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Ältere sind „mittendrin“ in der Gesellschaft

Grafschaft belegt auf Bundeskongress: „Wir sind gut aufgestellt“

nd „mittendrin“ in der Gesellschaft
„Fit mit dem Fahrrad“ heißt ein Kursus für Senioren, den der Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Edgar Eden, anbietet, denn immer mehr ältere Menschen sind mit dem E-Bike unterwegs. Der Kursus ist eines von vielen Angeboten für ältere Menschen in der Grafschaft. Das Bild entstand im Mai in Emlichheim.

Die Menschen werden in Deutschland immer älter, während die Geburtenrate schrumpft. In der Grafschaft tritt diese Entwicklung mit Verzögerung ein. Die Vorbereitungen auf eine seniorenfreundliche Gesellschaft sind dennoch recht weit fortgeschritten.

Nordhorn/Berlin. Von der Grafschaft Bentheim kann man noch etwas lernen. Alte Menschen sind nach wie vor „mittendrin“ in der Gesellschaft. Auch wenn Großfamilien die Ausnahme und eng miteinander verbundene Nachbarschaften seltener geworden sind: Im Landkreis sind Netzwerke geschaffen worden, die den Älteren dennoch die Teilhabe und Versorgung sichern. Es gibt Familienservicebüros, Dienstleistungen der Freiwilligenagentur, von der Seniorenbegleitung bis zur Wohnberatung. Die Mehrgenerationenhäuser haben sich zu Treffpunkten entwickelt und die Gesundheitsregion Euregio bewirbt sich gerade mit „Dorfgemeinschaft 2.0“ für die Teilnahme an einem bundesweiten Modellprojekt.

„Wir sind gut aufgestellt“, meint Landrat Friedrich Kethorn, und setzt fort: „… was uns nicht daran hindern darf, noch besser zu werden.“ Kethorn war am vergangenen Donnerstag nach Berlin eingeladen worden, um vorzustellen, wie die Grafschaft Bentheim sich auf den demografischen Wandel einstellt.

In Berlin fand das „Zukunftsforum Langes Leben“ im Rahmen des Demografie-Kongresses statt, an dem rund 800 „Entscheider aus allen Bereichen“ beteiligt waren. Kethorn war als Redner vom Deutschen Landkreistag eingeladen worden. Die Einführung hatte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, übernommen. Hauptthema der Großveranstaltung: die „Einbindung älterer Menschen in die Gesellschaft“. In Foren wurden anschließend innerhalb von zwei Tagen verschiedene Themen von Fachleuten vorgestellt sowie inhaltlich vertieft und diskutiert.

2030 ist die Hälfte der Grafschafter älter als 45

„Quartiersmanagement und Netzwerkbildung“ lautete das Thema, zu dem Friedrich Kethorn mit konkreten Beispielen aus der Grafschaft beitragen durfte. Die Vernetzung, so Kethorn, spiele eine Schlüsselrolle: „Ohne Vernetzung, ohne Kooperation – das wissen wir in der Grafschaft – geht beinahe gar nichts.“ Die Grafschaft sei zwar in der komfortablen Situation, dass ihre Gesellschaft im Durchschnitt jünger ist, als im Land Niedersachsen, und mehr Kinder unter 15 Jahren im Landkreis leben als Senioren über 65, aber der Anteil der über 80-Jährigen nimmt zu. 2030 werden rund 50 Prozent der Grafschafter älter als 45 Jahre sein.

Obwohl der Druck der demografischen Entwicklung in der Grafschaft Bentheim noch nicht so stark ist, existieren bereits viele Projekte und Maßnahmen, die die Integration der älteren Menschen im Blickwinkel haben:. Der Demenzatlas, den es auch als interaktive Internetversion gibt, das Modellprojekt „Fidem“, bei dem es um die frühzeitige Diagnostik und fachübergreifende Behandlung, Beratung und Unterstützung für Demenzkranke und ihre Angehörigen geht, oder auch Projekte, die mehr Mobilität vermitteln, wie Bürgerbusse, ein gut ausgebautesRadwegenetz, Kulturbegleiter und mehr. Derartig vielfältige Angebote gibt es in den meisten Landkreisen in dieser Ausprägung nicht.

Entsprechend gefragt waren Kethorns Beispiele. „Ich habe viele Kärtchen zugesteckt bekommen“, berichtete der Landrat im Gespräch mit den GN. Etliche Besuche dürften folgen. Er glaube, die Grafschaft sei auf einem guten Stand und habe Schrittmacherdienste geleistet. Für ihn als Landrat sei dieser Kongress ebenfalls wichtig gewesen: „weil man dort auch etwas lernen kann.“

Der Demografiekongress hat sich auf Bundesebene in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe entwickelt. Ihr Präsident ist Senator a. D. Ulf Fink.

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