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Bessere Behandlung in Bentheim dank Telemedizin

ehandlung in Bentheim dank Telemedizin
Am Befundbildschirm in ihrem Büro kann sich jetzt die Chefärztin der Orthopädie in der Fachklinik Bad Bentheim, Dr. Simone Sörries, Röntgenbilder aller Art aufrufen.

Telemedizin bietet Krankenhäusern und Patienten Vorteile, weil eine bessere Betreuung möglich ist. Diese Argumente haben die Fachklinik Bad Bentheim veranlasst, den Westdeutschen Teleradiologieverbund zu nutzen.

Bad Bentheim. Das Zauberwort heißt PACS: Das Bilderarchivierungs- und Kommunikationssystem bietet Kliniken eine einfach zu handhabende technische Möglichkeit, Bilder untereinander hin und her zu schicken, damit die für die Patienten nötige Therapie frühzeitig auf den Weg gebracht werden kann – die entsprechende Einverständniserklärung vorausgesetzt. Das System kann unnötige zusätzliche Röntgenaufnahmen vermeiden und die Kommunikation zwischen Fachleuten erleichtern, die sich mit ein paar Klicks auf dem PC die vorhandenen Aufnahmen vom Ultraschall bis zum MRT innerhalb weniger Minuten auf den Befundbildschirm holen können, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Das kann in Notfällen für Chirurgen sehr wichtig sein, aber auch in der Rehabilitation, wenn zum Beispiel im Kontakt mit dem Operateur ermittelt werden kann, worauf Folgeprobleme zurückzuführen sein könnten. Oder wie eine nötige Reha am besten aussehen könnte: Die könnte größtenteils schon festgelegt werden, bevor der Patienten da ist – weil die bisherigen Röntgenaufnahmen von der Akutversorgung schon vorliegen.

Was zunächst große Kliniken ausprobierten, entwickelt sich seit einigen Jahren auch in der Rehabilitation zu einem echten Standortvorteil. „Den wollen auch wir als Fachklinik für Rehabilitation nutzen“, sagte Geschäftsführer Klaus Kinast bei einer Präsentation des Systems am Montag in Bad Bentheim. Schließlich könnte das erhebliche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Und die Kosten dafür sind überschaubar, weil die meisten Kliniken die nötige (etwas teurere) IT-Infrastruktur ohnehin haben dürften und die Mitgliedschaft im Teleradiologieverbund schon für einige Tausend Euro zu haben ist.

Röntgenbilder per Post? Die Zeiten sind vorbei

Auf jeden Fall verbessert die Mitgliedschaft die Arbeitsabläufe, denn damit sind die Zeiten vorbei, in denen Röntgenbilder noch per Post auf den Weg geschickt werden mussten oder dem Patienten eine CD gebrannt und in die Hand gedrückt wurde oder per Taxi zwischen den Kliniken zirkulierte – wenn es schnell gehen musste. Die Chefärzte von Orthopädie und Kardiologie zeigten sich bei der Präsentation sehr angetan von den neuen Möglichkeiten, auch die Rheumatologie und Dermatologie sollen auf Dauer von den Bildübertragungsmöglichkeiten profitieren.

Vorreiter für die Entwicklung der Telemedizin in Nordwestdeutschland sind nach Auskunft von Marcus Kremer der Radiologieverbund Ruhr und die Uniklinik Münster gewesen über zunächst virtuelle private Netzwerke von fest miteinander verbundenen Partnern. Ein Pilotprojekt startete 2010, ein fest installierter Verbund nahm Anfang 2012 seine Arbeit auf, so der Geschäftsführer der MedEcon Telemedizin GmbH. Ende 2012 waren es bereits 50 Teilnehmer, inzwischen sind es 160 mit Schwerpunkt Ruhrgebiet und Münsterland. Doch der Verbund reicht von Niedersachsen bis ins niederländische Enschede. Im Blick hat der Teleradiologieverbund auch weitere Bereiche Niedersachsens und offenbar auch das Mathias-Spital in Rheine, wovon wiederum das Paulinenkrankenhaus in Bad Bentheim profitieren könnte, das dazugehört.

Euregio-Klinik in Nordhorn bislang nicht beteiligt

„Schade, dass die Euregio-Klinik in Nordhorn noch nicht zum Verbund gehört“, bedauert der Chefarzt der Kardiologie in der Fachklinik, Dr. Wolfgang Hemme. Denn die sei schließlich der „Hauptlieferant“ für die Herz-Reha in Bad Bentheim. Dagegen nutzt das Bonifatius-Hospital in Lingen die Dienste des Teleradiologieverbandes. Mit einem einfacheren System könnten in Zukunft auch niedergelassene Ärzte eingebunden werden, so Diplom-Volkswirt Kremers.

„Auch das Traumanetzwerk Nordwest ist von solchen Verbundsystemen sehr angetan“, sagte die Chefärztin der Bad Bentheim Orthopädie der Fachklinik, Dr. Simone Sörries. Das Netzwerk reicht von Münster und Coesfeld über Lingen und Enschede bis nach Bad Bentheim, wo im März 2015 ein Treffen ansteht. „Das System ist einfach, technisch zuverlässig und schnell, dazu kommt die Datensicherheit“, wirbt Marcus Kremers für das System. Klaus Kinast sieht noch einen anderen Vorteil: „So können neue Kooperationen entstehen.“

Zahlen belegen: System funktioniert in beide Richtungen

Die Zahlen sprechen für sich, die die Telemedizin GmbH verbuchen kann: über 6000 monatliche Übertragungen und 1250 aktive Nutzungen von den Verbundteilnehmern sind ein Beleg dafür, dass das System in beide Richtungen genutzt wird. Denn das war die große Sorge: Die großen Kliniken würden sich die Bilder kommen lassen, um Patienten zu gewinnen. Doch am Beispiel der Uniklinik Essen widerlegte Marcus Kremers dieses Vorurteil: Dort erhielt man elektronisch Bilder von 60 Einrichtungen, versendete aber gleichzeitig Aufnahmen an 50 Institutionen.

Für Bad Bentheim dürften die Zahlen von zwei Reha-Einrichtungen interessant gewesen sein: Die orthopädisch-rheumatische-unfallchirurgische Rehaklinik in Bad Sassendorf mit spezieller Schmerztherapie kooperierte mit 26 Einrichtungen und erhielt 403 Bilddokumente. Eine neurologische Reha-Klinik in Hagen ließ sich von Januar bis Oktober dieses Jahres von 41 Einrichtungen 1531 Aufnahmen elektronisch zusenden und verschickte 471 Untersuchungsergebnisse an 27 unterschiedliche Adressen.

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Die Meinung unserer Leser

2 Leserkommentare

1. | Bracke | Mittwoch, 19.11.2014 | 09:52 Uhr

Lieber Online-Redakteur. Entweder "Rehandling" oder "Behandlung".

2. | Administrator GN-Online.de | Mittwoch, 19.11.2014 | 09:55 Uhr

@Bracke: Sorry, korrigieren wir direkt. Danke für den Hinweis!


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