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HSG: Miedema zum Nationalteam, Verjans sagt ab

ema zum Nationalteam, Verjans sagt ab
Als Rechtshänder auch vom rechten Flügel gefährlich: Patrick Miedema erzielte zwei Tore im Derby. Foto: Rump

Bis zum 12. Januar haben die meisten Handballer der HSG Nordhorn-Lingen Zeit zum Ausspannen. Dann sammelt Trainer Heiner Bültmann seinen Kader wieder um sich, um ihn auf den zweiten Saisonteil der 2 Liga vorzubereiten.

Nordhorn.Björn Buhrmester freute sich nach dem letzten Spiel des Jahres auf den Urlaub daheim in Ostwestfalen; der Torhüter der HSG Nordhorn-Lingen will erst einmal „nichts mit Handball zu tun haben“. Asbjörn Madsen nuckelte nach dem 28:26-Sieg über den TV Emsdetten genüsslich an seinem Bier; „diese zwei Punkte brauchten wir“, sagte der dänische Kreisläufer und war in Gedanken auf dem Weg nach Dänemark, wo er mit Freunden und Familie den Jahreswechsel verbringt, was nach dem ersten Sieg seit dem 22. November „extra-geil“ zu werden verspricht. Und Jürgen Rooba fieberte dem gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin in Österreich entgegen; nur mit dem Skifahren wird es wohl nichts, zwang eine Sprunggelenkverletzung des estnischen Rechtsaußen gegen Emsdetten doch zum Zuschauen.

Nach 21 Punkt- und drei Pokalspielen haben die Spieler von Heiner Bültmann die Pause wegen der Europameisterschaft vom 15. bis 31. Januar in Polen dringend nötig. „In der ersten Woche sollen sie ruhig auch mal die Beine hochlegen“, sagt der Trainer, der den Akteuren des Tabellenneunten aber auch Trainingspläne mit auf den Weg gegeben hat. Am 12. Januar erfolgt der gemeinsame Trainingsauftakt; dann beginnt die Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil. Vor dem ersten Punktspiel am 6. Februar bei der DJK Rimpar will Bültmann die Form seiner Schützlinge in mindestens zwei Testspielen überprüfen. Fest vereinbart ist bereits der Vergleich mit dem Erstligisten TuS N-Lübbecke. Das Team um den Ex-HSGer Bobby Schagen, das als siegloser Tabellenletzter das Jahr abschloss, trifft am 2. Februar auf die Grafschafter.

Doch während die Kollegen in der freien Zeit ausspannen, geht der Stress für Patrick Miedema im neuen Jahr direkt weiter. Der Niederländer bereitet sich mit dem Nationalteam seines Heimatlandes auf die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich vor. Für die Oranjes, die nach zwei Siegen gegen Luxemburg die Qualifikationsgruppe 6 anführen, wird es nun ernst; in den beiden Spielen gegen die Schweiz am 13. Januar in Arau sowie am 17. Januar in Sittard, entscheidet sich, wer als Gruppensieger die nächste Qualifikationsebene erreicht

.Stipendium in Maastricht: Verjans studiert weiter

Auch Nicky Verjans hätte dabei sein sollen, doch der HSG-Kapitän legt bei den Oranjes eine Auszeit ein. „Es wird mir einfach zu viel“, sagt er und führt nicht nur die sportliche Belastung an. Schließlich habe er in Nordhorn ein Haus gekauft, erzählt er, und bereite gerade den Umzug mit seiner Frau und den beiden Töchtern vor. Dazu kommt die Gelegenheit, nach erfolgreichem Fernstudium an der Johan-Cruyff-Universität einen Master-Abschluss nachzulegen. „Ich bekomme ein Stipendium in Maastricht“ erzählt Verjans – eine Chance, die er sich nicht entgehen lassen will. „Und Heiner gibt mir die Möglichkeit“, freut er sich über das Entgegenkommen des Trainers, der bereitwillig zustimmte, denn: „Die Präsenzzeiten dort sind überschaubar.“ Daher muss das Nationalteam aktuell ohne Verjans auskommen; ein Abschied für immer sei das jedoch nicht.

Für Miedema geht es darum, bis Silvester so gut es geht zu regenerieren. Bereits am Neujahrsmorgen um 6 Uhr macht er sich mit Bondscoach Joop Fiege von Emmen auf den Weg nach Amsterdam. Mit dem Flugzeug geht es von Schiphol aus nach Katar, wo der niederländische Kader, zu dem auch die Ex-HSGer Schagen und Toon Leenders (Targos/Bevo HC) gehören, vom 1. bis 5. Januar ein Trainingslager bezieht. Danach geht es für anderthalb Tage zurück in die Heimat, ehe die Oranjes nach Moskau reisen, um in Russland an einem Vier-Länder-Turnier teilzunehmen. Dabei treffen sie am 9., 10. und 11. Januar auf den Gastgeber, Polen und Argentinien.

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Auf das Durchsetzungsvermögen von Nicky Verjans müssen die Niederländer in der WM-Qualifikation verzichten. Foto: Rump

„Das ist eine gute Vorbereitung für uns“, freut sich Miedema, der gut gerüstet ist. Er überzeugte zum Jahresausklang als etatmäßiger Linksaußen, der auch im Rückraum aushelfen kann, auf dem rechten Flügel als Stellvertreter des verletzten Rooba. „Das ist ungewohnt für mich“, sagt der Rechtshänder, doch in den Trainingseinheiten der vergangenen Woche hat er sich mit dem rechten Flügel vertraut gemacht. Mit einigen guten Defensivaktionen auf der rechten Abwehrseite holte er sich das Selbstvertrauen für die Offensive und nutzte zwei Chancen in der ersten Halbzeit zu zwei Toren. „Ich glaube, ich habe das ganz okay gemacht“, lautet seine bescheidene Selbsteinschätzung, die sein Trainer bestätigt: „Patrick hat das in Abwehr und Angriff richtig gut gemacht.“

„Es war unsere Pflicht zu zeigen, dass wir auf diesem Level Handball spielen können“, kommentierte Miedema das Ende der Durststrecke von fünf Spielen ohne Sieg. Ganz so forsch beurteilt er die Chancen der Niederländer gegen die Schweiz nicht. Im Kampf um den Gruppensieg habe es sein Team „ganz schwer“ und wolle sich gegen die Schweiz „so gut wie möglich machen“. Und dann, sagt er, „gucken wir, was dabei raus kommt.“

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