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Bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit

und Wetter mit dem Rad zur Arbeit
Für einen Gruß bleibt wenig Zeit, wenn Johann Bardenhorst (rechts) und Friedbert Poffers sich zwischen Nordhorn und Bad Bentheim treffen. Denn mit ihren E-Bikes sind beide ziemlich flott unterwegs. Auf bis zu 45 Stundenkilometer können sie kommen.Foto: Plawer

Alle fahren mit dem Auto zur Arbeit. Alle? Nein! Johann Bardenhorst aus Bad Bentheim und Friedbert Poffers aus Nordhorn treten in die Pedale ihrer Fietsen und tun so etwas für ihre Gesundheit und die Umwelt.

Bad Bentheim / Nordhorn. Wenn sich frühmorgens um sieben der Bentheimer Johann Bardenhorst und der Nordhorner Friedbert Poffers zwischen Nordhorn und Bad Bentheim begegnen, bleibt nicht viel Zeit für einen Gruß. Die beiden sind mit Pedelecs unterwegs. Ein Pedelec, auch E-Bike genannt, ist ein Fahrrad mit einem kleinen Elektromotor. Dieser unterstützt den Fahrer mit einem zusätzlichen Schub. Bardenhorst und Poffers fahren sogar ein S-Pedelec. Damit dürfen sie bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnell unterwegs sein.

„Es macht einfach Spaß“, sagt Friedbert Poffers, „man ist immer mit einem Lächeln unterwegs.“ „Es ist eine andere Dimension des Radfahrens“, pflichtet ihm Johann Bardenhorst bei. „Natürlich muss man sich auch anstrengen und selber in die Pedale treten. Von alleine fährt so ein Pedelec nicht. Der Elektromotor gibt nur die nötige Unterstützung.“ Wie stark diese Unterstützung ist, kann man selbst bestimmen. Von leicht bis stark, dafür gibt es mehrere Fahrstufen. „Durch die Hilfe des Motors komme ich nicht ausgepowert und vollkommen nassgeschwitzt am Ziel an“, meint Poffers.

Der Bad Bentheimer Johann Bardenhorst arbeitet bei der „Grafschaft Bentheim Tourismus“ in Nordhorn, der Nordhorner Friedbert Poffers ist Pflegedienstleiter des Pflegezentrums in Gildehaus. Beide haben jeden Tag den gleichen Weg von gut 20 Kilometer von und zur Arbeitsstelle.

E-Bike statt zweitem Auto

Poffers hat sich vor zwei Jahren für das Pedelec entschieden: „Wir haben in der Familie überlegt, ob wir weiterhin ein zweites Auto nutzen wollen. Da kam uns die Idee mit dem Pedelec. Fahrrad gefahren bin ich schon immer gerne. Und ich hatte Glück: Einer unserer FSJler war der Sohn eines Fahrradhändlers in Schüttorf. Der hat mich dann beraten.“

So ein S-Pedelec ist nicht billig, gut 4000 Euro muss man für die schnelle Variante eines E-Bikes schon anlegen, die mit einer 25er-Zulassung kosten gut die Hälfte. Der höhere Preis ist der höheren Belastung geschuldet. Nicht nur der Motor und der Akku müssen bezahlt, auch der Rahmen, die Reifen und die Bremsen müssen stärker ausgelegt werden. Hinzu kommen die Kosten für Wartung und die Versicherung, denn die 45-Stundenkilometer-Pedelecs sind führerscheinpflichtig und müssen mit einem Versicherungskennzeichen ausgestattet sein.

19.000 Kilogramm Kohlendioxid eingespart

„Das ist alles nicht unbedingt viel billiger als das Auto. Aber viel wichtiger ist, dass man etwas für die Umwelt tut, denn man spart jede Menge Kohlendioxid ein“, erklärt Poffers und schaut auf sein Tacho. „Ich habe jetzt bei den letzten 1500 Kilometern, die ich mit dem S-Pedelec unterwegs war, fast 19.000 Kilogramm Kohlendioxid eingespart.“

Wenn die beiden morgens und abends unterwegs sind, ist es zu dieser Jahreszeit natürlich dunkel. Das ist nicht ungefährlich, denn man wird leicht übersehen. Und so hat Johann Bardenhorst eine gelbe Warnweste an und an Friedbert Poffers Jacke blinken diverse LED-Lampen in Rot und Weiß. „Wir werden von den Autofahrern nicht wahrgenommen. Vorne haben wir zwar einen starken weißen Strahler. Trotzdem kommen uns die Autofahrer mit Fernlicht entgegen und blenden ganz gewaltig“, sagt Bardenhorst, der seit dem Sommer mit dem S-Pedelec unterwegs ist.

