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Ein Leben im Dienste bedrohter Indianer

 im Dienste bedrohter Indianer
Gegenstände der Yanomami hatte Christina Haverkamp zu ihrem Vortrag ins Lise-Meitner-Gymnasium nach Uelsen mitgebracht. Foto: Marcus Pfeifer

Seit vielen Jahren kämpft die gebürtige Nordhornerin Christina Haverkamp für das Leben der bedrohten Yanomami-Indianer in Südamerika. Vor einigen Tagen hat sie Gymnasiasten in Uelsen davon berichtet.

Uelsen. Die Yanomami – eines der letzten Indianervölker Brasiliens, das weitgehend unberührt von der Zivilisation im Regenwald Südamerikas lebt, hat es der aus Nordhorn stammenden Christina Haverkamp angetan. 1990 erfuhr sie durch den prominenten Abenteurer und Menschenrechtsaktivisten Rüdiger Nehberg von ihrem Schicksal und widmet ihnen und dem Schutz ihrer bedrohten Lebensumwelt seitdem ihr Leben.

In der vergangenen Woche hatten die Siebtklässler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus und Uelsen die Gelegenheit, aus erster Hand etwas über diese Indianer zu erfahren, die im Regenwald ein frohes und spannendes, aber auch arbeitsreiches Leben führen.

Deren Lebensraum im riesigen Grenzgebiet zwischen Brasilien und Venezuela wurde indessen lange akut von Abertausenden von Goldgräbern bedroht, die mit ihren Schürfmethoden das Flusswasser vergifteten und damit auch die Lebensgrundlage der Yanomami. Sie schleppten zudem zahlreiche Krankheiten ein, die in der Region bislang unbekannte Malaria verbreitete sich. Ganze Yanomami-Runddörfer wurden abgebrannt, wenn sie die Goldgräber störten.

Sammlung von echten Kulturgegenständen der Yanomami

Als die beiden sich nun für die Yanomami einsetzten, bekamen sie es nicht nur mit den Goldgräbern zu tun, sondern auch mit den brasilianischen und venezolanischen Behörden, denen es vermutlich wohl recht gewesen wäre, wenn man die Yanomami ganz los wäre und ungehemmt Bodenschätze auf deren Gebiet fördern könnte. Doch Rüdiger Nehberg und Christina Haverkamp gelang es, nicht zuletzt mit spektakulären Unternehmungen wie zum Beispiel einer Atlantiküberquerung per Floß, die Weltöffentlichkeit auf deren Schicksal aufmerksam zu machen.

Heute ist die Anzahl der Goldschürfer auf wenige Hundert geschrumpft, die verletzten Lebensräume der Yanomami ließen sich teilweise regenerieren, und Christina Haverkamp ist es nicht nur gelungen, im Regenwald drei Krankenstationen aufzubauen, sondern auch anzuregen, die Sprache der Yanomami zu verschriftlichen und zumindest einigen von ihnen Portugiesisch beizubringen, sodass sie nun in der Lage sind, ihr Lebensrecht gegenüber dem brasilianischen und dem venezolanischen Staat selbst zu verteidigen.

Der Lichtbildvortrag, der das Leid und Elend der Yanomami veranschaulichte, aber auch deren Lebensfreude, wenn sie ungestört in ihrer ursprünglichen natürlichen Umgebung leben können, zog die gut hundert jungen Zuschauer ganz in ihren Bann. Außerdem hatte Haverkamp eine Sammlung von echten Kulturgegenständen der Yanomami mit nach Uelsen gebracht: Köcher für giftige oder ungiftige Pfeile, Körbe, mit denen man Fische fangen kann, Arafedern als Armschmuck und sogar ein paar präparierte Piranhas, die sie den Kindern am Ende des Vortrags erklärte.

Weitere Infos: www.yanomami-hilfe.de

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