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Edelweißpiraten sind heute Vorbilder

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Wie hätten wir gehandelt? Das fragten die Pfadfinder der Kreuzkirche zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Ihre Vorbilder heute: die Edelweißpiraten. Foto: Kersten

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus haben die Pfadfinder des VCP Stammes „Wassergeusen“ am Mittwochabend die Widerstandskämpfer Edelweißpiraten vorgestellt.

Nordhorn. „Wie hätten wir gehandelt?“ Das fragten sich die christlichen Pfadfinder der Kreuzkirche bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. „Hätten wir uns gewehrt? Oder wären wir mitgelaufen?“ Die Jugendlichen haben am Mittwochabend bei ihrem Vortrag zur Gedenkstunde in der Kreuzkirche einen Blick auf die Geschichte der Pfadfinder geworfen: „1933 waren viele Pfadfinder unpolitisch“, berichteten sie: Anders eine Gruppe von Jugendlichen am Rhein, die damals zwar genauso viel Spaß am Wandern hatte, aber sich im Widerstand zum NS-Regime befand: die Edelweißpiraten, die heute den Pfadfindern Vorbild sein können.

„Schluss mit der braunen Horde“

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Die Jugendlichen und Bürgermeister Thomas Berling legten einen Kranz im „Schwarzen Garten“ nieder. Foto Kersten

„Sie beschmierten Wände mit Sprüchen wie ,Macht endlich Schluss mit der braunen Horde‘ und begaben sich damit in höchste Lebensgefahr“, berichteten die Pfadfinder des VCP Stamms „Wassergeusen“. Mit ihrem Gedenken an die Widerstandskämpfer und der intensiven Vorbereitung in ihrer Gruppenstunde, erfüllten die Jugendlichen den Hintergrund des Gedenktages zum 27. Januar. Den hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1996 so erklärt: „Das Allerwichtigste ist es, den Jungen den Blick dafür zu schärfen, woran man Rassismus und Totalitarismus in den Anfängen erkennt.“

Am Anfang war die Diskriminierung

„Die Initiative der Pfadfinder ist auch wichtig, damit wir nicht vergessen“, sagte Bürgermeister Thomas Berling. Die Nazi-Geschichte sei momentan aktueller denn je: „Auch das NS-Regime und die systematische Vernichtung der Juden hat mit Diskriminierung angefangen.“

Bevor Thomas Berling mit den Pfadfindern der Kreuzkirche einen Kranz im benachbarten „Schwarzen Garten“ niederlegte, sagte Marianne Schnelle vom Arbeitskreis Frieden: „In Nordhorn wurden Juden verfolgt und gebrandmarkt durch den Judenstern. Und auch jetzt ist rechte Gewalt nicht so weit weg, wie man denkt. Und zurzeit wird sie leider immer häufiger wahrgenommen.“

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