„Eigentlich gehören unsere S-Pedelecs zu den Leichtkrafträdern und wir müssten auf der Straße fahren. Aber das ist unzumutbar. Wenn ich mich auf der Bentheimer Straße in die Linksabbiegespur einordnen muss und ein LKW fährt rechts an mir vorbei, da ist mir schon ziemlich mulmig.“ Und Poffers ergänzt: „Innerorts fahren wir auch auf der Straße, dafür sind wir einfach zu schnell. Und jedes Mal an einer Ampel wieder anzufahren macht auch keinen Spaß. Aber sonst ist der Radweg für uns viel sicherer als die viel befahrene Bundesstraße 403.“

Mit dem Auto wären sie kaum schneller

Wenn die beiden mit ihren S-Pedelecs unterwegs sind, brauchen sie für den Weg von und zur Arbeitsstelle nicht wesentlich länger, als wenn sie mit dem PKW fahren würden. „Dafür haben wir dann schon etwas für unsere Gesundheit getan“, sagt Friedbert Poffers zufrieden. „Ich merke das an meiner Kondition. Früher ist meine Frau mir immer locker davon geradelt. Das hat sich geändert.“ Auch Johann Bardenhorst merkt die gesundheitlichen Vorteile. „Als ich im Sommer meinen Fuß gebrochen hatte und wieder neu anfing, habe ich das schon gemerkt.“

Schlechtes Wetter ist für die beiden kein Grund, das Pedelec stehen zu lassen. Nur Glatteis und Schnee setzen wegen der Rutschgefahr Grenzen. Für Regen und Wind gibt es gute Schutzkleidung und im Büro haben beide immer noch eine zweite Garnitur. „Nur einmal habe ich mich in einer Bushaltestelle untergestellt“, sagt Friedbert Poffers, „da hat es so heftig gehagelt, da ging nichts mehr.“

Johann Bardenhorst und Friedbert Poffers sind in der Grafschaft nicht die Einzigen, die mit Fahrrad oder E-Bike unterwegs sind und damit der Umwelt Kohlendioxid ersparen. Beide hoffen, dass es immer mehr werden. „Es ist so einfach, etwas für sich und für unsere Umwelt zu tun, sagt Bardenhorst. „Das muss nicht gleich ein Pedelec sein. Wenn der Weg nicht zu weit ist, geht das auch mit einem normalem Rad. Schon kleine Schritte tun unserer Erde gut.“

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Die Meinung unserer Leser

24 Leserkommentare

1. | Ein Wietmarscher | Montag, 04.01.2016 | 11:51 Uhr

Auch wenn das Fahren mit S-Pedelec (45 km/h) auf Radwegen fùr die Nutzer der S-Pedelecs "viel sicherer" ist ist die Nutzung der Radwege nicht erlaubt. Dies sollte aus meiner Sicht seitens den GN deutlich herausgestellt werden. Ob die Nutzung der Radwege auch fùr andere Radfahrer sicherer ist ist auch fraglich.

2. | Bernd Kathorst | Montag, 04.01.2016 | 12:34 Uhr

Was ist besonderes daran, dass verhältnismäßig junge Menschen täglich von Bad Bentheim nach Nordhorn mit einem motorbetriebenen Fahrrad fahren. Andere fahren mit einem normalen Rad täglich von Schüttorf nach Nordhorn. In Nordhorn fährt ein älterer Herr (88 Jahre) mit einem motorunterstützen 25-km Rad täglich ca. 50 km!!! Ich habe den Eindruck, dass der Bad Bentheimer Radfahrer mal wieder auf sich aufmerksam machen muss. Er sollte lieber seine Arbeit machen und dafür sorgen, dass die Fietzenbus-Linien in die Radfahrkarte aufgenommen werden (aber die Idee kann er nicht für sich in Anspruch nehmen).

3. | Autofahrer | Montag, 04.01.2016 | 13:20 Uhr

Auch ich (66 Jahre) bin seit gut einem Jahr mit einem E-Bike unterwegs. Es ist eine gute Möglichkeit etwas für die Gesundheit zu tun und Abgase und Energie einzusparen. Es wird zwar Strom genutzt, aber die Energiemenge ist erheblich geringer. Es ist richtig, daß Pedelec's nicht auf Radwegen fahren dürfen und normalerweise die Fahrbahn nutzen müssen. Aber es ist eine Gefahr sowohl für Pedelec wie auch Autofahrer wenn beide auf der Straße fahren. Lieber die Pedelec's auf dem Radweg. Natürlich mit der notwendigen Rücksichtnahme und evtl. Geschwindigkeitsreduzierung. Das gilt auch manchmal für normale E-Bikes. Was Herr Kathorst treibt und hier jemanden so angreift entzieht sich meiner Kenntnis. Kenne beide nicht. Gehört hier auch nicht hin. Und wenn es anderweitig Kritik an der Arbeit gibt dann bitte direkt ansprechen.

4. | Nachrechnen | Montag, 04.01.2016 | 15:00 Uhr

19000 Kilogramm Kohlendioxid auf 1500 KM gespart wären ca. 12 Kilogramm pro gefahrenem Kilometer???? Kein Wunder, dass hier ein Akku am Fahrrad benötigt wird. Smile............. Mal kurz nachrechnen bitte.

5. | achso achso | Montag, 04.01.2016 | 15:07 Uhr

@ 2. |: Da hat einer ja einen ganz dicken Hals. Aber muss man das hier zum Ausdruck bringen? Ich meine nein.


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