Unrechts ist. Heuerleute waren in ihrer Existenz total von den Bauern abhängig. Trotz hoher Pachtzahlungen wurden sie mit eher schlechten Böden abgespeist, während die Bauern die besten Ackerstücke für sich behielten.

Auf erschütternde Berichte stieß Robben in seinen Recherchen. „Man muss ihn so viel arbeiten helfen, daß man es nicht mehr aushalten kann, so daßman seine Arbeit bei Nachte verrichten muß. Denn bei Tage muss man den Bauern helfen, so viel als sie es haben wollen“, heißt es in einem Brief eines Heuermanns. Bernd Robben weist aber ebenfalls darauf hin, dass es durchaus auch einvernehmliche Verhältnisse zwischen Bauern und Heuerleuten gegeben hat. Der Emsbürener und Lensing, Historiker aus Wietmarschen, haben dieses „zwischenmenschlich immer noch aufgeladene Thema“, so Robben, auf 288 Seiten zusammengefasst, mit Zeitzeugen gesprochen und Nachfahren der Heuerleute dazu bewegt zu berichten. Herausgekommen ist dabei ein Buch, „dass nicht anklagend ist, aber die Zustände damals beschreibt“, erklärt Robben.

Bei seinen Vorträgen ist der pensionierte Lehrer aus dem Ortsteil Gleesen immer wieder auf interessierte Bürger, auch aus jüngeren Generationen, gestoßen. Deshalb hat Robben die Internetplattform eingerichtet. Immerhin habe über 300 Jahre lang über die Hälfte der Bevölkerung dieses Raumes zu den Heuerleuten gehört. Was da noch in den Schubladen schlummere, könne gesammelt und veröffentlicht werden. Bereits jetzt wird die Homepage www.heuerleute.de als Plattform genutzt, weitere Bilder, Dokumente und Recherchen zum Thema zu veröffentlichen.

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