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Emotionaler Abschied von Pastor Werner in Nordhorn

er Abschied von Pastor Werner in Nordhorn
Simon und Damaris Werner werden nach fünf Jahren ihre Nordhorner Gemeinde verlassen. Foto: Hamel

Die Baptistenkirche muss einen überaus beliebten und geschätzten Geistlichen ziehen lassen. Der 36-Jährige übernimmt eine neue Aufgabe als Bildungsreferent in der Nähe von Berlin.

Nordhorn. Viele Umarmungen und segensreiche Abschiedsworte gab es am Sonntag in der Nordhorner Baptistenkirche, und etliche Gemeindemitglieder ließen ihren Tränen freien Lauf: Nach gut fünf Jahren im Dienste der Gemeinde verlässt Pastor Simon Werner die Grafschaft, um in Elstal bei Berlin beruflich neue Schritte zu wagen. Ab 1. Februar wird er dort als Bildungsreferent im Gemeindejugendwerk des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden tätig sein. Mit ihm gehen seine Frau Damaris, die als Diakonin in Nordhorn wirkte, sowie die drei Kinder Nora-Marie, Elisa und Mats.

Bereits am Sonnabend drehte sich bei einem bunten Nachmittag alles um „die Werners“, am Sonntag folgte ein feierlicher Gottesdienst, bei dem der scheidende Pastor zum letzten Mal in Nordhorn den Segen sprach. Dass der 36-Jährige sowohl in der Gemeinde ein hohes Ansehen genoss als auch außerhalb der eigenen Konfession ein breites Netzwerk gebildet hatte, bezeugten die zahlreichen, mitunter sehr persönlichen Grußworte befreundeter Pastoren sowie die liebevolle Gestaltung des Gottesdienstes.

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Ein großer Chor samt Kirchenband begleitete den Gottesdienst.

Durch den Vormittag, der unter dem Motto „Laufen“ stand, führten Jessica Heils und Gerlinde Sale. Sie statteten das Ehepaar Werner mit Startnummern aus und verwiesen darauf, dass es in der zurückliegenden Zeit manchen Schrittmacher und Weggefährten gab.

Einer von ihnen ist der lutherische Pastor Simon de Vries, der auch die Predigt hielt. Man sei zu Mitstreitern, Seelenverwandten und Geschwistern geworden, bestätigte dieser. Er betonte, dass es im Glauben wie im Laufsport nicht nur auf die Willenskraft, sondern auf das Training ankomme. Ebenso gelte es, im Glauben auch Widersprüche und Spannungen auszuhalten: „Man hüte sich vor den Menschen, die meinen, alles zu wissen.“

Eine Konfession könne nicht den ganzen Glauben abbilden, und auch einzelne Bibelstellen seien aus ihrem Kontext heraus zu verstehen. In dieser Weitsicht hätten Simon und Damaris Werner den Glauben in Nordhorn gelebt: „Mit euch sind Dinge hier gewachsen, die nicht weggehen werden.“

Auf die Verdienste Werners mit Blick auf die Verständigung zwischen den Konfessionen verwies auch der altreformierte Pastor Dieter Wiggers, der die Grüße der Nordhorner Innenstadtkirchen, der Pastorenkonferenz und der kürzlich gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nordhorn überbrachte. Simon Werner habe „die Baptistenkirche forciert in die Ökumene eingebracht.“

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Die Pastorenfamilie war in der Baptistengemeinde - und darüber hinaus - äußerst beliebt.

Für die Zeit bis ein neuer Pastor in der Gemeinde seine Arbeit aufnimmt, bot Wiggers ebenso wie die reformierte Pastorin Beatrix Sielemann-Schulz Unterstützung an. Letztere sagte augenzwinkernd, die Baptisten seien auch in der Neuen Kirche herzlich willkommen, wo sie „der Charme der 50er-Jahre“ und wegen der Einfachverglasung bei Minusgraden sogar Eisblumen erwarteten.

Grußworte gab es zudem von der stellvertretenden Bürgermeisterin Silvia Fries, von der Nachbar-Baptistengemeinde aus Meppen, vom Landesverband Nordwestdeutschland im Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden sowie von Dr. Gabriele Obst, Schulleiterin des Evangelischen Gymnasiums. Sie erwähnte dankend, dass ihre Schule die Baptistenkirche ein Jahr lang als Ausweichquartier nutzen konnte.

Viele Redner berichteten – teils humorvoll – von anfänglichen Vorbehalten und Unsicherheiten gegenüber der Baptistenkirche, die aber inzwischen gänzlich ausgeräumt seien. Die Gemeinde quittierte es mit gutmütigem Schmunzeln.

In ihrem Schlusswort bekundeten Damaris und Simon Werner, dass sie in einer offenherzigen Gemeinde und in einer „tollen Stadt“ leben durften: „Ihr habt unser Leben bereichert. Diese Erfahrung mit euch allen nehmen wir mit.“ Zum Abschluss gaben dann die Kirchenband und der große Chor noch einmal alles: Mit einem kraftvoll und anrührend dargebotenen „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ beschlossen sie die Zeremonie.

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