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16-Jähriger feiert als Event-Koch erste Erfolge

er feiert als Event-Koch erste Erfolge
Seit etwa einem Jahr kocht Glenn Büter professionell für Gäste.
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  • Seit etwa einem Jahr kocht Glenn Büter professionell für Gäste.
  • Glenn Büter bereitet die Speisen nicht nur selbst zu, sondern gibt am festlich dekorierten Tisch auch Erläuterungen.
  • Für die Dreharbeiten des NDR hat Glenn Büter in seinem Elternhaus in Ringe gekocht.
  • Zweiter Gang: Während die Gäste am Tisch sitzen, bereitet Glenn Büter in der Küche die Brotspeise zu.

Glenn Büter aus Ringe ist gerade mal 16 Jahre alt und kocht schon wie ein alter Hase. Beim „Private Cooking“ besucht er seine Kunden und zaubert in ihrer Küche ein kreatives Menü.

Ringe. Hobby? Das trifft es nicht richtig. Arbeit? „Nein, auch nicht“, murmelt Glenn Büter und grübelt kurz. „Kochen ist für mich eine Leidenschaft“, sagt der 16-Jährige. Und zwar eine große. Glenn Büter steht für sein Leben gern in der Küche. Nicht nur zu Hause in Ringe, sondern auch bei Menschen, die ihn zu sich einladen. „Private Cooking“ nennt sich diese Geschäftsidee, die Glenn Büter zwar nicht erfunden, aber vor gut einem Jahr aufgegriffen hat. Er besucht seine Kunden und verwandelt ihre Häuser und Wohnungen in ein kleines Restaurant.

„Ich kümmere mich um alles von der Menüzusammenstellung übers Einkaufen bis hin zur Weinbegleitung und Gestaltung des Tisches“, erzählt der Schüler, der zurzeit die elfte Klasse des Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus besucht. Zwei Haken gibt es allerdings noch: Mit 16 Jahren ist Glenn Büter darauf angewiesen, dass ihn seine Eltern mit vollgepacktem Kofferraum zu seinen Einsätzen fahren. Und er kann seinen Gästen nach dem Essen keinen Absacker anbieten. Der Nachwuchskoch ist einfach noch zu jung, um hochprozentigen Alkohol kaufen zu dürfen. Aber das sind nur zwei Randaspekte.

Nebenjob im Restaurant

Wie kommt ein Jugendlicher auf die Idee, gleich für eine ganze Gesellschaft zu kochen? Glenn Büter schmunzelt und holt ein wenig aus. Wie ist er überhaupt zum Kochen gekommen? „Ich habe in der sechsten Klasse meinen Zukunftstag in Ringe im Alten Landhaus Buddenberg verbracht. Ich weiß noch genau, dass wir dort ein Brot gebacken und einen Obstsalat gemacht haben“, berichtet er. Das hat gereicht, um sein Interesse an kulinarischen Genüssen zu wecken. Es folgten Praktika bei einem Sternekoch auf Norderney und einem Restaurant in Lingen. Mittlerweile arbeitet Glenn Büter immer mittwochs im Alten Landhaus Buddenberg, kümmert sich dort um die Beilagen und lernt den Alltag in einer professionellen Küche kennen.

2013 hat er dann das erste Mal außerhalb von Familie und Freundeskreis für eine Gruppe gekocht. Bekannte fragten ihn, ob er ihr Weihnachtsessen zubereiten wolle. „Das war ein Fünf-Gänge-Menü für 16 Leute. Ich bin da eigentlich ganz locker rangegangen“, berichtet Glenn Büter. Die Resonanz war positiv. Und sie weckte in ihm die Idee, seine Leidenschaft in professionelle Bahnen zu lenken. Im April 2014 meldete der Gymnasiast ein Gewerbe an. Nicht nur für seine Koch-Events, sondern auch für den Vertrieb von Gewürzen. Die stellt Glenn Büter zu Hause in seinem eigenen Raum mit seinem eigenen Mörser her. Mittlerweile gibt es neun Mischungen.

Ein Jugendlicher, der zu einem in die Küche kommt und kocht – das musste sich erst einmal herumsprechen. „Natürlich haben das viele Menschen zunächst nicht so richtig ernst genommen“, berichtet Glenn Büter. Aber er setzte sich mit seiner Idee durch, hat inzwischen etwa ein Dutzend Mal am privaten Herd gestanden, durch Kochkunst und Fachwissen geglänzt und damit Skeptikern den Wind aus den Segeln genommen. Noch relativ neu ist die Idee, dass Glenn Büter nicht alleine kocht, sondern zusammen mit seinen Kunden. Der 16-Jährige nennt dieses Angebot „Kochschule“.

Eigenes Messer muss sein

Glenn Büter arbeitet beim „Private Cooking“ mit jenen Töpfen, Pfannen und Geräten, die er vorfindet. Aber einen kleinen Werkzeugkasten bringt er auch mit. Auf seine eigenen Messer, einen Stabmixer, ein Thermometer und eine Küchenpinzette mag der 16-Jährige nicht verzichten. Die Zutaten für seine Menüs besorgt er sich auf den Märkten in Lingen und Nordhorn. Bestimmte Spezialitäten wie frische Trüffel oder Wasabiwurzeln bezieht er oft über auswärtige Lieferanten. Bei der Qualität von Fleisch geht Glenn Büter keine Kompromisse ein und schwört auf einen Versand aus dem Raum Köln.

Wie stellt er seine Mahlzeiten zusammen? „Ich habe natürlich ein paar Kochbücher, aber ganze Menüs lassen sich daraus nicht ableiten“, sagt Glenn Büter. Er puzzelt viel, variiert, holt sich aus Fachzeitschriften Anregungen. Im Moment ist natürlich Spargel angesagt. „Kochen kann den jeder – aber ich finde, dass er dadurch an Geschmack verliert. Wenn man Spargel brät, ist der Geschmack viel intensiver“, erzählt er. Zusammen mit Tomatenschaum, Parmesaneis, Iberico-Schinken und Lardo-Speck wird aus dem eigentlich eher schlichten Saisongemüse schnell eine kreative Vorspeise.

Im nächsten Jahr steht das Abitur an. Für die Zeit danach hat Glenn Büter auch schon erste Vorstellungen. Er würde gerne zum Studium nach New York gehen, an das „Culinary Institute of America“, eine private Hochschule. „Ich weiß noch nicht, ob die mich nehmen würden. Aber das wäre bestimmt eine gute Idee“, meint der Gymnasiast. Fest steht für den 16-Jährigen auf jeden Fall, dass ihn sein beruflicher Weg in die Küche führen soll.

Das NDR-Fernsehen berichtet am Sonnabend ab 18 Uhr in der Sendung „Nordtour“ über Glenn Büter. Weitere Informationen über den Nachwuchskoch gibt es auf www.glenn-bueter.de.

Bildergalerie

Private Cooking mit Glenn Büter

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