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Buch, Sand, Schirm: Tipps zur Selbstverteidigung

d, Schirm: Tipps zur Selbstverteidigung
Trainerin Ilona Milius zeigt in ihrem Kursus, wie man seinen Körper zur Verteidigung einsetzen kann. Foto: Anne Köneke

Wie kann man sich selbst effektiv verteidigen? Diese Fragen stellen sich junge Frauen – vor allem nach den Vorfällen Neujahr in Köln und anderen Großstädten. Für GN-Szene hat Louisa Kersten einen Kursus besucht.

Was kann man tun, wenn man körperlich bedrängt, attackiert und gedemütigt wird? Wie kann sich eine junge Frau aus einer solchen Situation befreien? Diese und weitere Fragen habe ich mir Anfang des Jahres auch gestellt und so kam es, dass ich nach Selbstverteidigungskursen in Nordhorn und Umgebung gesucht habe. Schnell wurde ich fündig und bekam die Möglichkeit, selbst einen solchen Kurs in Nordhorn zu besuchen.

Der Einstieg fällt leicht

Als Neueinsteiger war ich erst einmal ratlos, da ich zum Beispiel nicht genau wusste, wie die übliche Begrüßung abläuft. Aber das legte sich schnell. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm ging es direkt los! Auf der einen Seite der Halle führten die Kinder zwischen 9 und 14 Jahren Übungen aus, die ihnen zuvor von der Trainerin gezeigt wurden. Auf der anderen Seite der Halle wurden schon fleißig von den „Älteren“ verschiedene Techniken zur Selbstverteidigung ausprobiert.

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Die richtige Technik, laut sein und – wenn möglich – einen klaren Kopf bewahren: Das sind einige Grundzüge der Selbstverteidigung. Foto: Louisa Joyce Kersten

Auch als Neueinsteiger konnte ich sehr schnell mitmachen und neu erlernte Techniken sofort bei einem Partner anwenden. Partnerübungen sind generell ein wichtiger Bestandteil des Selbstverteidigungstrainings – denn es ist wichtig zu sehen, dass die Übungen nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis funktionieren. Was zudem sehr wichtig bei der Selbstverteidigung sein kann, ist lautes Schreien beim Ausführen der Schläge und Griffe. „Denn das erhöht die Kraft um das Dreifache, lässt den Adrenalinspiegel steigen und alarmiert zugleich auch Passanten, die sich in der Nähe befinden“, wurde mir erklärt.

Körperbeherrschung ist wichtig

Aber nicht nur die Selbstverteidigung wurde in dem Kurs vermittelt, sondern auch den Körper kennenzulernen und nicht nur einfach blind drauf losschlagen. Das erfordert viel Körperbeherrschung und viel Übung, welche natürlich nicht in einem „Crash-Kurs“ vermittelt werden kann. Dazu sagte Trainerin Ilona Milius: „Um schnell und richtig zu handeln, muss man erst einen Instinkt für eine solche Situation entwickeln. Dazu empfehle ich regelmäßige Besuche zum Beispiel in einem Verein, denn erst dann kann eine gewisse Routine erlangt werden. Selbstverteidigung ist ein langer Weg!“ Ilona Milius hat seit der Silvesternacht viele Anfragen, vor allem von jungen Frauen, bekommen, die sich aktiv zur Wehr setzen wollen und in einer kritischen Situation nicht dem Angreifer schutzlos ausgeliefert sein wollen.

Besser ein Buch als Pfefferspray

Neben einigen Techniken für Fußtritte, Fauststöße und Ellenbogenschläge wurden mir auch andere Tricks gezeigt – nämlich mit was für Alltagsgegenständen sich jeder verteidigen kann. Da gibt es einerseits einfache Gegenstände, die fast jeder bei sich hat (Haarklammern, Regenschirm etc.), aber auch versteckte Waffen wie Bücher – da reicht auch schon ein Collegeblock – oder ein eingerolltes Blatt Papier (erzielt eine ähnliche Wirkung wie eine Stichwaffe).

Dass Pfefferspray nicht die ideale Selbstverteidigungswaffe ist, wurde mir auch erklärt: Man muss beim Gebrauch in der direkten Nähe zum Angreifer stehen und selbst dann besteht noch die Gefahr, dass man das Spray selbst in die Augen bekommt, wenn man entgegen der Windrichtung sprüht.

Verteidigen nur im Ernstfall

Ziel der Selbstverteidigung ist es, den Körper zur Waffe zu trainieren und vor allem bei einem Angriff Ruhe zu bewahren, damit der Verstand nicht aussetzt. Für ein effektives Verteidigen ist eine schnelle Reaktion und eine präzise Ausführung notwendig, die erst in einem längeren Zeitraum mit viel Übung gelernt werden kann.

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Auch Kinder können sich selbst verteidigen, wenn sie es trainieren. Foto: Louisa Joyce Kersten

Doch die Trainerin hatte fünf Tipps, die sich jeder merken sollte:

1. Schneller Tritt in den Genitalbereich sorgt für kurzen Moment der Schwäche beim Angreifer. Das klappt aber nur, wenn er schnell und ohne Vorwarnung kommt.

2. Feinen Sand in der Tasche griffbereit haben, um den Angreifer damit zu schwächen (am besten lose in der Tasche mitführen).

3. Den Schlüsselbund als Schleuder benutzen oder auch einen einzelnen Schlüssel. Der wird dann am besten zwischen Zeige- und Mittelfinger gehalten.

4. Eine mit einem Stein präparierte Socke kann als Schleuder benutzt werden. Sie sollte ähnlich wie der lose Sand in der Jackentasche mitgeführt werden.

5. Je nachdem, wo der Angriff stattfindet, kann auch Haarspray, Deo etc. als Ersatz für Pfefferspray benutzt werden. Das kann euch Zeit verschaffen, zu fliehen und Hilfe zu holen!

Wichtig ist , dass ihr diese Tipps niemals aus Spaß verwendet, sondern immer nur im Falle eines ernsthaften Angriffs, bei dem ihr euch wirklich bedroht fühlt! Denn andererseits könnte jemand ernsthaft und ohne Grund verletzt werden.

Angebote

Louisa hat einen Kurs beim Verein Vorwärts Nordhorn besucht. In der Grafschaft Bentheim gibt es viele Angebote dieser Art. Wer auf seinen Selbstverteidigungskurs aufmerksam werden will, kann Zeiten und Kontaktdaten an szene@gn-online.de schicken – und sie werden dann unten im Artikel aufgeführt.

Zu folgenden Zeiten finden Kurse jeweils wöchentlich unter der Leitung von Ilona Milius statt: Mittwoch 19 bis 20.30 Uhr (Erwachsene); Donnerstag 16 bis 17 Uhr (Kinder ab 5 Jahre); Donnerstag 17 bis 18 Uhr (Kinder ab 9 Jahre). Weitere Informationen gibt es bei Ilona Milius unter Telefon (05925) 1734.

Trainer Klaus Hehenkamp ist unter klhehenkamp@web.de oder über seine Facebookseite zu erreichen.

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